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Pressearchiv 2018

des Naturparks Fränkische Schweiz - Frankenjura

Wanderausstellung im Landratsamt Forchheim

FORCHHEIM. Bis zum 11. Januar 2019 ist im Foyer des Landratsamtes Forchheim am Streckerplatz eine Wanderausstellung „Natur und Mensch“ zum „Naturpark Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst“ zu sehen. Dann wird das Gebilde, das sich seit 50 Jahren um einen Ausgleich zwischen Mensch und Natur kümmert, vielleicht schon „Naturpark Fränkische Schweiz-Frankenjura“ heißen. In Biosphären-Reservaten und Nationalparks leben keine oder kaum Menschen. Die Natur ist sich selbst überlassen. Zu Eingriffen kommt es überhaupt nicht oder nur sehr selten. Das liegt auch daran, dass in diesen Landschaften kaum jemand wohnt. Die nächsten Städte sind weit weg. Das ist bei Naturparks ganz anders. In ihrer Nähe siedeln hunderttausende, ja Millionen Menschen. Es kommt zu Konflikten zwischen Mensch und Natur. Einer will etwas bauen, der andere Urlaub machen, der dritte irgendeinen Sport betreiben. Bei den Kanuten auf der Wiesent, den Drohnenpiloten am Walberla und den „Höhlenforschern“ unter der Erde hat das in den letzten Jahren immer wieder zu Streit geführt. „Es geht jetzt aber nicht darum, die Menschen fernzuhalten, sondern ein Gleichgewicht herzustellen.“ Die Schlagworte heißen „naturverträglicher Tourismus“ und „umweltgerechte Landnutzung“. In der Praxis bedeutet das, dass man sich der mehr als 5.000 Kilometer Wanderwege annimmt, die in Zusammenarbeit mit dem Fränkische Schweiz-Verein und dem Fränkischen Albverein erhalten und ausgebaut werden. „Das Wirtshaussterben auf dem Lande lässt aber auch immer wieder beliebte Strecken bedeutungslos werden.“ Dann lasse man den Wanderweg auf, und die Natur hole sich das durch die Gegend schlängelnde Band zurück. Mit Maßnahmen wie der Felsfreilegung soll das einzigartige Landschaftsbild aus Kalkfelsen, Karstquellen und Höhlen, sowie tief eingeschnittenen Tälern zudem erhalten bleiben, damit Erholungssuchende aus der Metropolregion sich wohlfühlen. „Das geht nur mit den Landwirten vor Ort, die alte Obstsorten anbauen, durch Beweidung mit Schafen die Magerrasen und Wacholderweiden erhalten oder ihre Flächen extensiv nutzen, damit Ackerkräuter einen Lebensraum finden.“ Es sind keine politischen Grenzen, die die Fläche des Naturparks festlegen, es sind geographische. Von Lichtenfels im Norden bis Sulzbach-Rosenberg im Süden, von Forchheim im Westen bis Creußen im Osten reichen die rund 2.300 Quadratkilometer. „In Deutschland gehören wir damit zu den fünf größten Naturparks,“ so dessen Geschäftsführer Wolfgang Geißner, ein ehemaliger Förster mit 22 Jahren Berufserfahrung im Naturpark. Noch zwei Jahre wird er im Amt sein. Inzwischen soll Christoph Hurnik (36) eingearbeitet werden, um die extrem vielfältigen Aufgaben im Naturpark weiterführen zu können. Auch wenn der in Effeltrich gelernte Landschaftsgärtner nach einem Studium zum Umwelt-Ingenieur in Weihenstephan-Triesdorf und Tätigkeiten in der Unteren Naturschutzbehörde in Ebermannstadt bereits umfangreiche Kenntnisse vorweisen kann. „Ich habe mich dort um Bauangelegenheiten, die Heckenpflege, Landschaftsschutzgebiete oder Fragen der Aufforstung und Rodung gekümmert,“ so Hurnik, der aus Lüneburg stammt, aber seit 26 Jahren nicht weit entfernt vom Walberla wohnt und dort mit einer kleinen Firma Vorgärten und Außenanlagen „grün statt grau“ gestaltet. Als ausgebildete Erzieherin, Naturpädagogin und Natur- und Landschaftsführerin hat Michaela Wölfel (43) nun in der Geschäftsstelle in Pottenstein ihre Berufung gefunden. Wenn sie nicht ihrem Ehemann Jürgen in dessen Zimmerei in Obertrubach hilft. Sie will die Wahrnehmbarkeit des Naturparks in der Öffentlichkeit verbessern und dafür speziell Kindergärten und Schulen ansprechen. „Den ganz Kleinen muss man zeigen, welch Naturschönheiten wir um uns herum haben, die es zu erhalten gilt.“ Schließlich häufen sich hier im Norden Bayerns die Biotope und Geotope, wohl wegen der doch sehr kleinteiligen Landschaft. So bieten die Felsüberhänge (Balmen) einen Lebensraum, in deren Wind- und Lichtschatten sich seltene Pflanzen wie das Scharfkraut ansiedeln. „Das sieht nicht sehr spektakulär aus, ist es aber.“ Wie bei den fünfzehn nur hier vorkommenden Arten, die wie das Fränkische Habichtskraut als „Endemiten“ bezeichnet werden. Bei den Tieren ist es die Gebirgsschrecke, die seit dem Ende der letzten Kaltzeit vor rund 10.000 Jahren um Pottenstein herum überlebt hat – nirgendwo anders. Demnächst sollen zwei bis vier hauptamtliche Ranger die Ehrenamtlichen wie Dieter Preu aus Neunkirchen am Brand unterstützen. Der Mitbegründer des Naturparks hat sich einen Ruf als Fachmann für Höhle und Karst erarbeitet und ärgert sich besonders über all die, „die in Höhleneingängen feiern und Feuer machen. Das scheint ein Urtrieb des Menschen zu sein.“ Damit schade man aber der Tier- und Pflanzenwelt und verschandele die Sehenswürdigkeit. Mit den Sportkletterern hingegen hat man sich auf Felssperrungen verständigt, damit im Frühjahr die Uhus und Wanderfalken in aller Ruhe ihren Nachwuchs ausbrüten können und ihn nicht ständig einer ins Nest schaut. „Das läuft sehr gut.“ UDO GÜLDNER für die Nordbayerischen Nachrichten

