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"Natur & Mensch" Ausstellungseröffnung

14.10.2018

Tüchersfeld. Die Ausstellung „Natur und Mensch“ im Fränkische-Schweiz-Museum sollten Erwachsene mit ihren Kindern (oder Enkelkindern) besuchen. Die Kleinen werden ihren Spaß daran haben, die vielen interessanten Details in den Schaukästen zu entdecken.

Die Ausstellung wurde vom Verein Naturpark, der in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag feiert, zusammengestellt. Geschäftsführer Wolfgang Geißner weist aber darauf hin, dass das Konzept von einem Team ausgearbeitet und dann auch umgesetzt worden sei. Er nennt an erster Stelle Heike Leon, die im Pottensteiner Ortsteil Siegmannsbrunn eine Grafik-Werkstatt betreibt.

Museumsleiter Jens Kraus sagte mit Stolz, dass die Ausstellung in nur viereinhalb Tagen aufgebaut wurde. Wir haben teilweise bis 22.30 Uhr in der Nacht hier noch gewerkelt. Von Seiten des Museums habe der neue Mitarbeiter Fabian Wittenborn die Fäden in der Hand gehalten. „Schließlich musste ja erst die Ausstellung über den Dreißigjährigen Krieg abgebaut werden, bevor man an den Aufbau der neuen Schau gehen konnte.“

Führung in der Sonderausstellung

Die Mühe hat sich, das ergibt ein erster Blick, gelohnt. Die Fülle an Informationen, die hier in einem relativ kleinen Raum geboten werden, ist enorm: Sie decken die große Vielfalt der Pflanzen- und Tierwelt ab; zeigen die Ausrüstung von Kletterern und geben Informationen zum Thema Wandern. Jens Kraus sagte in diesem Zusammenhang: „Wir haben diese Ausstellung gewissermaßen für die Einheimischen konzipiert. Wenn man hier wohnt, sind einem die Schönheiten der Region gar nicht mehr bewusst. Die Menschen sollen erkennen, in welch herrlicher Landschaft sie leben.“

Hier können Kinder einem ausgestopften Greifvogel in die Augen sehen und sich selber testen, was sie über Fossilien wissen. Müd gewordene Besucher können es sich auf einer typischen Wanderbank gemütlich machen und dabei eine Baumwurzel betrachten, die in die Luft ragt. Die Gebilde waren früher das Erkennungszeichen des Naturparks. Der ehemalige Kreisbaumeister Kurt Wenninger soll die Idee dazu gehabt haben.

Der Forchheimer Landrat Hermann Ulm formulierte es folgendermaßen: „Wir haben hier eine spannende Überblicksausstellung, die die vielen Facetten der Arbeit des Naturparks zeigt.“ Die Ausstellung kann im Anschluss an die Präsentation im Museum an interessierte Gemeinden, Schulen und andere Institutionen ausgeliehen werden. Gemäß der Worten des Geschäftsführers Wolfgang Geißner: „Die Leit‘ solln sehn, wie schee es bei uns is.“

Einige Ideen konnten aber nicht umgesetzt werden, berichtete der Vorsitzende des Naturparkvereins. Eigentlich war geplant, dass Kinder mit Kastanien Figuren basteln können. Doch durch die Trockenheit waren die Kastanien zu klein. Jens Kraus ergänzte, dass auch ein ausgestopftes männliches Wildschwein angedacht war. Doch dessen Ausmaße hätten den Platz noch knapper werden lassen.

Sonderausstellung

Landrat Ulm erläuterte weiter: Thematisch geht die Ausstellung zu Beginn auf die lange Gesichte des Naturparks ein. Nach diesem historischen Abriss geht es um die Natur der Region: „Solche eine Vielfalt an Lebensräumen wie hier findet man nur selten. Man nehme nur die typischen Magerrasen und die Wacholderheiden, die imposanten Felsen, die Hülen und die Streuobstwiesen. Zahlreiche Pflanzen kommen nur in unserer Gegend vor.“ Auch einige Tierarten konnten sich seit der letzten Eiszeit halten. Ulm nannte als Beispiel die Gebirgsschrecke im Raum Pottenstein.

Im zweiten Teil der Ausstellung geht es um die Menschen, die hier leben. So wurde beispielsweise ein Schrank mit Bierkrügen von verschiedenen Brauereien der Region aufgestellt. Ausgeschenkt wird jedoch (leider) nichts.

Das Wanderwegenetz umfasst mittlerweile etwa 5000 Kilometer. Ulm würdigte die unermüdliche Arbeit der ehrenamtlich tätigen Frauen und Männer der Wander- und Heimatvereine. In Tüchersfeld wurde ein Stab aufgestellt, an dem alte Wandertafeln, wie man sie heute nicht mehr vorfindet, angebracht wurden.

Für die Kinder und Jugendlichen entwickelte Heike Leon anlässlich der Ausstellung extra „Juniorranger“. Die Figuren Max und Tine begleiten die jungen Besucher und vertiefen spielerisch und kindgerecht das eine oder andere Thema. Selbstverständlich gibt es auch eine Selfiestation mit Max und Tine. Jens Kraus betonte, dass die Ausstellung gezielt auf den Besuch von Schulklassen und Familien ausgelegt sei.

 

Von Klaus Altmann-Dangelat