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Naturparkporträt

Der Newsletter des VDN (Verband deutscher Naturparke) hat es sich zur Aufgabe gemacht, monatlich einen der knapp über 100 deutschen Naturparke zu porträtieren. In der Dezemberausgabe des Newsletters ist nun das Porträt des Naturparks Fränkische Schweiz – Veldensteiner Forst e.V., der in Kürze in den Naturpark Fränkische Schweiz – Frankenjura e.V. umbenannt werden wird, vorgestellt. Der Naturpark Fränkische Schweiz –  Frankenjura bietet eine Bandbreite an Möglichkeiten, seine Freizeit zu gestalten. Klettereldorado: 1.000 Felsen  –  12.000 Routen –  180 Kilometer Kletterstrecke. Die Fränkische Schweiz zählt zu einem der größten Klettergebiete Europas. Zahlreiche Besucher aus der ganzen Welt und die Einheimischen klettern hier mit Begeisterung. Routen wie „Sautanz“ , „ Wallstreet“  oder „ Action Directe “  sind Marksteine des Sportkletterns weltweit. Ikonen wie Kurt Albert und Wolfgang Güllich schrieben hier Klettergeschichte. Von Kletterern, Naturschützern und Naturpark gemeinsam erarbeitete Kletter- und Vogelschutzkonzepte garantieren, dass im Einklang mit der Natur geklettert werden kann. Auf einer spritzigen Bootstour durch die idyllischen Täler der Wiesent und Pegnitz paddelt man/ Frau an einigen der schönsten Sehenswürdigkeiten der Region vorbei und genießt eine herrliche Aussicht vom Wasser aus. Qualitätswanderwege, Naturerlebnispfade, Themenwege wie z.B. Brauerei- und Kulturwanderungen lassen das Herz des Wanderers höherschlagen, wenn es durch romantische Täler mit kleinen Flussläufen oder auch vorbei an imposanten Felsformationen geht, bevor die heimische Gastwirtschaft mit Traditionsküche verwöhnt. Ein Naturerlebnis besondere Art, bieten die über viele Jahrhunderte entstandenen Höhlen, die bereits erste Forscher vor über 400 Jahren in Ihren Bann zogen. Eine heute gefahrlose Befahrung der Welt unter Tage, bieten die 5 Schauhöhlen im Naturpark: Die Binghöhle bei Streitberg, die Maximiliansgrotte bei  Neuhaus a. d. Pegnitz, die Osterhöhle bei Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg, die Sophienhöhle im Ailsbachtal und die Teufelshöhle in Pottenstein. Das romantische Felsenstädtchen Pottenstein hat noch einiges mehr an Attraktionen zu bieten und spricht mit seiner Erlebnismeile vor allem die Familien an: Auf bizarrem Fels  thront eine der ältesten Burgen der Fränkischen Schweiz als Wahrzeichen über dem Ort und lockt mit komplett eingerichteten Schauräumen. Oberfrankens einzigartiges Scharfrichtermuseum im Ortskern beleuchtet die eher düsteren Kapitel der Geschichte, die das Grauen wieder lebendig machen. Das Fränkische-Schweiz-Museum präsentiert im historischen Gebäudeensemble des Judenhofes von Tüchersfeld (ca. 5km entfernt), die Geschichte und Besonderheiten der Region. Der idyllisch gelegene Schöngrundsee im Weihersbachtal, unweit der Teufelshöhle, lädt zu einer Fahrt mit dem Ruder- oder Tretboot. Und die angrenzende aufregende Sommerodelbahn bietet dem Rodelsportler eine über 1160m lange Fahrt ins Tal. Der „Skywalk“  ermöglicht dem Unerschrocken einen völlig neuen Überblick. Zur Abkühlung stehen dem Besucher die Tore eines der ältesten Freibäder Bayerns offen, das 1920 erbaute Felsenschwimmbad, welches durch seine natürliche Schilfklärung eine besonders gute Wasserqualität vorweisen kann. Wer es lieber wärmer mag, der ist im Juramar, dem Familienbad mit Saunalandschaft, richtig. Hier wird bei der Wasseraufbereitung gänzlich auf Chlor verzichtet und stattdessen Natursole beigemischt. Erste Erfahrungen im Golfsport können auf dem Golfplatz Pottenstein gemacht werden, gegenüber bietet der Kletterwald ein Erlebnis besonderer Art in einer Höhe bis zu 12 Meter. Wer es lieber etwas rasanter mag, der ist am Elektro-Fun-Park mit einer Outdoor E-Kartbahn, Übungsparcours und Segways-Touren gut unterhalten. Dort ist Innovation und Ökologie mit Spaßfaktor garantiert. Für erdgeschichtlich Interessierte wartet der einzigartige Fossilklopfplatz und das Geozentrum Hohenmirsberg, wo sich mit Schutzbrille und Hammer auf die Suche nach Ammoniten gemacht werden kann. Panoramablicke bieten die Aussichtstürme auf der Hohenmirsberger Platte und die „Pottensteiner Himmelsleiter“. Und wer selbst bei Regen seine Kondition auf Vordermann bringen möchte, der ist im Fitness- und Gesundheitsclub an der richtigen Adresse. Nicht zuletzt seien die Zeugenberge wie das Walberla bei Ebermannstadt, die Neubürg bei Obernsees und der Staffelberg wie auch Kordigast im Oberen Maintal erwähnt, die von früheren Wohnstätten der Kelten erzählen. Höchste Erhebung im Naturpark ist mit 650 Meter ü.NN. der Ossinger (mit Aussichtsturm) bei Königstein. Ein Besuch im Naturpark lohnt sich also immer und für jedermann. Innovative Firma mit Sitz im Naturpark Fränkische Schweiz – Frankenjura revolutioniert eine gesamte „Werkzeugsparte“! Ob auf der Baustelle, in der Werkstatt, im Schulalltag oder bei der täglichen Arbeit im Haushalt –  die Produkte der Firma Pica-Marker, aus der Naturparkgemeinde Kirchehrenbach, bieten innovative Lösungen für alle Tätigkeiten rund um das Thema Markierung! Davon profitieren sowohl die vielen kleinen Handwerksbetriebe im Naturpark selbst, als auch die Global Player weltweit. Einen Stift, um Markierungen für Löcher bzw. Schnittführungen anzuzeichnen, hat doch jeder!? Das mag auf den ersten Blick stimmen,  aber für den Profieinsatz auf der Baustelle fehlte noch viel, um den versierten Handwerker glücklich zu machen, besonders wenn es um schwer zugängliche Arbeitsbereiche ging. Dies dachte auch Herr Gerhard Möck und machte sich umgehend an die Entwicklung eines Markierstiftes, der all seine Anforderungen bezüglich Qualität, Präzision und Funktionalität erfüllen würde. Heraus kamen –  unter anderem - der „ Pica-Ink Tieflochmarker“  und der „Pica-Dry Longlife Automatic Pen“ – DIE All-in-One-Lösungen für den professionellen Handwerker! Mit zahlreichen Weltneuheiten revolutionieren die Pica-Produkte den Markt rund um das Thema Markieren. Pica ist der Erfinder des „ Tieflochmarkers“. Ob Sie skizzieren oder beschriften, ob Sie exakt entlang der Wasserwaage oder dem Richtscheit anzeichnen oder ob Sie durch tiefe Löcher hindurch markieren möchten –  mit nur einem Marker ist das alles möglich. Auch das Prinzip des „ Köcherschoners“ war bis dato völlig unbekannt. Damit hat Pica-Marker allen Handwerkern die Ein-Hand-Bedienung und somit das Markieren „ nebenbei“  ermöglicht – weil Pica weiß, dass auch Handwerker nur zwei Hände haben. Ein weiteres, technisch anspruchsvolles Novum ist der perfekt funktional im Köcherschoner integrierte, robuste  Minenanspitzer beim „ Pica-Dry“. Die Anspitzvorrichtung ist so angeordnet, dass sie jeder sofort erkennt und auch gerne verwendet. Besonders positiv wirkt sich das nachhaltige Konzept auf die Umwelt aus. Viele der Produkte sind nachfüllbar und durch das Qualitätsversprechen –  Made in Germany – ist eine lange Lebensdauer garantiert. Haptik, Funktion und Optik sind auf Anwenderfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit ausgelegt, sodass man die Werkzeuge über viele Jahre gerne in Gebrauch hat. Das führt dazu, dass kein steter Bedarf nach Einwegstiften und ähnlich kurzlebigen Erzeugnissen besteht, welche nach relativ kurzem Gebrauch im Müll landen. Weiterhin sind die Erzeugnisse frei von wasser- und gesundheitsgefährdenden Stoffen wie beispielsweise Xylol und Toluol. All dies sind wichtige Beiträge zum allgemeinen Natur- und Umweltschutz und somit ganz im Sinne eines Naturparks. Zusätzlich beteiligt sich Pica-Marker als Fördermitglied des Naturparkvereins auch ganz direkt an den Projekten unseres Naturparks! Kochrezept, regionale Spezialität Der Naturpark bietet eine Fülle an regionalen Spezialitäten wie z.B. die Fränkische Bratwurst, Küchla, Bachforelle oder Karpfen, frischgebackenes Landbrot und deftige Brotzeiten. Zudem gibt es hier doppelt so viele Brauereien wie in allen anderen Regionen Bayerns, mehr Brauereien als in jedem Bundesland in Deutschland und als in jedem Land Europas. Auf den Streuobstwiesen der Region wachsen außerdem sehr viele Apfel-, Birnen- und Zwetschgenbäume deren Früchte in hauseigenen Brennereien zu feinen Bränden und Geisten oder aber auch Obstsäften verarbeitet werden. Mit ausgewählten Gastwirten aus der Fränkischen Schweiz gründete der Michael Müller Verlag in Erlangen (Michael Müller selbst stammt aus Ebermannstadt) im Jahr 2009 die Regionalinitiative „Gscheitgut – Franken isst besser“. Den Gästen wird seitdem in den teilnehmenden Wirtshäusern viel Gscheitgutes garantiert. Näheres unter www.gscheitgut.de. Aber das Wichtigste ist dem Franken immer noch sein Schäuferla und viele Besucher des Naturparks sind längst auch auf den Geschmack gekommen. Fränkisches Schäuferla (Gebratene Schweineschulter – eine fränkische Spezialität) Zutaten: 1,5 kg Schweinefleisch (Schulter), roh, nicht geräuchert, mit Knochen und Schwarte 1 Gemüse (2 Möhren, 2 Petersilienwurzeln, kleines Stück Sellerie, halbe Stange Lauch, 2 Zwiebeln) 2 Knoblauchzehen 1 TL Kümmel, ganz ½ TL Pfeffer, schwarz, gemahlen 1 TL Salz 1 l Wasser 200 ml Bier, kräftiges, helles oder halbdunkles, nicht bitter (kein Pils) 2 Lorbeerblätter 1 Scheibe Altgebackenes trockenes Brot (z.B. Knerzel) zum Eindicken der Soße   Am Vortag nach Belieben das Fleisch mit Rosmarin, Muskat, Majoran einreiben. Zubereitung Vorbereitungszeit: ca. 45 min Ruhezeit: ca. 12 Std., am besten über Nacht durchziehen lassen; Schwierigkeitsgrad: setzt keine besonderen Kenntnisse voraus und ist auf jeden Fall einen Versuch wert; Zur Geschichte des Schäuferla Das Schäuferla ist dem Ober- und Mittelfranken neben dem „Rippla“ sein liebster Sonntagsbraten. Selbst die Kleinsten am Tisch lieben es, verstohlen an der knusprigen Kruste, den Kropsala, herum zu naschen und das schwimmende Kartoffelkloß, das Klöß wie man bei uns sagt, aus der Soße zu fischen. In anderen Regionen Deutschlands findet man das gebratene Schulterstück auch auf der Speisekarte, doch ist es hier nicht am Knochen gegart, was den besonders feinen Geschmack des Fränkischen Schäuferla eben ausmacht. Hat man das gebratene Fleisch genüsslich vom Knochen gelöst, könnte der Spitzfindige vielleicht auch schon erahnen, woher der Name „Schäuferla“ kommt. Genau – die Form des Knochens war Namensgeber für´s Gericht. Wie eine Schaufel sieht dieser aus und da der Franke gern verniedlicht, wurde kurzer Hand das „Schäuferla“ geboren. 1 Vorbereitung am Vortag: Das Fleisch gründlich waschen und trocken tupfen. Die Schwarte mit einem scharfen Messer in kleine Quadrate schneiden. Aber Vorsicht, nicht bis ins Fleisch schneiden! Tipp: Teppichmesser benützen oder gleich geritzt beim Metzger kaufen. Traditionsgemäß teilt der Metzger ein Schäuferla auf ½ - ¼,  was dann als eine Portion serviert wird. Die Bratzeit verkürzt sich dabei auf etwa 2,5 bis 3 Std. Anschließend das Fleisch kräftig mit Salz und schwarzem Pfeffer einreiben und im geschlossenen Behälter über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen. (Wer mit weiteren Gewürzen würzt, Schwarte aussparen, denn diese würden sie zäh werden lassen). 2 Vorbereitung am Kochtag: Backröhre auf 250°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Das Gemüse waschen und klein schneiden. Flüssigkeit zum Aufgießen bereitstellen. Das durchgezogene Bratenstück mit der Schwarte nach unten in einen flachen Bräter geben und in die vorgeheizte Röhre schieben. Nach ca. 15 min das Gemüse, den Brotkanten und die weiteren Gewürze dazugeben und mit Wasser aufgießen. Der Boden der Form sollte nicht mehr als 1,5 cm mit Flüssigkeit bedeckt sein. Besser immer wieder nachgießen. Nach weiteren 15 min den Braten wenden und die Temperatur auf ca. 180 - 200°C reduzieren. (Der Braten sollte auf jede Seite gewendet worden sein). Das Schäuferla alle 30 – 45 min mit Bratensaft aus dem Bräter übergießen. Falls das Gemüse zu verbrennen droht, etwas Wasser nachgießen. Ca. 45 min vor Ende der Garzeit, das Schäuferla mit Bier übergießen und 15 min später wiederholen. Wem der Geschmack des Bieres nicht zusagt, der kann dies auch mit leichtem Salzwasser tun, was ebenfalls die Krustenbildung fördert. Falls das Knusprigwerden der „Schwarte“ nicht gelingt, kann auch für einen kurzen Moment die Grillfunktion der Backröhre genutzt werden. Endlich, nach 4 Std Garzeit, sollte das Schäuferla verführerisch knusprig anzusehen sein. Um sicher zu gehen, kann mit einem dünnen Grillspieß ins Fleisch gestochen werden. Lässt sich dieser leicht ins Fleisch einstechen, ist das Fleisch gar. Oder man versucht mit einem nicht zu starren Messer zwischen Knochen und Fleisch entlang zu fahren. Lässt sich dieses vom Knochen lösen, ist es ebenfalls gar. Für die Soße, den Braten aus dem Bräter nehmen und warm stellen. Die Lorbeerblätter und die Knoblauchzehen entfernen und das übrige Gemüse samt dem Brot mit dem Pürierstab zu einem feinen „Mus“ verarbeiten. Wasser hinzugeben, bis die Soße die gewünschte Konsistenz hat und nochmals mit Salz und Pfeffer und evtl. einem Schuss Bier abschmecken. Nochmals aufkochen lassen. Das Binden der Soße hat sich durch das Pürieren des Gemüses und der Zugabe von Brot erübrigt. Das Schäuferla, angerichtet auf einem Teller mit einer großen Portion Sauerkraut, einem oder auch zwei „Klößen“ und leckerer Soße. Was will man mehr. „An Gudn“, wie der Franke sagt und dazu ein kühles „Seidla Bier“. Persönlichkeiten aus dem Naturpark Das Kernland des Naturparks Fränkische Schweiz – Frankenjura liegt in Oberfranken. Oberfranken hat Köpfchen und das schon seit 1518, als Adam Riese aus Bad Staffelstein mit seinem 1. Rechenbuch dafür sorgte, dass das einfache Volk nicht über den Tisch gezogen wurde. Das Wiener Würstchen wurde nicht wie man meinen könnte in Wien erfunden, sondern von Johann Georg Lahner aus Gasseldorf bei Ebermannstadt. Und die heißgeliebte Jeans war die Idee von Levi Strauss aus Buttenheim zwischen Forchheim und Bamberg gelegen. Seit kurzem steht ein weiterer Oberfranken seinen Mann in der Bayerischen Staatsregierung. Thorsten Glauber, der neue Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz ist der 47jährige Sohn des ehemaligen Landrates und Vorstandes unseres Naturparkvereins aus Pinzberg bei Forchheim. Seit Mitte der 80er Jahre ist Heinz Gerhäuser mit seiner Forschergruppe fleißig am Tüfteln. Heinz Gerhäuser wurde am 24. Mai 1946 in München geboren und beginnt nach seinem Hauptschulabschluss Volksschulabschluss eine Lehre zum Elektromechaniker. Ein Ingenieurstudium am Ohm-Polytechnikum in Nürnberg 1973 schloss er sein Ingenieursstudiumerweiterte er an der Universität Erlangen, wo er 1973 als Diplom-Ingenieur abschloss und in Erlangen ab, wo er 1980 promovierte. Bereits in seiner Dissertation beschäftigte ihn die Idee der Entwicklung des MP3-Playersentwickelte er einen digitalen Signalprozessor, der eine Vorstufe für die späteren mp3-Player darstellte. 19763  erwarb er ein brachliegendes Grundstück bei Saugendorf, nähe Waischenfeld, und 1986 einen Bauplatz am Ortsrand, welches wo er später mit seiner Frau bebaute und heute noch lebt. Nach seiner Rückkehr aus den USA, wo er in einem Forschungslabor bei IBM tätig war, leitete er die neu geschaffene Kontaktstelle für Forschung und Technologietransfer an der Universität Erlangenin Erlangen. 1993 wurde er Mitglied der kollegialen Institutsleitung 8 wurde er Leiter des Frauenhofer- Instituts für integrierte Schaltungen IIS und 1998 alleiniger geschäftsführender Institutsleiter. , Ddas IIS ist heute das größte Fraunhofer-Institut Deutschlands. Kurz darauf1999  wurde er zum Universitätsprofessor und Lehrstuhlinhaber für Informationstechnik mit dem Schwerpunkt Kommunikationselektronik an der Universität Erlangen ernanntberufen. Um auch in seiner ländlich geprägten Wahlheimat die Telekommunikation zu fördern, gründete er 1994 den die „TeleService Fränkische Schweiz“ in Saugendorf. Heinz Gerhäuser und seine Mitarbeiter, habent nach 33 Jahrenjahrzehntelanger Forschungsarbeit mit seiner Forschungsgruppe die Musikindustrie revolutioniert und geltenilt als dieer Väater ders mp3MP3-PlayersAudiocodierung. Zudem hat er sich stark dafür eingesetzt, dass der ländliche Raum mit einem 7,5-Millionen-EuroProjekt gestärkt worden ist. Die heutige „ Denkwerkstatt“ , ein Fraunhofer-Forschungscampus, hat im Naturpark-Städtchen Waischenfeld Heimat gefunden. Oberfranken hat eben Köpfchen, gestern wie heute!   Das Porträt vom Naturpark Fränkische Schweiz - Frankenjura finden Sie auch im Naturparkmagazin des Verbands Deutscher Naturparke e.V.

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Jubiläumsabend mit Bildern und Musik

50  Jahre  Naturpark  Fränkische Schweiz – Frankenjura! Neukirchen/Königstein/Auerbach.(wsl) Der Naturpark Fränkische Schweiz - Veldensteiner Forst blickt im Jahr 2018 auf sein 50-jähriges Bestehen zurück. Dieser Naturraum zählt nicht nur zu den geologisch interessantesten und formschönsten Landschaften Bayerns, sondern er gehört mit 2300 Quadratkilometern zu den größten seiner Art in ganz Deutschland. Zwar erstreckt sich der Naturpark im Kern  auf die beiden Regierungsbezirke Ober- und Mittelfranken, doch im Osten schließt er auch den westlichen und nordwestlichen Landkreis Amberg-Sulzbach in der Oberpfalz mit ein. Aus Anlass dieses Geburtstages findet am Mittwoch, 28. November 2018, im ältesten Gasthaus von Neukirchen Engelhard („Ramm“) in der Holnsteiner Straße 1 (Nähe ev. Kirche) um 19 Uhr ein Jubiläumsabend mit Bildern und Musik statt. Gleichzeitig wird auch die neueste Ausgabe des Eisengaus, der heimatkundlichen Schriftenreihe des Landkreises vorgestellt. An die Bevölkerung ergeht herzliche Einladung. Geologisch und erdgeschichtlich gesehen bildet die westliche Oberpfalz – gemeinhin auch als Bayerischer oder Oberpfälzer Jura bekannt - mit dem Frankenjura eine Einheit. Im Gegensatz zum kristallinen Grundgebirge des Oberpfälzer und Bayerischen  Waldes sind die Jurakalke verkarstungsfähig – mit der Folge einer überaus abwechslungs- und formenreich gegliederten Landschaft. So bestimmen Tausende von Höhlen, Erdfälle, Wasserschlinger, tief eingeschnittene, felsbegrenzte, wasserführende, aber auch zahllose Trockentäler sowie  bizarre und himmelragende Felstürme sowie  grotesk geformte Dolomitkuppen  den Reiz und die Vielfalt einer grandiosen Natur. Zur Vielfalt der Natur kommt als weiteres Highlight eine herrliche und historisch gewachsene Kulturlandschaft mit zahlreichen  Burgen, geheimnisvollen Burgruinen, Mühlen sowie einer liebenswerten Brau- und Wirtshaustradtion hinzu. Immerhin weist die Fränkische Schweiz die größte Brauereidichte in Deutschland auf. Darunter befinden sich 69 familiengeführte Braustätten. Insgesamt leben 250000 Menschen in den 70 Gemeinden, acht Landkreisen und drei Regierungsbezirken, die gemeinsam den Naturpark zwischen  dem Kloster Banz im Nordwesten und der Osterhöhle bei Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg im Südosten bilden. Also alles in allem ein Naturpark, der mit einer reizvollen und vielfältigen  Landschaft auch ein attraktives Naherholungsgebiet und einen bedeutenden Lebensraum für die angrenzenden Ballungszonen Nürnberg/Fürth/ Erlangen/ Bamberg und Bayreuth, aber auch für die östlichen Randregionen wie Sulzbach-Rosenberg und Amberg darstellt.

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"Natur & Mensch" Ausstellungseröffnung

Tüchersfeld. Die Ausstellung „Natur und Mensch“ im Fränkische-Schweiz-Museum sollten Erwachsene mit ihren Kindern (oder Enkelkindern) besuchen. Die Kleinen werden ihren Spaß daran haben, die vielen interessanten Details in den Schaukästen zu entdecken. Die Ausstellung wurde vom Verein Naturpark, der in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag feiert, zusammengestellt. Geschäftsführer Wolfgang Geißner weist aber darauf hin, dass das Konzept von einem Team ausgearbeitet und dann auch umgesetzt worden sei. Er nennt an erster Stelle Heike Leon, die im Pottensteiner Ortsteil Siegmannsbrunn eine Grafik-Werkstatt betreibt. Museumsleiter Jens Kraus sagte mit Stolz, dass die Ausstellung in nur viereinhalb Tagen aufgebaut wurde. Wir haben teilweise bis 22.30 Uhr in der Nacht hier noch gewerkelt. Von Seiten des Museums habe der neue Mitarbeiter Fabian Wittenborn die Fäden in der Hand gehalten. „Schließlich musste ja erst die Ausstellung über den Dreißigjährigen Krieg abgebaut werden, bevor man an den Aufbau der neuen Schau gehen konnte.“ Die Mühe hat sich, das ergibt ein erster Blick, gelohnt. Die Fülle an Informationen, die hier in einem relativ kleinen Raum geboten werden, ist enorm: Sie decken die große Vielfalt der Pflanzen- und Tierwelt ab; zeigen die Ausrüstung von Kletterern und geben Informationen zum Thema Wandern. Jens Kraus sagte in diesem Zusammenhang: „Wir haben diese Ausstellung gewissermaßen für die Einheimischen konzipiert. Wenn man hier wohnt, sind einem die Schönheiten der Region gar nicht mehr bewusst. Die Menschen sollen erkennen, in welch herrlicher Landschaft sie leben.“ Hier können Kinder einem ausgestopften Greifvogel in die Augen sehen und sich selber testen, was sie über Fossilien wissen. Müd gewordene Besucher können es sich auf einer typischen Wanderbank gemütlich machen und dabei eine Baumwurzel betrachten, die in die Luft ragt. Die Gebilde waren früher das Erkennungszeichen des Naturparks. Der ehemalige Kreisbaumeister Kurt Wenninger soll die Idee dazu gehabt haben. Der Forchheimer Landrat Hermann Ulm formulierte es folgendermaßen: „Wir haben hier eine spannende Überblicksausstellung, die die vielen Facetten der Arbeit des Naturparks zeigt.“ Die Ausstellung kann im Anschluss an die Präsentation im Museum an interessierte Gemeinden, Schulen und andere Institutionen ausgeliehen werden. Gemäß der Worten des Geschäftsführers Wolfgang Geißner: „Die Leit‘ solln sehn, wie schee es bei uns is.“ Einige Ideen konnten aber nicht umgesetzt werden, berichtete der Vorsitzende des Naturparkvereins. Eigentlich war geplant, dass Kinder mit Kastanien Figuren basteln können. Doch durch die Trockenheit waren die Kastanien zu klein. Jens Kraus ergänzte, dass auch ein ausgestopftes männliches Wildschwein angedacht war. Doch dessen Ausmaße hätten den Platz noch knapper werden lassen. Landrat Ulm erläuterte weiter: Thematisch geht die Ausstellung zu Beginn auf die lange Gesichte des Naturparks ein. Nach diesem historischen Abriss geht es um die Natur der Region: „Solche eine Vielfalt an Lebensräumen wie hier findet man nur selten. Man nehme nur die typischen Magerrasen und die Wacholderheiden, die imposanten Felsen, die Hülen und die Streuobstwiesen. Zahlreiche Pflanzen kommen nur in unserer Gegend vor.“ Auch einige Tierarten konnten sich seit der letzten Eiszeit halten. Ulm nannte als Beispiel die Gebirgsschrecke im Raum Pottenstein. Im zweiten Teil der Ausstellung geht es um die Menschen, die hier leben. So wurde beispielsweise ein Schrank mit Bierkrügen von verschiedenen Brauereien der Region aufgestellt. Ausgeschenkt wird jedoch (leider) nichts. Das Wanderwegenetz umfasst mittlerweile etwa 5000 Kilometer. Ulm würdigte die unermüdliche Arbeit der ehrenamtlich tätigen Frauen und Männer der Wander- und Heimatvereine. In Tüchersfeld wurde ein Stab aufgestellt, an dem alte Wandertafeln, wie man sie heute nicht mehr vorfindet, angebracht wurden. Für die Kinder und Jugendlichen entwickelte Heike Leon anlässlich der Ausstellung extra „Juniorranger“. Die Figuren Max und Tine begleiten die jungen Besucher und vertiefen spielerisch und kindgerecht das eine oder andere Thema. Selbstverständlich gibt es auch eine Selfiestation mit Max und Tine. Jens Kraus betonte, dass die Ausstellung gezielt auf den Besuch von Schulklassen und Familien ausgelegt sei.   Von Klaus Altmann-Dangelat

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Steilaufstieg zum Feuerstein erhielt ein neues Gesicht

Der Bautrupp des Naturparks leistet ganze Arbeit Steilaufstieg zum Feuerstein erhielt ein neues Gesicht Der optimalen Zusammenarbeit zwischen der Stadt Ebermannstadt, deren Heimatverein und dem Naturpark Fränkische Schweiz – Frankenjura, ist es zu verdanken, dass der mühsame Aufstieg hoch zum Feuerstein eine neue Qualität erfährt. Davon überzeugten sich Landrat Dr. Hermann Ulm, Bürgermeisterin Christiane Meyer und FSV-Vorsitzender Dr. Hans Weisel. Dem Bautrupp des Naturparks ist es gelungen, den stark frequentierten markierten Hauptweg (Markierung „Kulturerlebnisweg“ und „Gelber Punkt“) in den steilsten Passagen durch den Einbau von 150 Eichen-Trittstufen und 75 Laufmeter Geländer zu sichern und die Sturzgefahr zu entschärfen. Laut Bautrupp-Vorarbeiter Manfred Späthling, sei gerade dieses Projekt besonders zeitaufwendig, da es sehr felsiges und zudem unwegsames Gelände ist. Auf über 70.000 € Gesamtkosten belaufen sich die Maßnahmen, die während diesen Jahres um Ebermannstadt für die Instandsetzung von Wanderwegen investiert werden. Neben dem Aufstieg von Ebermannstadt zum „Burgstall“-Parkplatz am Feuerstein sind dies der Stationsweg zur Kreuzwegkapelle Wohlmuthshüll, der Abstieg von Wolkenstein nach Urspring und der Naturlehrpfad am Schottenberg. Erneuert wurden Treppenanlagen in „Massivbauweise“ mit Vollholzschwellen aus dauerhaftem Eichenkernholz, Befestigungshölzer zur Sicherung der Wegtrasse im Steilhang sowie Geländersicherungen. Neben Eigenmitteln der Stadt Ebermannstadt, unterstützt durch Naturpark und Landkreis Forchheim, finanziert sich die Maßnahme über Zuschüsse des Freistaates Bayern im Rahmen des Naturparkprogramms (Landschaftspflege- und Naturpark-Richtlinien, kurz LNPR). Mit 10.000 € beteiligt sich die Ortsgruppe des Fränkische-Schweiz-Vereins. Landrat Dr. Hermann Ulm war sichtlich beeindruckt: „Ein erheblicher Aufwand, aber wir brauchen Wanderer und Touristen.“ Verkehrssichere Wanderwege sind eine unabdingbare Voraussetzung dafür. Mindestens 20 Jahre sollen die „Eiche-Massiv-Stufen“ halten, schätzt Naturpark-Geschäftsführer Wolfgang Geißner. Mit den Übernachtungszahlen im Jugendhaus Feuerstein und der in Landvolkshochschule sowie den vielen Ebermannstädter Schulklassen, die den Pfad benutzen, unterstrich Bürgermeisterin Christiane Meyer die Notwendigkeit der Investition und bedankte sich bei allen Beteiligten. 250 Kilometer Wanderwege betreut die Ortsgruppe Ebermannstadt im Fränkische-Schweiz-Verein und ist damit gut beschäftigt. FSV-Chef Dr. Hans Weisel feiert zu Jahresende seinen 80.sten Geburtstag, danach will er kürzen treten.    Text: Michaela Wölfel, Verein Naturpark

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Sonderausstellung unter dem Motto „Natur & Mensch“

Pottenstein. Der Naturpark Fränkische Schweiz - Frankenjura blickt im Jahr 2018 auf sein 50-jähriges Bestehen zurück. Der Naturpark gehört mit 2300 Quadratkilometern zu den größten seiner Art in ganz Deutschland. Er präsentiert sich ab Montag im Fränkische-Schweiz-Museum in Tüchersfeld mit einer Sonderausstellung unter dem Motto „Natur & Mensch“. Im Jubiläumsjahr gab es die größten Veränderungen seit langer Zeit. Bisher firmierte der Naturpark unter der geografischen Bezeichnung „Fränkische Schweiz - Veldensteiner Forst“. Denn ursprünglich beinhaltete das Naturparkgebiet lediglich den Veldensteiner Forst. Die Planungen reichten bis in die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg zurück. Ende 1966 hatte der Kreistag Pegnitz das Forstgebiet zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Eine treibende Kraft für das Projekt war der damalige Kreisbaumeister Kurt Wenninger. Schon damals bemühten sich Kommunen aus der Fränkischen Schweiz, in das Naturparkgebiet mit einbezogen zu werden. Dem erteilte Pegnitz 1968 aber eine Absage. In einem Schreiben an die Stadt Pottenstein hieß es: „Der Stand der allgemeinen Planungen und der sonstigen Vorhaben lässt zum jetzigen Zeitpunkt eine Einbeziehung der Fränkischen Schweiz nicht zu, wollte man nicht Gefahr laufen, die geleistete Arbeit und den zu erwartenden Erfolg beim Ausbau des Erholungsgebietes in Frage zu stellen.“ 50 Jahre später ist nun vom Veldensteiner Forst nicht mehr die Rede. Seltsam, wie sich manche Dinge entwickeln… Der Naturpark ist vor 50 Jahren am 27. Juli 1968 bei einer Sitzung im ehemaligen Landratsamt in Pegnitz offiziell aus der Taufe gehoben worden. Als Hauptaufgabe sah man damals die Erschließung der Wanderwege für die Erholungssuchenden an. Schon in dieser Zeit kamen viele Besucher auf der Autobahn aus dem Großraum Nürnberg. Deshalb sollten auch Parkplätze angelegt werden, „damit der Forstbetrieb nicht benachteiligt wird“, war 1968 im Kurier zu lesen. Denn an Wochenenden und in den Ferien sei das Forstgebiet oft „übervölkert“. 50 Jahre später wurde nun der Begriff Veldensteiner Forst durch Frankenjura ersetzt. Der Forchheimer Landrat Hermann Ulm argumentierte in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Naturparkvereins in der Mitgliederversammlung, dass sich viele Gemeinden vom Landkreis Lichtenfels bis ins Nürnberger Land weder in der bisherigen Bezeichnung „Fränkische Schweiz“ noch „Veldensteiner Forst“ wiederfinden. Der Bayreuther Landrat Hermann Hübner ergänzte, dass der Begriff „Veldensteiner Forst“ für die Außendarstellung des Naturparks schon immer „sperrig“ gewesen sei. Zum Naturpark gehören mittlerweile auch die jeweils nördlichen Landschaften der Hersbrucker Alb und des Oberpfälzer Jura. Daher sei die neue Bezeichnung des Naturparks mit dem zusätzlichen Markenbegriff „Frankenjura“ passender. Neben der Umbenennung des Naturparks „Fränkische Schweiz – Veldensteiner Forst“ in „Fränkische Schweiz – Frankenjura“ (wir berichteten) war die die Errichtung eines Naturpark-Informationszentrums in der Pottensteiner Magerscheune der zweite wichtige Beschluss für die künftige Neuausrichtung des 50 Jahre alten Naturparks. Es wurde auch beschlossen, dass die Geschäftsstelle personell erweitert wird. In der historischen Magerscheune befand sich in der Nazi-Zeit ein Außenlager des Konzentrationslagers Flossenbürg. In diesem Rahmen soll auch diesem Teil der Pottensteiner Stadtgeschichte gedacht werden. Die Magerscheune war ein Häftlingslager und Außenstelle des KZ Flossenbürg. Das Dachgeschoss ist noch im Zustand wie früher erhalten und zur Widmung als Dokumentationsstätte geplant. Im Erdgeschoss des Gebäudes wird der Naturpark zusammen mit der Stadt Pottenstein ein touristisches Infozentrum einrichten. Denn die städtische Tourist-Info, die sich bisher im Rathaus befindet, soll dann ebenfalls in die Magerscheune umziehen. Mit dem Umzug sei frühestens im Jahr 2020 zu rechnen, hieß es. Doch nicht genug der Neuerungen: Jeder bayerische Naturpark wird und zwei bis vier „Naturparkranger“ einstellen. Das Infozentrum in Muggendorf soll ausgebaut und erweitert werden. Zusammen mit dem Wirtschaftsband A9-Fränkische Schweiz bewirbt sich der Naturpark außerdem für die „Öko-Modellregion“ nach dem Landesprogramm „Bio-Regio Bayern 2020“. Das Jahr 2018 brachte im Januar auch das Ende der Waldschänke beim Wildgehege Hufeisen. Die ehemalige Gaststätte war im Oktober 1976 eröffnet worden. Das Gebäude spiegle die die Ideen (des kurz vorher verstorbenen) Kreisbaumeister Wenningers wider, so der damalige Vorsitzende, der Pottensteiner Bürgermeister Hans Körber. Denn die Fränkische Schweiz war mittlerweile doch in den Naturpark, der auch umbenannt wurde, integriert worden. Die Waldschänke war schon seit Jahren geschlossen, denn die Balken waren mit einem giftigen Holzschutzmittel belastet. Von Klaus Altmann-Dangelat

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Die ersten Naturparkranger nehmen die Arbeit auf

Huber: Naturoffensive stärkt Naturparke Naturpark Ammergauer Alpen stellt erste Ranger ein Pressemitteilung Nr. 170/18 vom 11.10.2018 Die Naturoffensive Bayern stärkt landesweit die Naturparke: Hierzu werden ab sofort 60 Naturpark-Ranger eingestellt, die sich um den Schutz der Natur kümmern, Informationsarbeit leisten sowie Ansprechpartner für Gäste und Einheimische rund um das Thema Naturpark sind. Außerdem werben sie für eine naturverträgliche Nutzung und Erholung in der Region und werden bei wissenschaftlichen Untersuchungen unterstützend tätig. Umweltminister Dr. Marcel Huber betonte dazu heute: "Naturparke sind Naturerlebnisregionen aller erster Güte. Sie sind ein wichtiger Pfeiler für die Bewahrung unserer Heimat. Sie machen die Natur in ihrer ganzen Vielfalt erlebbar. Um die Lebensqualität in Bayern auf Top-Niveau zu sichern, stärken wir auch unsere Naturparke. Bürgernahe Naturerlebnisangebote und eine enge Zusammenarbeit sind der Schlüssel für Erfolge in der Fläche. Insbesondere unsere Naturpark-Ranger sollen wichtige Mittler zwischen Mensch und Natur sein." Die ersten drei Ranger wurden aktuell im Naturpark Ammergauer Alpen eingestellt. Sie sollen dort unter anderem den Schutz sensibler Moorflächen mit besonders schützenswerten Pflanzen wie dem Karlszepter gewährleisten. Auch der Naturpark Spessart stellt ab November einen Ranger ein - weitere werden in den 19 Naturparken Bayerns folgen. Der Vorsitzende des Naturparkverbands Bayern, der Eichstätter Landrat Anton Knapp, freut sich über die Ranger: "Damit können wir die Naturparke für Einwohner und Besucher noch attraktiver machen und gleichzeitig Natur und Landschaft besser schützen. Das ist eine wichtige Stärkung unserer Arbeit." Naturparke sind großräumige Gebiete, die in der Regel mindestens 20.000 Hektar Fläche umfassen. Die Flächen sollen überwiegend als Landschaftsschutzgebiete oder Naturschutzgebiete geschützt sein und eignen sich wegen ihrer landschaftlichen Voraussetzungen besonders für eine naturverträgliche Erholung. Mit der Naturoffensive Bayern werden in allen Landesteilen das Naturerlebnis gestärkt, Artenreichtum und Lebensräume gefördert und die jeweiligen Besonderheiten der Region dargestellt. Weitere Informationen zur Naturoffensive Bayerns sind verfügbar unter https://www.stmuv.bayern.de/themen/naturschutz/naturoffensive/index.htm

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Rittersporn & Taubenschwänzchen

Biobauer Gerold Hörl ist ja Einiges gewöhnt in Sachen Artenvielfalt, aber so etwas hat er noch nicht erlebt: Nachdem er seinen Weizen gedroschen und das Stroh eingefahren hat, liegt über dem goldgelben Stoppelfeld ein blauer Schimmer. Das Feld ist übersät mit leuchtendblauen Blüten des Feldrittersporns. Gerade mal 15 bis 30 cm hoch stehen Millionen zarter Pflänzchen zwischen den Stoppeln. Viele Insekten fliegen von Blüte zu Blüte. Besonders auffällig sind die Taubenschwänzchen - Schmetterlinge, die im Flug wie Kolibris vor den blauen Blüten schweben. Mit ihrem langen Saugrüssel gelangen sie an den tief in den Blütenspornen verborgenen Nektar. Auch viele Hummeln sind zu sehen, die diese Nektarquelle nutzen. Gerold Hörl hat den Eindruck, dass sich die Ackerwildkräuter in den 17 Jahren, die er ökologisch ackert, stetig vermehrt haben. Für die extreme Ausbreitung der blauen Blume hat er keine Erklärung: „Keine Ahnung warum der Rittersporn heuer so stark vertreten ist. Gestriegelt habe ich im Frühjahr kräftig. Das scheint ihn nicht zu hindern.“ Normalerweise hätte er das Feld längst umgeackert. Seit Ende Juli freut er sich schon am Anblick des blühenden Rittersporns. „Eigentlich viel zu schade für die Stoppelbearbeitung.“ meint er, „Aber jetzt wird`s wirklich Zeit. Da sind heuer auch Disteln auf dem Acker. Die müssen zügig umgeackert werden, damit sie keine Kräfte sammeln können. Dann säe ich hier Kleegras, damit kann ich die Disteln gut zurückdrängen.“ Als Biobauer verzichtet Gerold Hörl auf Herbizide, bekämpft Beikräuter nur mechanisch und über eine angepasste Fruchtfolge. Nährstoffe bringt er mittlerweile nur noch durch Kleegras- und Ackerbohnen-Anbau auf seine Äcker. Seine Äcker wurden 2016 beim Ackerwildkraut-Wettbewerb der Oberpfalz ausgezeichnet wegen ihres außergewöhnlichen Reichtums an seltenen Arten.   Info Der Feld-Rittersporn steht in Deutschland steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten (RL 3). Das einjährige Ackerwildkraut wächst typischerweise auf kalkreichen Äckern zwischen Wintergetreide. Überleben kann die Art nur, wenn keine Herbizide ausgebracht werden. Hat der Bauer den Feld-Rittersporn erstmal auf seinem Acker, kann er ihn fördern, indem er das Stoppelfeld etwas länger liegen lässt, bevor er mit der Bodenbearbeitung für die nächste Saat beginnt. So können die Pflanzen noch zahlreiche Samen ausstreuen. Wer den Feld-Rittersporn fördert, darf damit rechnen, dass sich weitere seltene Ackerwildkräuter ansiedeln, die ähnliche Ansprüche haben. Die meisten von ihnen sind so klein, dass sie keine Konkurrenz für die Getreidepflanzen sind. Davon profitieren auch zahlreiche Insektenarten.   Kontakt & Quelle Barbara Ströll - Projektmanagement Öko-Modellregion Amberg-Sulzbach/ AmbergLandschaftspflegeverband Amberg-Sulzbach e.V.Schlossgraben 3, 92224 AmbergTel.: 09621 / 39-238   Fax.: 09621 / 37 605 950E-Mail: Oekomodellregion(at)lpv-amberg-sulzbach.dewww.oekomodellregionen.bayern

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„Wartburger Programm – Naturparke 2030“

„Wartburger Programm – Naturparke 2030“ - Leitlinien für die Arbeit der Naturparke in Deutschland  Auf dem Deutschen Naturpark-Tag 2018 in Eisenach haben über 100 Vertreter*innen aus 65 deutschen Naturparken die Leitlinie „Aufgaben und Ziele“ für die Naturparkarbeit bis zum Jahr 2030 sowie Forderungen an die Politik zur Unterstützung der Arbeit der Naturparke beschlossen. Bonn/Eisenach, 18. September 2018 – Auf dem Deutschen Naturpark-Tag 2018 in Eisenach haben über 100 Vertreter*innen aus 65 deutschen Naturparken die Leitlinie „Aufgaben und Ziele“ für die Naturparkarbeit bis zum Jahr 2030 sowie Forderungen an die Politik zur Unterstützung der Arbeit der Naturparke beschlossen. Als Großschutzgebiete stehen Naturparke angesichts des rasanten Artensterbens z. B. bei Tagfaltern, Wildbienen und Wiesenvögeln oder auch im Hinblick auf den Klimawandel vor großen Herausforderungen. Die fachliche Leitlinie „Aufgaben und Zielen der Naturparke“ sowie das politische „Wartburger Programm – Naturparke 2030“ zeigen den Weg, wie die Naturparke diesen Herausforderungen gerecht werden können. Die Naturparke Deutschlands wollen bis 2030 als Modellregionen für nachhaltige Entwicklung ihre Leistungen für Mensch, Natur und Gesellschaft weiter ausbauen. Das „Wartburger Programm“ fasst die Ziele der Naturparkentwicklung bis 2030 zusammen. Es macht deutlich, wie Kommunen, Bundesländer und die Bundesregierung Naturparke gezielt stärken können, damit sie ihr volles Potenzial für den Erhalt der biologischen Vielfalt, den Schutz des Klimas und die Stärkung der ländlichen Räume entfalten können. Naturparke können auf diese Weise im Netzwerk mit Kommunen und Akteuren im ländlichen Raum zu Motoren einer sozial, ökologisch und ökonomisch nachhaltigen Gesellschaft und Lebensweise werden, die die Bevölkerung aktiv in die Entwicklung ihrer Heimatregion einbezieht und sie für ein Engagement zur Nachhaltigkeit gewinnt. Daher haben die neuen „Aufgaben und Ziele“ und das „Wartburger Programm“ eine zukunftsweisende Bedeutung sowohl für die Naturparke als auch für Erhalt der biologischen Vielfalt, den Schutz des Klimas und die Stärkung der ländlichen Räume. Das „Wartburger Programm“ können Sie herunterladen unter www.naturparke.de/naturparke/leitbild Weitere Informationen zum VDN und zu den Naturparken in Deutschland finden Sie unter www.naturparke.de

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Sogar der Schlick der Kammerweiher bei Michelfeld...

MICHELFELD - Die Kammerweiher in der Pegnitzaue nahe Michelfeld sind eines der bedeutendsten Biotope der gesamten Region. Vor rund 40 Jahren waren sie durch den Auerbacher Bergbau bedroht, aktuell setzt ihnen die lang anhaltende Dürre extrem zu. Weite Teile drohen zu verlanden. Der Wasserspiegel ist vor allem im Unteren Kammerweiher bei Michelfeld massiv gesunken. Auf der Hälfte der Fläche ist nur noch Schlick zu sehen, der zusehends austrocknet. © Richard Reinl Naturliebhaber und Vogelbeobachter schätzen diesen Rückzugsort für seltene Tiere nicht nur wegen seiner Ruhe, die nur durch die vorbeirauschenden Züge gestört wird, sondern vor allem wegen seiner Artenvielfalt, sind doch dort bei entsprechender Geduld neben Enten und Gänsen nicht selten sogar Fisch- oder Seeadler zu sehen, wie ein entsprechendes Notizbuch auf der vom Bund Naturschutz errichteten Aussichtskanzel dokumentiert. Probleme mit dem Wasserstand hat es dort schon öfter gegeben. Die Benediktiner aus dem Kloster Michelfeld, die die Himmelsweiher zur Fischzucht nutzten, zogen deswegen dereinst sogar einen Bewässerungsgraben von der unmittelbar vorbeifließenden Pegnitz herüber. Als später die Stadt Nürnberg das Areal übernahm, stand vor allem in den 50er und 70er Jahren die ausreichende Bespannung der Wasserflächen in der öffentlichen Diskussion. So auch, als das Auerbacher Bergwerk in seiner Endphase den Kammerweihern buchstäblich das Wasser abgrub. Damals wurde für viel Geld sogar eine Pumpstation errichtet, die allerdings aus wasserrechtlichen Gründen nie in Betrieb gehen durfte. Der aufmerksame Wanderer kann sie noch heute bewundern, eingewachsen zwischen meterhohen Brennnesseln. Warum setzt man sie heute angesichts der neuerlichen Probleme nicht in Gang, könnte man fragen. Doch die Antwort gibt ein Blick in das Pegnitzbett, in dem der Wasserspiegel, ebenso wie in den Weihern, um rund 40 Zentimeter gesunken ist, so dass das Wurzelwerk der Bäume und der Uferbepflanzung schon trocken liegt. Ein Blick auf die Statistik des Landesamts für Umwelt beweist es, haben sich doch die Abflusswerte am Pegel Michelfeld gegenüber dem Vorjahr auf aktuell 0,13 Kubikmeter/Sekunden in etwa halbiert. Die Kammerweiher, die seit 1998 unter Naturschutz stehen und seit dem Jahr 2000 zusätzlich als Flora-Fauna-Habitat-Schutzgebiet (FFH) ausgewiesen sind, liegen in einem hochsensiblem Bereich der Veldensteiner Mulde, aus dem unter anderem die Stadt Nürnberg einen beträchtlichen Anteil ihrer Trinkwasserversorgung bezieht. In einer 45 Kilometer langen Fernleitung fließen seit über 100 Jahren rund 40 Prozent des benötigten Bedarfs in freiem Fall und ohne jegliche Pumpleistung in die Noris. Die rund 40 Jahre alte Pumpstation, die nie in Betrieb gehen durfte, steht — dicht eingewachsen — immer noch am Rand der Kammerweiher. Die noch durch die Grube Leonie in Auerbach bedingte Wassernot am insgesamt 21 Hektar großen Oberen und Unteren Kammerweiher war vor rund 40 Jahren ausschlaggebend, dass der Bund Naturschutz den wertvollen Lebensraumkomplex gepachtet hat und ihn bis heute betreut, ausschließlich unter den Gesichtspunkten des Arten- und des Naturschutzes. Die BN-Verantwortlichen erinnern sich: "Die Betreuung begann mit einer Katastrophe: Beide Weiher fielen trocken; Fische, Wasserinsekten und Muscheln verendeten. Grund für den Wasserverlust war der Bergbau. In der Erzgrube Leonie fünf Kilometer weiter wurde das ständig eindringende Grubenwasser abgepumpt. Dadurch sank der Grundwasserspiegel in der gesamten Region; durch den klüftigen Karst verschwand auch das Wasser der Kammerweiher." Weil damals das plötzliche Ende des Eisenerzabbaus in Auerbach noch nicht absehbar war, sahen die Naturschützer einen Ausweg aus der Wassernot nur über den Bau einer Pumpstation, die Wasser aus der Pegnitz in die Weiher umleiten sollte. Doch als die Anlage fertiggestellt war, untersagte das Wasserwirtschaftsamt die Inbetriebnahme. 16 gefährdete VogelartenHilfe kam schließlich unerwartet von wirtschaftlicher Seite: Als der Erzabbau 1987 eingestellt wurde, füllten sich die Weiher wieder; die Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen konnten beginnen. Das massiv gestörte ökologische Gleichgewicht stellte sich wieder ein. Heute sind dort über 60 Vogelarten zu bewundern, darunter 16 gefährdete Arten der Roten Liste. Selbst Fisch- und Seeadler kommen mitunter auf Nahrungssuche vorbei. Zu den Enten, Haubentauchern, Blässhühnern oder Eisvögeln gesellen sich aber regelmäßig auch Zugvögel, die die großen Wasserflächen auf ihrer langen Reise als willkommene Rast- und Nahrungsplätze schätzen. Sieben verschiedene Amphibienarten, Ringelnattern und 25 Libellenvarianten runden das Angebot ab. Seltene TiereWer in diesen Tagen allerdings den Beobachtungsturm besteigt, der sieht nicht nur seltenes Getier, sondern auch einen um rund 40 Zentimeter gesunkenen Wasserspiegel. Während der Obere Kammerweiher noch nahezu durchgehend bespannt ist, von einigen aperen Stellen abgesehen, ist die Wasserfläche am Unteren Weiher durch die lang anhaltende Dürre und den fehlenden Niederschlag inzwischen in etwa halbiert. Große Schlickbereiche sind unübersehbar und selbst die sind an einigen Stellen schon so trocken, dass sich Risse bilden. Umso üppiger sprießt in den Uferbereichen die Vegetation, wobei sich neben Hopfen vor allem die Brennnessel mannshoch hier breit macht. Naturfreunde, die in großer Zahl zu Fuß oder mit dem Fahrrad die Runde machen, sehen das alles mit einer gewissen Besorgnis. Helfen kann diesmal aber wohl nur einer: Petrus muss es wieder einmal regnen lassen und zwar ausgiebig. – RICHARD REINL –  Quelle: nordbayern.de (http://www.nordbayern.de/region/pegnitz/sogar-der-schlick-der-kammerweiher-bei-michelfeld-trocknet-1.7976611)

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Magerscheune soll Naturparkinformationszentrum...

Neben der Umbenennung des Naturparks „Fränkische Schweiz – Veldensteiner Forst“ in „Fränkische Schweiz – Frankenjura“ (wir berichteten) war die die Errichtung eines Naturparkinformationszentrums in der Pottensteiner Magerscheune der zweite wichtige Tagesordnungspunkt für die künftige Neuausrichtung des 50 Jahre alten Naturparks. Die 50 erschienen Mitglieder des Naturparkvereins segneten bei der Mitgliederversammlung im Hotel Heiligenstädter Hof auch diesen Vorschlag des Vorstands einstimmig ab. Wie der Pottensteiner Bürgermeister Stefan Frühbeißer (CWU/UWV) dazu erklärte, brauche er eine Absichtserklärung des Naturparkvereins zum Umzug der Geschäftsstelle vom Pottensteiner Rathaus in die historische Magerscheune. Denn noch heuer werden die Planungen für die künftige Nutzung der Magerscheune, in der sich eins das KZ-Außenlager des Konzentrationslagers Flossenbürg befand, mit einem Architektenwettbewerb beginnen. Angedacht ist dabei das im Erdgeschoss der Magerscheune der Naturpark zusammen mit der Stadt Pottenstein ein touristisches Infozentrum betreibt. Die städtische Tourist-Info, die sich bisher im Rathaus befindet, soll dann ebenfalls in die Magerscheune als zentraler Anlaufpunkt in Pottenstein umziehen. Im Rathaus wird es für Naturparkgeschäftsführer Wolfgang Geißner in seinem kleinen Büro ohnehin bald zu eng werden. Denn momentan läuft eine Stellenausschreibung für eine Halbtagsstelle zur Assistenz der Geschäftsleitung des Naturparks. Derzeit werden gerade die eingegangen Bewerbungen für diese Stelle gesichtet. Wie Frühbeißer weiter betonte, werde es für den Naturparkverein nicht teurer wenn die Geschäftsstelle in die Magerscheune umzieht. Und für ein Naturparkinfozentrum in der Magerscheune winken sogar staatliche Zuschüsse. Denn wie Andreas Niedling von der oberen Naturschutzbehörde der Regierung von Oberfranken sagte, gehe dies aus der Regierungserklärung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hervor. Demnach soll jeder bayerische Naturpark ein Naturparkzentrum und zwei bis vier Naturparkranger bekommen. Das bereits bestehende Naturparkinformationszentrum im Muggendorfer Bahnhof tangiert dies nicht. Im Gegenteil, denn das Infozentrum in Muggendorf soll sogar noch ausgebaut und erweitert werden. Laut Geißner hat es ja auch andere Schwerpunkte. Nämlich Höhle und Karst und die Dampfeisenbahn. Welchen Schwerpunkt ein Naturparkinfozentrum in Pottenstein einmal bekommen wird, darüber muss man sich allerdings noch Gedanken machen. Zeit dafür hat man jedenfalls bis mindestens 2020, denn eher wird es nicht fertig sein. Eher später, so Frühbeißer. Machte man sich vor ein paar Jahren noch Gedanken wie es mit dem Naturpark überhaupt weitergehen kann, steht der Verein vor allem finanziell heute wesentlich besser da. So wurde die Verwaltungskostenpauschale, die der Naturparkverein als Förderung vom Freistaat bekommt, im letzten Jahr von 20.000 Euro auf 80.000 Euro erhöht. Die Zahlung der Verwaltungspauschale ist jedenfalls bis 2021 gesichert und Niedling geht davon aus, dass es auch danach weitergeht. Für den Forchheimer Landrat und „Naturparkchef“ Hermann Ulm (CSU) waren dies alles sehr erfreuliche Informationen. „Wir haben nun ein ganz anderes Fundament mit dem wir arbeiten können“, so Ulm der auch zweiter Vorsitzender des neu gegründeten Naturparkdachverbands Bayern mit Sitz im oberbayerischen Eichstätt ist. Finanziell steht der Verein gesund da konnte letztes Jahr ein Überschuss von knapp 44.000 Euro erwirtschaftet werden der der Rücklage zugeführt wird. Ein einmaliger Kostenfaktor in diesem Jahr ist noch der bereits erfolgte Abriss der Waldschänke im Veledensteiner Forst. Dafür sind heuer noch 45.500 Euro eingeplant, allerdings gibt es dafür auch 35.500 Euro Fördergelder. Wie Geißner betonte ist der Verein gut aufgestellt. Er rechnet heuer mit Einnahmen in Höhe von rund 490.000 Euro, denen rund 465.000 Euro an Ausgaben gegenüberstehen. Für das Naturparkprogramm 2018/2019 haben bisher 18 Mitgliedsgemeinden Projekte von der Biotoppflege über die Besucherlenkung, die Errichtung von Erlebnispfaden und deren Instandsetzung bis hin zur Ausstattung und Neubeschilderung von Wanderwegen angemeldet. Im letzten Jahr konnten knapp über 200.000 Euro an Fördermitteln für Projekte mit Gesamtkosten von über 400.000 Euro in 22 Gemeinden aus sechs Landkreisen erreicht werden. Für das Jubiläumsjahr ist vom 15. Oktober bis 11. November im Fränkische Schweiz Museum eine Sonderausstellung unter dem Motto „Mensch und Natur – 50 Jahre Naturpark Fränkische Schweiz – Frankenjura“ geplant. Außerdem soll eine Jubiläums-Erlebnis-Karte „50 Jahre Naturpark 2018“ herausgegeben werden in der die Hauptwanderwege und Naturerlebnispfade ebenso kartiert sind wie die Natura-2000-Gebiete im gesamten Naturpark. Für alle Mitglieder und Freunde des Naturparks ist zum Abschluss des Jubiläumsjahres im Oktober oder November im Gasthof Goldener Stern in Muggendorf eine Sonderveranstaltung geplant. Zusammen mit dem Wirtschaftsband A9 – Fränkische Schweiz bewirbt sich der Naturpark außerdem für die „Öko-Modellregion“ nach dem Landesprogramm „Bio-Regio Bayern 2020“. tw – Heiligenstadt, Thomas Weichert – 

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Naturpark jetzt mit neuem Namen  

Ganz genau seit 50 Jahren gibt es den Naturpark „Fränkische Schweiz – Veldensteiner Forst“ schon. Nun wird man sich an einen neuen Namen gewöhnen müssen. Denn bei der Mitgliederversammlung des Naturparkvereins im Hotel Heiligenstädter folgten die anwesenden Mitglieder einstimmig dem Vorschlag des Vorstands den flächenmäßig zweitgrößten bayerischen Naturpark in „Naturpark Fränkische Schweiz – Frankenjura“ umzubenennen. Die Überlegung einer Namensänderung ist nicht neu. Wie der Forchheimer Landrat Hermann Ulm (CSU) in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Naturparkvereins erklärte sei es im Jubiläumsjahr nun Zeit endlich Nägel mit Köpfen zu machen um dem Naturpark einen passenderen Namen zu geben. Denn vor allem Gemeinden vom Landkreis Lichtenfels bis ins Nürnberger Land könnten sich weder in der bisherigen Bezeichnung „Fränkische Schweiz“ noch „Veldensteiner Forst“ wiederfinden. Ulms Bayreuther Amtskollege Hermann Hübner betonte als zweiter Vorsitzender das der Begriff „Veldensteiner Forst“ für die Außendarstellung des Naturparks schon immer „sperrig“ gewesen sei. In dem neuen Namen „Frankenjura“ sollen sich laut Hübner nun auch die Mitgliedskommunen von Lichtenfels bis ins Nürnberger Land wiederfinden. Auch wenn etwas Abschiedsschmerz von der Bezeichnung „Veldensteiner Forst“ aufkommt, so sei es zum 50-jährigen Jubiläum ein gutes Zeichen das der Naturpark lebendig ist, betonte Hübner. Zum Naturpark gehören heute aber auch die jeweils nördlichen Landschaften der Hersbrucker Alb und des Oberpfälzer Jura. Daher sei die neue Bezeichnung des Naturparks mit dem zusätzlichen Markenbegriff „Frankenjura“ passender. Für Naturparkgeschäftsführer Wolfgang Geißner kommt in seiner Geschäftsstelle im Pottensteiner Rathaus nun jede Menge Arbeit zu. So müssen nicht nur die Briefköpfe geändert werden sondern auch der Internetauftritt. Und an den Außengrenzen des 2346 Quadratkilometer Naturparks können nun laut Ulm auch neue Begrüßungsschilder aufgestellt werden. Ein ausführlicher Bericht über die Mitgliederversammlung folgt. tw – Heiligenstadt, Thomas Weichert –  von links nach rechts: Naturpark-Geschäftsführer Wolfgang Geißner, der 1. Vorsitzende des Naturparks, Landrat Dr. Hermann Ulm, Landkreis Forchheim, der Stellvertretende Vorsitzende, Landrat Hermann Hübner, Landkreis Bayreuth, und der gastgebende Bürgermeister Helmut Krämer, Markt Heiligenstadt in Oberfranken

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BayernTourNatur in Pottenstein

Pottenstein – Seit 2001 lädt das Bayerische Umweltministerium alljährlich Naturführer aus Vereinen, Verbänden, Bildungseinrichtungen, Behörden und Kommunen dazu ein, den Menschen die heimische Naturvielfalt auf spielerische und erlebnisreiche Weise näher zu bringen. Eine dieser Veranstaltungen fand auch in Pottenstein/Oberfranken statt, wo der Magerrasen an den steilen Hängen den Lebensraum für die „Gewöhnlichen Gebirgsschrecke“, einer vom Aussterben bedrohten Heuschreckenart ist. Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz dankte zu Beginn der Exkursion als Repräsentantin der einladenden Regierung von Oberfranken alle, die das Projekt Magerrasen und den damit verbundenen Lebensraum unterstützen. Dazu zählt allen voran die Bergwacht Pottenstein mit ihrem Koordinator Josef Leikauf. Sie führt in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Bayreuth, dem Landschaftspflegeverband Fränkische Schweiz Rotmaintal und dem Naturpark Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst die notwendigen Entbuschungen durch. Für die Offenhaltung des Magerrasens sorgt Schäfer Konrad Stiller mit seiner Schafherde. Fachlich begleiten das Projekt die Biologen Dr. Claudia und Dr. Andreas Hemp. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die Kooperationsbereitschaft der Stadt Pottenstein als Veranstalterin des alljährlichen Lichterfests. Die Feuer im Januar am Bergwachthang werden so platziert, dass sie die identifizierten Lebensräume der Gebirgsschrecke nicht zerstören. Die hier abgelegten Eier sichern den Bestand der Gebirgsschrecke. Die Legeplätze sind mittlerweile kartiert und zwei Jahre nicht als Feuerstellen nutzbar. Nach der Einleitung durch die Regierungspräsidentin machte sich die etwa 20köpfige Gruppe mit Vertretern unter anderen aus Regierung, Landratsamt Bayreuth, Gemeinde Pottenstein und vielen weiteren Verbänden und Naturfreunden auf den Weg hinauf zum Haus der Bergwacht. Auf dem steilen, schmalen Pfad am Südhang, der sogenannten Prüllsleithe oder Bergwachtsleithe, finden sich Informationstafeln. Sie sollen auf die seltenen Pflanzen und Tiere hinweisen, wie Bürgermeister Stefan Frühbeißer aus Pottenstein erläuterte, und so den vielen Touristen ein gewisser naturnaher Wegweiser sein. Claudia und Andreas Hemp verwiesen auf die Bedeutung der Magerrasen auf den relativ kahlen Hängen. Sie lassen Sonne und Licht zu, wichtig für die Brut der Gebirgsschrecken und vieler Kleinstlebewesen. Die Bewirtschaftung hat sich seit Ende des 19. Jahrhunderts entschieden verändert. Früher nutzte man die Hänge für Viehfutter oder Gewürzpflanzen. Sie hatten auch eine pharmakologische Bedeutung. Durch eine starke Intensivierung der Landwirtschaft verschwanden mehr und mehr viele der kahlen Flächen. Insgesamt zeigen sich die Biologen aber immer noch fasziniert von der Vielfalt der Tier und Pflanzenwelt vor Ort. Wolfgang Geißner, Geschäftsführer des Naturpark Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst weist auf die große Artenvielfalt seiner Region hin. Es gelte, diese Naturschätze auch zu zeigen. Er sieht die Region auf gutem Weg in der Kombination von Naturschutz und nachhaltigem Tourismus. „Wir haben hier unterschiedliche Interessen auf kleinstem Raum, die in Einklang zu bringen nicht leicht ist“, meinte Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz zum Schluss. Es gilt, die Bevölkerung heranzuführen. Dabei erzeugten Verbote eher Widerstand. Bürgermeister Frühbeißer informierte über die Absicht der Gemeinde, zeitgeschichtliche Dokumentation, die Touristinfo und den Naturpark unter einem Dach zu vereinen. Damit will man einen idealen Ausgangspunkt für Touristen schaffen. Mit rund 8000 Veranstaltungen in diesem Jahr von April bis Oktober wird in ganz Bayern ein reichhaltiges Programm zum Erleben der Natur geboten. Interessierte sind zu Exkursionen, Radtouren und Themenwanderungen eingeladen. Mit einem herrlichen Blick über Pottenstein am Ziel, einem Juwel der Fränkischen Schweiz, endete die Führung. Fotos & Text: Franz GalsterOrt: Pottenstein Seidmar 1391359 LeutenbachTel. 09197 1094Mobil: 01575 433 0808E-Mail: franz.galster@t-online.de

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50 Jahre Naturpark - Dokumente einer Bilderbuchlandschaft

50 Jahre Naturpark Fränkische Schweiz - Veldensteiner Forst / Dokumente einer Bilderbuchlandschaft Ein Bericht von Walter Schraml   Der Naturpark Fränkische Schweiz - Veldensteiner Forst kann im Jahr 2018 auf sein 50-jähriges Bestehen zurückblicken. Der Naturraum zählt nicht nur zu den geologisch interessantesten und formschönsten Landschaften Bayerns, sondern er gehört mit 2300 Quadratkilometern zu den größten seiner Art in ganz Deutschland. Zwar erstreckt sich der Naturpark im Kern auf die beiden Regierungsbezirke Ober- und Mittelfranken, doch im Osten schließt er den westlichen und nordwestlichen Landkreis Amberg-Sulzbach in der Oberpfalz mit ein. Geologisch und erdgeschichtlich gesehen bildet die westliche Oberpfalz – gemeinhin auch als Bayerischer oder Oberpfälzer Jura bekannt - mit dem Frankenjura eine Einheit. Im Gegensatz zum kristallinen Grundgebirge des Oberpfälzer und Bayerischen  Waldes sind die Jurakalke verkarstungsfähig – mit der Folge einer überaus abwechslungs- und formenreich gegliederten Landschaft. So bestimmen Tausende von Höhlen, Erdfälle, Wasserschlinger, tief eingeschnittene, felsbegrenzte, wasserführende, aber auch zahllose Trockentäler sowie bizarre und himmelragende Felstürme sowie grotesk geformte Dolomitkuppen den Reiz und die Vielfalt einer grandiosen Natur. Ein  weiteres typisches Kennzeichen ist der frappierende Mangel an Quellen und Fließgewässern, also die durch den Karst bedingte Wasserarmut. Das zerklüftete Kalk- oder Karbonatgestein nimmt zwar große Mengen von Oberflächen- und Regenwasser auf, lässt es jedoch in tiefgründigen und geheimnisvollen Kanälen verschwinden. Nach einer mehr oder weniger langen Reise durch ein verzweigtes unterirdisches Labyrinth tritt es oft unvermutet in einem tiefer gelegenen Quellhorizont wieder zu Tage. Zur Vielfalt der Natur kommt als weiteres Highlight eine herrliche und historisch gewachsene Kulturlandschaft mit zahlreichen Burgen, geheimnisvollen Burgruinen, Mühlen sowie einer liebenswerten Brau- und Wirtshaustradtion hinzu. Immerhin weist die Fränkische Schweiz die größte Brauereidichte in Deutschland auf. Darunter befinden sich 69 familiengeführte Braustätten. Wenn man der Frage nach dem Wesen eines Naturparks nachgeht, so ergibt sich zwangsläufig die Abgrenzung zum Begriff Nationalpark. Während dieser einem strengen gesetzlichen Schutz mit weitgehenden Nutzungsverboten und Beschränkungen unterliegt (z.B. die Nationalparke Bayer. Wald, Berchtesgaden oder Wattenmeer), werden Naturparke als großflächige Landschaften von besonderer Eigenart und Schönheit zwar mit oberster Priorität geschützt und gepflegt, jedoch nicht wie ein Naturkundemuseum konserviert und sich selbst überlassen. Auch die wirtschaftliche Nutzung und die Vermarktung regionaler Produkte sind beim Naturpark keinesfalls ausgeschlossen. Des Weiteren werden eine landschaftsbezogene Erholung sowie ein umwelt- und sozialverträglicher Tourismus gefördert und gesichert. Dies gilt auch für den Naturpark Fränkische Schweiz - Veldensteiner Forst. Wo man sich seit Anbeginn in ausgewogener Weise um die Pflege von Natur und Landschaft einerseits und um die wirtschaftliche Nutzung und Erholungsvorsorge für die Menschen andererseits bemüht. Ein Kompromiss, mit dem die Menschen in diesem herrlichen Naturraum gut leben können.  Träger des Naturparks ist der in Pottenstein/Ofr. ansässige Naturparkverein, der im Zusammenhang mit dem 1968 neu konzipierten  Naturreservat „Veldensteiner Forst“, einem 5500 Hektar großen Staatswaldrevier beiderseits des Oberlaufs der Pegnitz ins Leben gerufen wurde. Doch schon bald nach der Gründung wurden Stimmen laut, diesen relativ kleinen Naturpark um die nahegelegene, landschaftlich pittoreske Fränkische Schweiz zu erweitern, was denn auch 1972 geschah. Gleichzeitig wurden auch - wie oben erwähnt - der Oberpfälzer Jura zwischen Auerbach und Sulzbach-Rosenberg, die Hersbrucker Schweiz und 1975 das Obere Maintal bei Lichtenfels in den Park integriert. Seither zählt der einzigartige nordbayerische Naturraum mit dem Doppelnamen „Fränkische Schweiz - Veldensteiner Forst“ zu den bekanntesten und größten Schutzgebieten in Deutschland überhaupt. Insgesamt leben 250000 Menschen in den 70 Gemeinden, acht Landkreisen und drei Regierungsbezirken, die gemeinsam den Naturpark zwischen dem Kloster Banz im Nordwesten und der Osterhöhle bei Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg im Südosten bilden. Also alles in allem ein Naturpark, der mit seiner äußerst vielfältigen Landschaft auch ein attraktives Naherholungsgebiet und einen bedeutenden Lebensraum für die angrenzenden Ballungszonen Nürnberg/Fürth/Erlangen, Bamberg und Bayreuth, aber auch für die östlichen Randregionen wie Sulzbach-Rosenberg und Amberg darstellt. Ein Juwel dieser reizvollen, kuppenreichen und von tiefen Tälern zerfurchten Juralandschaft stellen auch die mehr oder weniger versteckt und oftmals isoliert liegenden Felstore oder Naturbrücken dar, die Wanderer und Naturfreunde ins Staunen versetzen. Zwar nehmen sich die heimischen Felstore von den Dimensionen her im Vergleich zu den riesigen Naturbögen in den USA oder in Australien bescheiden aus, doch ein Highlight in der Juralandschaft des Naturparks sind sie allemal. Die größte mitteleuropäische Felsbrücke mit einer Spannweite von 27 m, das Prebischtor (Pravcická brána), findet sich im tschechischen Teil des Elbsandsteingebirges. Die Naturbrücken oder Felsbögen im Karst sind Überbleibsel von Höhlen, mit anderen Worten, sie stellen Höhlenruinen dar. Die ursprünglich ein- oder beidseitig vorhandenen Höhlengänge oder gar Höhlensysteme sind der mechanischen und chemischen Abtragung zum Opfer gefallen und eingestürzt. Als letzte Fragmente von Höhlen stehen sie oftmals als überdimensionale natürliche Portale solitär in der Landschaft und erinnern kaum noch an ihre „dunkle“ Vergangenheit. Felstore, Felsbrücken gehören ebenso wie die Lochsteine streng genommen zu den Durchgangshöhlen mit einer sehr geringen Längendistanz. Weithin bekannt sind die Wahrzeichen einmal des Veldensteiner Forsts, der große Lochstein nordwestlich von Auerbach, und zum anderen die Versturzhöhle Riesenburg im Wiesenttal in der Fränkischen Schweiz. Wissenschaftlich werden die Naturbrücken, Felstore und Lochsteine wie Karsthöhlen erfasst und kartiert. Nachstehend eine aus Platzgründen begrenzte Auswahl von Felsbögen / Durchgangshöhlen aus dem Gesamtraum des Naturparks (alle Fotos: Walter Schraml):   Noris-Törle bei Hegendorf: Ein weithin bekanntes Markenzeichen des Fels- und Klettergebietes Schwarzer Brand stellt das Noris-Törle am Norissteig bei Hegendorf/Hirschbach dar.   Felstor „Haustür“ bei Riglashof/Steinbach: Das Portal „Haustür“, ein verborgenes Juwel von Felsentor bei Riglashof/-Steinbach im westlichen Landkreis Amberg-Sulzbach-Rosenberg. Katzenlöcher-Felstor bei Rinnenbrunn: Mit nahezu zehn Metern Bogenlänge stellt das Katzenloch-Felstor bei Rinnenbrunn im östlichen Veldensteiner Forst („Rinnenbrunner Forst“) einen wahren Koloss in der Landschaft dar.   Großer Lochstein im Veldensteiner Forst: Der große Lochstein im Veldensteiner Forst nordwestlich von Auerbach wurde als einzigartiges Naturdenkmal im Jahre 2006 in die Liste der 100 schönsten Geotope Bayerns aufgenommen. Zudem erhielt er auch das Gütesiegel „Bayerns schönste Geotope“. Der Felsturm mit Durchgangshöhle gilt als Wahrzeichen des Veldensteiner Forstes. Hohler Fels bei Happurg: Ein markantes Doppelfelstor am Zugang zur Steinzeit-Höhle Hohler Fels auf der Houbirg in der Hersbrucker Schweiz bei Happurg führt zu einer grandiosen Aussicht auf den Stausee und die umliegenden Täler. Wegen seiner stein- und bronzezeitlichen Funde wurde das Objekt in die Bayerische Denkmalliste eingetragen. Höhlenruine (Versturzhöhle) Riesenburg im Wiesenttal: Als Paradebeispiel einer Höhlenruine erweist sich die grandiose Riesenburg im Wiesenttal. Die ursprünglich mit Sediment  verfüllte Höhle wurde durch die Eintiefung der Wiesent in jüngster erdgeschichtlicher Zeit wieder freigelegt und ausgeräumt. Die Höhlendecke verlor dabei ihre Stabilität und stürzte teilweise ein. Übrig blieben zwei Felsbögen und mächtige Abris, die das heutige Erscheinungsbild dieser insbesondere im 18. und 19. Jahrhundert von den Romantikern beschriebenen und bildlich dargestellten Höhlenruine prägen. Vom Bayerischen Landesamt für Umwelt wurde die Riesenburg als bedeutendes Naturdenkmal ausgewiesen. Außerdem zählt sie auch zu den schönsten Geotopen Bayerns. Doppelfelstor „Juraelefant“ am Langen Berg bei Münchs: Das Naturdenkmal „Juraelefant“ am Langen Berg bei Münchs wird im Fränkischen Höhlenkataster als Doppelfelstor geführt. Es zählt zu den eigenwilligsten und kuriosen Naturerscheinungen in der Fränkischen Schweiz.          Geiskirche oder Kunkelein-Durchgangshöhle bei Türkelstein bei Gößweinstein: Als mächtige Durchgangshöhle präsentiert sich die Geiskirche in einem Felsmassiv bei Türkelstein, einem Ortsteil von Gößweinstein. Im Ort wird das im Höhlenkataster offiziell als Kunkelein-Durchgangshöhle genannte Objekt kurzum als Felstor bezeichnet, das auch dem ortsansässigen Gasthaus seinen Namen gab. Sieghardttor (Sieghardtfelsen) bei Köttweinsdorf: Gegenüber von Doos am Steilhang des linken Wiesenttales erhebt sich ein mächtiges Felsgebilde, das nach dem bekannten Heimatschriftsteller August Sieghardt benannt ist: Sieghardtsfelsen. Und in dieser schluchtartigen Felsgruppe öffnet sich das eindrucksvolle Sieghardttor. Der dichte Baumbewuchs verhindert leider den freien Blick auf das Flusstal unweit der. Einmündung der Aufseß in die Wiesent bei Doos. Walter Schraml ist Heimatpfleger, Bereich Heimatkunde für den Altlandkreis Sulzbach-Rosenberg im Landkreis Amberg-Sulzbach.

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Natur-Tourismus verstärken

Natur-Tourismus verstärken Bayerische Naturparks schließen sich zusammen - Personal in der Geschäftsstelle soll aufgestockt werden Pottenstein/Forchheim Von Klaus Altmann-Dangelat Vor genau 50 Jahren wurde der Naturpark Veldensteiner Forst (damals noch ohne Fränkische Schweiz) in Pegnitz gegründet. Ein halbes Jahrhundert später haben die bayerischen Naturparks, die bisher einen losen Verbund gebildet haben, in Eichstätt einen Verein gegründet. Einer der stellvertretenden Vorsitzenden ist der Forchheimer Landrat Hermann Ulm, der an der Spitze des Naturparks Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst steht. Der Kurier sprach mit ihm über die Ziele des Vereins und die Situation des Naturparks. Naturpark-Arbeitstrupp mit Geschäftsführer (von rechts nach links): Geschäftsführer Wolfgang Geißner, Manfred Späthling, Werner Linke, Adrian Novotni   Gleichzeitig mit der Gründung wurden auch die Finanzspritzen aus München kräftiger. Konkret heißt das: Die Verwaltungskostenpauschale für die einzelnen Naturparks wurde wesentlich aufgestockt. Die Pauschale vervierfacht sich, wie bereits in der letzten Hauptversammlung mitgeteilt wurde. Der Zuschuss stieg 2017 von 20 000 Euro auf 60 000 Euro und wird sich 2018 auf 80 000 Euro belaufen. Auch die Mitgliedsbeiträge stiegen um knapp 20 000 Euro auf 97 000 Euro an. Neu ist auch, dass der Bezirk Oberfranken künftig jährlich 100 000 Euro für Naturparkmaßnahmen bereitstellt. Auf den Naturpark Fränkische Schweiz- Veldensteiner Forst entfallen davon 21 700 Euro. Das freut natürlich auch den Geschäftsführer Wolfgang Geißner, dessen Büro sich im Pottensteiner Rathaus befindet. Bislang stand selten genügend Geld für die zahlreichen Aufgaben zur Verfügung, das ändert sich nun. "Durch diesen überraschenden Geldsegen können wir nun mehr machen." Der Freistaat habe auch angekündigt, dass darüber hinaus sogenannte maßnahmenbezogene Schritte unterstützt werden. "Dadurch wird deutlich: Der Naturparkgedanke soll gestärkt werden." Hermann Ulm nahm vor kurzem an der ersten Vorstandssitzung des neuen Vereins in Eichstätt teil. "Noch ist alles recht unverbindlich", teilte er auf eine Kurier-Anfrage mit. "Die inhaltliche Beratung muss erst in Gang kommen." Gute Nachrichten hat Ulm aber für Geschäftsführer Geißner, der bisher als "Einzelkämpfer" für die Region tätig war. "Wir hatten bisher nicht einmal eine Urlaubsvertretung für ihn - es war auch niemand im Büro, wenn Herr Geißner krank war." Das soll sich ändern. Es soll eine weitere Person für die Geschäftsstelle kommen. "Das Anforderungsprofil wird zurzeit erarbeitet", so Ulm. Mehr könne er zur künftigen Personalentscheidung nicht sagen. Der Naturparkverein kooperiert seit einiger Zeit mit der Tourismuszentrale in Ebermannstadt - vor allem in Bezug auf die Internetpräsenz. Auch mit dem Fränkische-Schweiz-Verein soll die Zusammenarbeit intensiver gestaltet werden. Thema Zusammenarbeit: In Eichstätt (Sitz des Naturparks Altmühltal) wurde eine hauptamtliche Koordinierungsstelle eingerichtet. Arjen de Wit, der seit November beim Verband ist, wird die Geschäfte des neuen Vereins führen. Das sieht Geißner positiv: "Wenn es beispielsweise Probleme gibt, die in mehreren Parks auftreten, kann de Wit die Anfragen bündeln und sich mit München in Verbindung setzen." Aber auch die Kommunikation und die Öffentlichkeitsarbeit ganz allgemein könnte verbessert werden. Ein erstes Projekt des neuen Vereins ist bereits in Arbeit: "Wir bereiten derzeit mit finanzieller Unterstützung des Umweltministeriums eine Wanderausstellung der bayerischen Naturparks vor. Damit möchten wir unsere schönen Landschaften zeigen und dazu einladen, die Naturparks zu besuchen", sagt Arjen de Wit. 50 Jahre Naturpark Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst Die Ausstellung soll im Oktober im Haus der bayerischen Landkreise in München eröffnet werden. Danach soll sie in ganz Bayern zu sehen sein. Thema der Ausstellung: Unter dem Motto "Natur und Mensch" wird im Fränkische-Schweiz-Museum in Tüchersfeld eine Ausstellung über "50 Jahre Naturpark Fränkische Schweiz und Veldensteiner Forst" zu sehen sein - vom 15. Oktober bis 11. November. Zum Jubiläumsjahr hat Geißner auch die Herausgabe einer "Jubiläums-Erlebniskarte 50 Jahre Naturpark 2018" sowie die Neuauflage des Imagefaltblatts "Willkommen im Naturpark" angekündigt. Mit solchen Maßnahmen könnten die Naturparks mehr in den Blick der Öffentlichkeit gerückt werden. "Dann können wir uns vielleicht auch einer unserer Hauptaufgaben verstärkt widmen, der Intensivierung des Naturtourismus." Denn das Wandern ist immer noch das Hauptmotiv für die Gäste, die sich die Region als Urlaubsziel ausgesucht haben. Das haben die Vorträge in der Vermieterversammlung in Leienfels gezeigt.

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Pflege der Wanderwege

Man hat sich hier zu Lande schon lange daran gewöhnt, dass Wandern auf gut markierten Wegen stattfindet. Im gesamten Bundesgebiet dehnt sich das markierte Wanderwegenetz auf rund 200.000 Kilometer aus. Dies war jedoch nicht immer so, denn in früheren Jahren gab es nur sporadisch Wanderwegweiser und eine Wanderkarte war praktisch Pflicht um sich nicht zu verlaufen. Heute ergänzt und unterstützt die digitale Navigation die Wanderer zusätzlich. Das Wandern ist wieder eine beliebte Freizeitbeschäftigung geworden und man trifft in der Region bei weitem nicht nur rüstige Rentner auf den markierten Wanderwegen sondern auch vermehrt junge Leute die das Wandern für sich entdeckt haben. Qualitätswege "Wanderbares Deutschland" müssen 9 Kernkriterien und 23 Wahlkriterien erfüllen. Dazu gehören unter vielen anderen Vorgaben auch die Markierung und ein Leitsystem. Als zweites Prädikat wird das Deutsche Wandersiegel für Premiumwege mit hohem Erlebniswert vergeben. Eine Bewertung von insgesamt 34 Kriterien, die in ein Punktesystem einfließen, entscheiden über die Anerkennung zum Premiumweg. Die Markierung und Wegweisung zusammen mit der Oberflächenqualität der Wege und deren Wegführung durch die Landschaft sorgt so letztlich auch für zufriedene Wanderer.   Zufriedene Wanderer (Bild: Udo Schuster) Das A und O einer Genusswanderung ist jedoch die lückenlose Markierung eines Wanderweges. Die Markierungszeichen müssen gut sichtbar sein und den Wegverlauf eindeutig erkennen lassen. "Dies ist auch im Zeitalter von GPS Navigation von den Wanderern gewünscht", bestätigt der Vizepräsident vom bayerischen Wanderverband, Karlheinz Schuster.  In ganz Bayern sind über 44.000 Kilometer Wanderwege markiert. Da die Wegzeichen nicht von selbst an den Bäumen wachsen braucht es dazu ehrenamtliche Wanderwegemarkierer. Das längste Wegenetz mit über 8150 Kilometer Wanderwegen pflegt der Fränkische Albverein (FAV) mit insgesamt 260 Wegemeister, so werden diese ehrenamtlich Tätigen beim FAV genannt. Direkt nördlich des FAV Gebietes liegt die Betreuung der Wege beim Fränkische Schweiz Verein (FSV). Hier zeichnen die dortigen Wegewarte 4870 Kilometer Wanderwege aus. Weitere 11 große Wandervereine, vom Bayerischer Wald Verein bis zum Spessartbund, kümmern sich um den Rest der Wanderwege in Bayern. In der Regel sind die Wanderwegmarkierer in Ortsgruppen oder Mitgliedsgruppierungen des jeweiligen Hauptvereins organisiert. Ob die Markierungszeichen genagelt oder geklebt werden sollen, darüber streiten sich die Geister in allen Vereinen. So zum Beispiel wird im Arbeitsgebiet des FAV vorwiegend das Markierungszeichen, eine dünne Plastikfolie mit dem entsprechenden Symbol, auf die Bäume geklebt. Auf den Wanderwegen des FSV findet man derzeit überwiegend noch die genagelten Plastiktäfelchen auf denen Rotpunkt, Grünkreuz und Co aufgedruckt ist. Der Trend geht jedoch zum Kleben, so Fritz Sitzmann der seit über acht Jahren als Hauptwegewart im FSV tätig ist. Alle 3 Jahre erfolgt eine Nachzertifizierung und damit auch eine strenge Kontrolle ob das Prädikat "Wanderbares Deutschland" auch weiterhin für diesen Wanderweg gültig bleibt. Bei solchen zertifizierten Wegen haben die Verantwortlichen aller Vereine ein besonderes Augenmerk auf eine tadellose Kennzeichnung des Wegverlaufes, denn eine Aberkennung als Premiumwanderweg, und damit der Verlust des Siegels vom deutschen Wanderverband, bedeutet auch einen enormen Imageschaden für die Region. Wenn ein Wanderweg aus dieser Kategorie auf einer Teilstrecke umverlegt wird, wie im Herbst letzten Jahres beim Frankenweg durch die Ortsgruppe Weißenohe bei Oberrüsselbach geschehen, bedeutet dies aber auch Büroarbeit. Die neuen Trassen müssen ja auch an die Wanderkartenverlage weitergemeldet werden. Bis jedoch neues Kartenmaterial dazu erstellt wird kann es lange dauern. Grundsätzlich hat jeder Wanderweg auch ein gewisses Eigenleben. Bedingt durch Flurbereinigung oder durch Überackern einer Fläche, sowie ein Wildschutzzaun der einen Waldpfad unbegehbar macht, muss die Wegeführung oftmals neu konzipiert werden. (Bild & Text: Udo Schuster)

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Vandalismus am Frankenweg

Wenn man sich im Wald und Flur verläuft ist dies schon ein Ärgernis für den betreffenden Wanderer. Richtig blöd kann es allerdings werden wenn man trotz ausreichender Planung als Ortsunkundiger eine längere Wanderung unternimmt und sich auf die gute Kennzeichnung eines Qualitätswanderweges verlässt und diese Markierung aber lückenhaft ist. Ein immer wiederkehrendes Ärgernis von Wanderern ist die Schlüsselstelle eines Abzweigs des Frankenweges von Lillinghof  über St. Martin nach Schnaittach. Hier wurden regelmäßig, nach Ergänzung der Wanderzeichen und Wegmarkierungen, die Zeichen abgekratzt und die Pfosten entfernt, sowie Hinweisschilder gestohlen. Und dies seit Jahren. Regelmäßig bekommt ein Wegemeister aus Schnaittach deshalb von Bürgern aus Freiröttenbach die Information dass wieder einmal ein Wanderer dem Weitwanderweg nicht folgen konnte weil die Markierung fehlte. Das mutwillige Entfernen der Frankenwegbeschilderung setzt der Natur erhebliche Schäden zu. Jetzt reichte es dem Wegewart des fränkischen Albvereins (FAV) und er erstattete Anzeige bei der Polizei. Der Sachschaden ist zwar eher gering, aber wenn jemand sein Etappenziel zur Übernachtung auf dem insgesamt 517 Kilometer langen Fernwanderweg deshalb nicht erreicht ist dies kein Spaß mehr. Rechnet man die Arbeitszeit und Fahrkosten zu den Materialkosten hinzu, sind damit einige Hundert Euro als Aufwand zur Wiederbeschaffung und Kennzeichnung für die letzten Jahre durchaus realistisch. Letztlich sind die Geschädigten die Wanderer auf dieser Route.  Dies allein tröstete nicht die kleine Wandergruppe welche in Gräfenberg startete und in Hersbruck übernachten wollte.  Fast eine Stunde Zeitverlust bedeutet dies wenn man nicht mehr auf dem regelrechten Wanderweg unterwegs ist sondern talwärts bis nach Freiröttenbach weiter läuft und anschließend wieder auf der harten Asphaltstraße viele  Höhenmeter bergauf wandern muss. Weil diese Art von Vandalismus, insofern man davon überhaupt sprechen kann, denn es wird ja gezielt durch die Zerstörung der Markierungszeichen und den Diebstahl der Tafeln hier der Nutzer des Wanderweges fehlgeleitet, hat die Redaktion der Pegnitz-Zeitung hierzu nachgefragt. Der Freiröttenbacher Pächter der Wiese, auf welcher man am Waldrand ein stückweit laufen muss, sowie der Grundstückseigentümer selbst hegen keinen Groll gegenüber den Wanderern. Auch der Jagdpächter, Reinhard Bezold, distanziert sich von den allgemeinen Vorwürfen gegenüber der Jägerschaft. Er sieht den Menschen im Einklang mit der Natur. "Der Wanderer selbst, insofern er den markierten Weg nicht verlässt, stört das Wild eher nicht" meint der Jäger. Mehr Probleme sieht er bei den Pilzsammlern die in der Saison quer durch die Wälder streifen.  Wenn Grundstückseigentümer und Jagdpächter keine Einwände gegen den Verlauf des Wanderweges haben, wer hat dann ein Interesse das man vom rechten Weg abweicht? Die Polizeiinspektion in Lauf bittet jedenfalls weiterhin die Augen offen zu halten und Beobachtungen unter der Telefonnummer 09123/94070 mitzuteilen. (Bild & Text: Udo Schuster)

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50 Jahre Naturpark Fränkische Schweiz - Veldensteiner Forst

Der Naturpark Fränkische Schweiz – Veldensteiner Forst feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Der heimische Naturpark, in dem viele Menschen in der Metropolregion leben, ist nicht nur als Wanderregion sondern auch als Klettereldorado weit über die Grenzen bekannt. Einzigartige Naturerlebnisse mit Sehenswürdigkeiten oder sportlichen Aktivitäten bietet das Gebiet im großräumigen Naturpark. Von Burgen und Schlössern über Höhlen und Gipfelkreuze mit herrlichen Ein- und Ausblicken bleiben den Gästen in Erinnerung.  Seit seiner Gründung im Jahre 1968 ist Dieter Preu aus Neunkirchen a.B. mit dem Naturpark Fränkische Schweiz – Veldensteiner Forst verbunden. "Die Begeisterung seiner Gründerväter hat sich damals auch auf mich übertragen und so stehe ich dem Naturpark bis heute mit Rat und Tat zur Seite". Darüber hinaus ist Preu sich sicher, "Wer einmal durch unsere felsenbegrenzten Täler gewandert ist, eine unserer interessanten Schauhöhlen besucht hat und selbst in einem Fränkischen Biergarten eine unserer lokalen Bierspezialitäten genossen hat, der war nicht das letzte Mal im Naturpark – der kommt wieder auch weil unser Fränkischer Jura ein Wandergebiet Erster Klasse ist. Blick vom Fahnenstein auf Tüchersfeld - in Bildmitte das "Fränkische Schweiz Museum". Hier ist im Herbst eine Sonderausstellung des Naturparkvereins mit dem Thema "Natur und Mensch" geplant. Es war an einem Freitag im Juli 1968 im damaligen Landratsamt in Pegnitz als der Verein aus der Taufe gehoben wurde. Zum damaligen Zeitpunkt mit noch etwas anderen Zielvorgaben. Es sollte ein lärmfreies Erholungsgebiet entstehen aber auch Einrichtungen zum Schutz vom Wald und Wild sollten geschaffen werden. Den Hauptaugenmerk jedoch richtete der damals noch junge Verein auf das Anlegen von Wanderwegen mit entsprechenden Parkplätzen für die Erholungssuchenden. Im Laufe der Zeit hat sich nun nicht nur das Gebiet flächenmäßig erweitert sondern auch die Zielsetzungen und damit das Aufgabengebiet. An erster Stelle steht nun der Naturschutz mit der Pflege der Landschaft welche nicht nur auf Biotope, Streuobstwiesen und Magerrasenflächen ausgerichtet ist, auch die Felsfreilegungen sind ein großes Aufgabengebiet innerhalb des Naturparks geworden. Nach wie vor sind aber nichtsdestotrotz die Wanderwege ein wichtiges Instrument zum Erleben der Natur und den besonderen Sehenswürdigkeiten sowie zu den Aussichtspunkten in die weite hügelige Landschaft im Fränkischen. Auch in diesem Aufgabenfeld ist nun der Naturpark auf Anforderung mit seinem Arbeitstrupp aktiv. So wurden beispielsweise innerhalb der letzten drei Jahre die Wanderwege im Ahorntal und rund um die Burg Rabenstein neu beschildert. Aber auch der letztjährige Einsatz bei Weißenohe an den Sinterstufen der Lillach forderte den Arbeitstrupp. Hier wurden unter anderen die Treppenstufen eines steilen Aufstiegs erneuert. Im Jubiläumsjahr wird eine dreiteilige Wanderkarte über das ganze Naturparkgebiet aufgelegt, "damit die Wanderer den richtigen Weg finden", scherzt der Geschäftsführer des Naturparks, Wolfgang Geißner. Geplant ist eine Wanderausstellung zum Thema Mensch und Natur die vom 15. Oktober bis zum 11. November im Fränkische Schweiz Museum  in Tüchersfeld besucht werden kann. Innerhalb der letzten Jahre sind durch den Arbeitskreis Klettern im Frankenjura insgesamt vierzehn einzelne Kletterkonzepte erstellt worden. Mit der Fertigstellung des gesamten Kletterkonzeptes im letzten Jahr sind damit insgesamt im großflächigen Naturparkgebiet über 10.000 Kletterrouten erfasst, erklärt der Naturpark Geschäftsführer der sich freut dass damit gleichzeitig der Schutz der Tier- und Pflanzenwelt sowie die Nutzung der Natur zur Erholung des Menschen gegeben ist. Die Webseite des Naturparkvereins wurde umfassend überarbeitet und geht nun rechtzeitig zum 50- jährigen Bestehen an den Start: Ein modernes Design, die Optimierung für mobile Endgeräte, eine benutzerfreundliche Navigation und eine interaktive Karte sind nur einige der vielen Neuerungen, die Besucher ansprechen sollen und den Naturpark bereits in der Planungsphase noch besser digital erlebbar werden lassen. Durch die übersichtliche Struktur finden sich Interessierte auf der Startseite www.fsvf.de ab sofort viel schneller zurecht. Über die drei neuen Kategorien Natur – Erlebnis – Genuss sind Gäste nur noch wenige Klicks entfernt von natürlichen Besonderheiten, interessanten Ausflugszielen oder kulinarischen Genüssen im Naturpark. "Die neue Internetseite, mit professionellem Bildmaterial und vielen Inspirationen für Ausflüge und Attraktionen die individuelle Wünsche und Vorlieben  berücksichtigt, wird die Nutzer begeistern", erklärt Geißner. "Als äußerst hilfreich erweist sich dafür auch die neue interaktive Karte, die sämtliche Sehenswürdigkeiten, Ausflugsziele und Co. beinhaltet", ergänzt Matthias Helldörfer der für die Kommunikation im Naturpark verantwortlich zeichnet. Mit Hilfe der Umkreissuche können sich Gäste vor Ort oder auch bereits von zu Hause aus alle interessanten Zielpunkte in der Nähe ihres jeweiligen Urlaubsorts anzeigen lassen. Bei der Suche nach Wanderungen liefert ein neues Tourenportal passgenaue Ergebnisse für den Besucher. Gäste können ihre bevorzugte Tour dort aussuchen, als GPS-Track auf Smartphone oder Navigationsgerät laden oder als PDF ausdrucken. Umgesetzt wurde die neue Internetseite in Kooperation mit der Tourismuszentrale Fränkische Schweiz, die dem Naturpark das technische Grundgerüst der eigenen Internetseite zur Verfügung stellt. Davon profitieren sowohl der Naturpark als auch die Tourismusorte der angeschlossenen White-Lable-Internetseiten der nördlichen Fränkische Schweiz, sowie in Kürze die südliche Fränkische Schweiz mit der Hersbrucker Schweiz und Teile der Frankenalb im Nürnberger Land. Der Naturpark Fränkische Schweiz – Veldensteiner Forst liegt im Dreieck zwischen den Städten Nürnberg, Bamberg und Bayreuth. Mit einer Fläche von über 2.300 Quadratkilometern ist er einer der größten Naturparke in Deutschland. Er umfasst den gesamten Naturraum "Nördlicher Frankenjura" vom Obermaintal bei Lichtenfels im Norden bis zum Pegnitztal bei Hersbruck im Süden. Kernland ist die traditionsreiche Ausflugs- und Urlaubsregion "Fränkische Schweiz" mit ihrem Hauptfluss, der Wiesent, und dem Veldensteiner Forst, einem der größten geschlossenen Waldgebiete in Bayern. Dazu kommen das Obere Maintal, die Hersbrucker Alb und der Oberpfälzer Jura. Im Herbst ist eine Sonderausstellung zum Thema "50 Jahre Naturpark" im Fränkischen Schweiz Museum in Tüchersfeld geplant.   (Bild & Text: Udo Schuster)

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Märzenbecher in voller Blüte

Der Märzenbecherwald bei Algersdorf, direkt am Fränkischen Gebirgsweg gelegen, ist schon lange kein Geheimtipp mehr. Mittlerweile stehen bereits über die Hälfte der streng geschützten Märzenbecher in voller Blüte und bereits seit Tagen findet man dort auch immer wieder Fotografen und Naturliebhaber die diese bewundern. Der Märzenbecher trägt eine weiße, glockenförmige Blüte. Diese hängt nickend am Stängel und hat am Grund der Blütenblätter einen kleinen Knoten. Die Blütenblätter sind gleichlang und weisen an ihren Spitzen einen gelbgrünen Fleck auf. Wegen ihrer Blütezeit und der Form der Blüten wegen nannte man sie Märzenbecher. Ein weiterer gebräuchlicher Name ist Frühlings-Knotenblume, da die Pflanze am Grund der Blüte einen kleinen Knoten trägt. Um die weiße Blütenpracht in dem Hangwald zum Sittenbachtal hin zu bestaunen sind hier oftmals ganze Wandergruppen anzutreffen. Egal ob man von Süden her oder aus nördlicher Richtung auf dem fränkischen Gebirgsweg unterwegs ist, festes Schuhwerk sollte obligatorisch sein, denn erst vor wenigen Tagen ist dort oben auf der Höhe der letzte Schnee- und Eisrest verschwunden. Ein Ärgernis für viele Naturfreunde war der rege Autoverkehr auf der schmalen Straße von der Morsbrunner Höhe nach Algersdorf.  Einige Besucher des Naturdenkmals störten sich nicht an dem Betretungsverbot. In früheren Jahren war hierzu eine Naturschutzstreife der Bergwacht an den Wochenenden aktiv. Die Ehrenamtlichen passten auf damit die Blumen nicht gepflückt oder ausgegraben werden und belehrten Unvernünftige die wegen einer besseren Sicht auf die streng geschützte Pflanze querfeldein im Hangwald herum trampelten.   Bilder & Text: Udo Schuster

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Naturparke gründen Dachverband

Gemeinsam stark für Natur und Landschaft: Naturparke gründen Dachverband. Natur schützen, Kulturlandschaften erhalten, naturverträgliche Erholung unterstützen, Regionalentwicklung fördern, nachhaltige Entwicklung vermitteln: Naturparke haben vielfältige Aufgaben. Der Freistaat Bayern zählt 19 Naturparke. Zusammen machen sie rund ein Drittel der Landesfläche aus. Um künftig noch besser für ihre Aufgaben gerüstet zu sein, haben die bayerischen Naturparke nun einen Dachverband gegründet. In einer Sitzung am 23.01.2018 beim bayerischen Landkreistag in München wurde die Satzung des neuen Vereins „Naturparkverband Bayern“ von den Gründungsmitgliedern unterzeichnet. Zum Vorsitzenden wurde der Eichstätter Landrat Anton Knapp gewählt. Knapp ist ebenfalls Vorsitzender des Naturparks Altmühltal. Gemeinsam mit Bezirksrat Heinrich Schmidt (Naturpark Bayerischer Wald) und dem Forchheimer Landrat Dr. Hermann Ulm (Naturpark Fränkische Schweiz - Veldensteiner Forst) bildet er den Vorstand des Naturparkverbands. Noch am Tag der Gründung konnte der frisch gewählte Vorsitzende Umweltministerin Ulrike Scharf bei ihrem traditionellen Neujahrsempfang persönlich über die Vereinsgründung informieren. „Als Verein können wir noch besser zusammenarbeiten, uns öffentlichkeitswirksam präsentieren und uns konstruktiv in politische Entscheidungsprozesse einbringen. Außerdem ist der Erfahrungsaustausch unter den Naturparken für uns alle sehr hilfreich“, so Knapp. Dabei ist die Zusammenarbeit der Naturparke nicht neu. Schon seit vielen Jahren tauschen sich die Naturparke in einer Arbeitsgemeinschaft intensiv aus. Bisher hatte der Geschäftsführer des Naturparks Altmühltal, Christoph Würflein, mit seinen Mitarbeiterinnen diese Zusammenarbeit ehrenamtlich koordiniert. Der neue Vereinsvorsitzende Knapp bedankte sich bei Würflein für das langjährige Engagement. Diese Aufgabe wird nun von einer hauptamtlichen Koordinierungsstelle übernommen. Seit November letzten Jahres ist Arjen de Wit als Koordinator für die bayerischen Naturparke tätig. Mit Sitz in Eichstätt wird er künftig die Geschäfte des Naturparkverbands führen. Ermöglicht wurde die Stelle durch eine Förderung des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz. Das Ministerium stockte nach einem Beschluss des Landtags außerdem die Mittel für die Naturparke auf. „Der Umweltausschuss hat parteiübergreifend die finanzielle Stärkung der Naturparke unterstützt“, berichtet Landtagsabgeordnete Tanja Schorer-Dremel, die sich in der Landespolitik für die Einrichtung der Koordinierungsstelle stark gemacht hatte. Ein erstes Projekt hat der neue Verein bereits angefangen: „Wir bereiten derzeit mit finanzieller Unterstützung des Umweltministeriums eine Wanderausstellung der bayerischen Naturparke vor. Damit möchten wir unsere schönen Landschaften zeigen und dazu einladen, die Naturparke zu besuchen“, so Arjen de Wit. Eröffnet wird die Ausstellung im Oktober im Haus der bayerischen Landkreise in München. Danach geht sie auf Reisen durch Bayern. Die TeilnehmerInnen der Gründungsversammlung des Naturparkverbands Bayern vor dem Haus der bayerischen Landkreise in München am 23.01.2018. Von links nach rechts: Christoph Würflein (Naturpark Altmühltal), Landrat Franz Löffler (Naturpark Oberer Bayerischer Wald), Christiane Stolz (Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald), Eva Liebig (Naturpark Augsburg-Westliche Wälder), Heinrich Schmidt (Naturpark Bayerischer Wald), Bürgermeister Arno Nunn (Naturpark Ammergauer Alpen, Landrat Anton Knapp (Naturpark Altmühltal), Bürgermeister Markus Dollacker (Naturpark Hirschwald), Arjen de Wit (Naturparkverband Bayern), Stellv. Landrat Peter Suckfüll (Naturpark und Biosphärenreservat Bayerische Rhön), Dr. Oliver Kaiser (Naturpark Spessart), Ronald Ledermüller (Naturpark Fichtelgebirge), Matthias Helldörfer (Naturpark Fränkische Schweiz- Veldensteiner Forst), Ernst Tippmann (Naturpark Steinwald), Bürgemeister Richard Tischler  (Naturpark Oberpfälzer Wald), Martin Koppmann (Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald), Rolf Eberhardt (Naturpark Nagelfluhkette), Josef Brückl, Franz Beyerl (beide Naturpark Oberer Bayerischer Wald), Florian Hoffrohne (Naturpark Ammergauer Alpen), Klaus Spitzl (Naturpark und Biosphärenreservat Bayerische Rhön) Von links nach rechts Dr. Manfred Mühlbauer (Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz), Christoph Würflein (Naturpark Altmühltal), Umweltministerin Ulrike Scharf, Arjen de Wit (Naturparkverband Bayern), Landtagsabgeordnete Tanja Schorer-Dremel, Landrat Anton Knapp (Vorsitzender des Naturparkverbands Bayern) beim Neujahrsempfang der Umweltministerin am 23.01.2018 Weiterführende Informationen zu den bayerischen Naturparken. Kontakt: Naturparkverband Bayern Geschäftsstelle Arjen de Wit c.o. Informationszentrum Naturpark Altmühltal Notre Dame 1 85072 Eichstätt Tel.: 08421 9876 40 E-Mail: geschaeftsstelle@naturparke-bayern.de

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Sperrungsliste für Uhu und Wanderfalke ist in Kraft!

Sperrungsliste für Uhu und Wanderfalke ist in Kraft! Das Miteinander von Wanderfalke, Uhu und Kletterer läuft seit Jahren hervorragend. Im Jahr 2017 wurden an den Felsen, die per Vogelschutzliste gesperrt waren, keine Brutstörungen durch Kletterer bekannt. Die Bruterfolge bei den Uhus stiegen im Vergleich zum Vorjahr an. Für die Felsen, die aufgrund der Brut von Wanderfalken oder Dohlen gesperrt sind, gilt die Sperrung vom 1. Februar bis zum 30. Juni. An von Uhus bebrüteten Felsen gilt aufgrund der längeren Brutzeit und der größeren Störanfälligkeit ein längerer Zeitraum, nämlich vom 01. Januar bis zum 31. Juli. An den Kletterfelsen des Frankenjuras kamen im vergangenen Jahr 37 Wanderfalken sowie 17 Uhu-Jungvögel zur Welt. Während sich die Wanderfalkenpopulation auf anhaltend hohem Niveau befindet, hat sich die in den vergangenen Jahren schlechtere Lage für Uhus durch ein größeres Nahrungsangebot verbessert, da es im vergangenen Jahr gab es mehr Mäuse gab. Damit der Klettersport auch im neuen Jahr die Brutunternehmungen von Uhu und Wanderfalke möglichst wenig stört, sind seit Neujahr einige Uhu-Felsen für den Klettersport gesperrt. Dies sind unter anderem die Winterfelsen ´Annasteinseite´ des Frankendorfer Klettergartens, der ´Geckofels´ und der linke Teil der ´Aalkorber Wände´ bei Nankendorf, die ´Rabenecker Wand´ im Wiesenttal, die ´Toni Rockstroh Gedenkwand´ im Püttlachtal, der ´Sperberfels´ am Rande des Trubachtals sowie der rechte Teil des ´Hohlen Felsens´ über dem Happurger Stausee im Pegnitztal. Ab dem ersten Februar kamen noch weitere Felsen auf die Sperrungsliste, an denen Wanderfalken brüten. Unter anderen die Winterfelsen Röthelfels (Mittelteil), Hammerschmiedturm, Matterhornwand, Rabenfels und die Mittelbergwand (linker Teil und Mittelteil). Neu in diesem Jahr ist die Sperrung des Schiefen Tods ab Anfang Februar sowie die Verlängerung der Sperrung der Wolkensteiner Wand auf den Sperrungszeitraum für Uhus. Diese ergab sich, nachdem im vergangenen Jahr ein Uhupaar den Brutplatz an der Wolkensteiner Wand besetzt und den jahrelang dort ansässigen Wanderfalken verscheucht hat. Der Falke hat sich anschließend am einige hundert Meter talaufwärts gelegenen Kletterfels ´Schiefer Tod´ angesiedelt. Alle zeitlich befristeten Sperrungsinformationen sind auf der Frankenjura.com - Sperrungsliste zusammengefasst und werden dort bei Bedarf täglich aktualisiert. Außerdem ist dort auf allen Darstellungen der betroffenen Felsen ein Hinweis Zur Sperrung eingearbeitet. Die Felssperrungen sind in der Regel auch durch eine Beschilderung am jeweiligen Wandfuß kenntlich gemacht. Ein wegen Vogelbrut gesperrter Fels im Frankenjura (Bild: Frankenjura.com) Text und Bild mit freundlicher Unterstützung von frankenjura.com, Sven König.  

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Waldschänke beim Wildgehege im Veldensteiner Forst wurde abgebrochen

Waldschänke beim Wildgehege im Veldensteiner Forst wurde abgebrochen Mit dem Abbruch der Waldschänke beim Wildgehege im Veldensteiner Forst geht die über vierzigjährige Geschichte dieser Einrichtung bedauerlicherweise zu Ende. Errichtet in den Gründerjahren des Naturparks als romantische gastronomische Einrichtung war sie für die Besucher des Wildgeheges eine willkommene Gelegenheit zur gemütlichen Rast. Der Naturpark hat von den Staatsforsten das Gelände gepachtet und darauf den imposanten Holzbau mit einer für damalige Verhältnisse vorbildlichen Toilettenanlage errichtet. Viele Jahre lang wurde die Gastronomie von verschiedenen Pächtern betrieben, bis im Jahre 2006 ein Gutachten der LGA Nürnberg eine extrem hohe Belastung im Holz der Anlage mit PCP und Lindan festgestellt hat. Zur Zeit der Errichtung des Gebäudes wurden diese Stoffe noch bedenkenlos zur Imprägnierung von Bauhölzern verwendet. Der Richtwert für PCP in Holz liegt heute bei 50mg/kg, im Holz der Waldschänke wurde er mit 1.700mg/kg um ein Vielfaches überschritten. Da im Juni 2017 sowohl der Pachtvertrag mit dem Staatsforst als auch mit dem letzten Pächter ausgelaufen war, wurde in Übereinstimmung mit dem Forstbetrieb Pegnitz beschlossen, das Gebäude abzubrechen. Nachdem der gesamte Komplex in Holzbauweise errichtet ist, musste das belastete Holz als Sondermüll kostenaufwändig und sachgerecht entsorgt werden. Zuvor wurde die alte Ölheizung mit dem kellergeschweißten Öltank ausgebaut und das Gebäude vom Stromnetz getrennt. Die nicht unerheblichen Kosten für den Rückbau und Entsorgung teilen sich die Landkreise Forchheim und Bayreuth sowie der Forstbetrieb Pegnitz. Vor diesem Schritt wurden Überlegungen angestellt, ob man das Gebäude weiterhin als Gaststätte erhalten kann. Abgesehen von der PCP-Problematik hat sich dabei herausgestellt, dass die Holzkonstruktion an vielen Stellen hätte erneuert werden müssen, die Belastung durch PCP hätte nach wie vor bestanden. So wurde letztlich der Abbruch zur traurigen Gewissheit. Viele Besucher des Wildgeheges werden die „Brotzeitstation“ sicher vermissen und auch die Verwaltung des Naturparks weint der Waldschänke manche Träne  nach. In der ersten Januarwoche 2018 rückten die Maschinen und begannen mit den Abbrucharbeiten. Die Waldschänke verwandelte sich in riesige Berge von sauber getrennten Baustoffen und bereits am 30. Januar waren diese von der Abbruchfirma Kornburger aus Weidensees abtransportiert und fachgerecht entsorgt worden. Die Waldschänke beim Wildgehege im Veldensteiner Forst ist Geschichte.   Dieter Preu

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