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Pflege der Wanderwege

10.04.2018

Man hat sich hier zu Lande schon lange daran gewöhnt, dass Wandern auf gut markierten Wegen stattfindet. Im gesamten Bundesgebiet dehnt sich das markierte Wanderwegenetz auf rund 200.000 Kilometer aus. Dies war jedoch nicht immer so, denn in früheren Jahren gab es nur sporadisch Wanderwegweiser und eine Wanderkarte war praktisch Pflicht um sich nicht zu verlaufen. Heute ergänzt und unterstützt die digitale Navigation die Wanderer zusätzlich.

Das Wandern ist wieder eine beliebte Freizeitbeschäftigung geworden und man trifft in der Region bei weitem nicht nur rüstige Rentner auf den markierten Wanderwegen sondern auch vermehrt junge Leute die das Wandern für sich entdeckt haben. Qualitätswege "Wanderbares Deutschland" müssen 9 Kernkriterien und 23 Wahlkriterien erfüllen. Dazu gehören unter vielen anderen Vorgaben auch die Markierung und ein Leitsystem. Als zweites Prädikat wird das Deutsche Wandersiegel für Premiumwege mit hohem Erlebniswert vergeben. Eine Bewertung von insgesamt 34 Kriterien, die in ein Punktesystem einfließen, entscheiden über die Anerkennung zum Premiumweg. Die Markierung und Wegweisung zusammen mit der Oberflächenqualität der Wege und deren Wegführung durch die Landschaft sorgt so letztlich auch für zufriedene Wanderer.

Zufriedene Wanderer 

Zufriedene Wanderer (Bild: Udo Schuster)

Das A und O einer Genusswanderung ist jedoch die lückenlose Markierung eines Wanderweges. Die Markierungszeichen müssen gut sichtbar sein und den Wegverlauf eindeutig erkennen lassen. "Dies ist auch im Zeitalter von GPS Navigation von den Wanderern gewünscht", bestätigt der Vizepräsident vom bayerischen Wanderverband, Karlheinz Schuster.  In ganz Bayern sind über 44.000 Kilometer Wanderwege markiert. Da die Wegzeichen nicht von selbst an den Bäumen wachsen braucht es dazu ehrenamtliche Wanderwegemarkierer.

Das längste Wegenetz mit über 8150 Kilometer Wanderwegen pflegt der Fränkische Albverein (FAV) mit insgesamt 260 Wegemeister, so werden diese ehrenamtlich Tätigen beim FAV genannt. Direkt nördlich des FAV Gebietes liegt die Betreuung der Wege beim Fränkische Schweiz Verein (FSV). Hier zeichnen die dortigen Wegewarte 4870 Kilometer Wanderwege aus. Weitere 11 große Wandervereine, vom Bayerischer Wald Verein bis zum Spessartbund, kümmern sich um den Rest der Wanderwege in Bayern.

In der Regel sind die Wanderwegmarkierer in Ortsgruppen oder Mitgliedsgruppierungen des jeweiligen Hauptvereins organisiert. Ob die Markierungszeichen genagelt oder geklebt werden sollen, darüber streiten sich die Geister in allen Vereinen. So zum Beispiel wird im Arbeitsgebiet des FAV vorwiegend das Markierungszeichen, eine dünne Plastikfolie mit dem entsprechenden Symbol, auf die Bäume geklebt. Auf den Wanderwegen des FSV findet man derzeit überwiegend noch die genagelten Plastiktäfelchen auf denen Rotpunkt, Grünkreuz und Co aufgedruckt ist. Der Trend geht jedoch zum Kleben, so Fritz Sitzmann der seit über acht Jahren als Hauptwegewart im FSV tätig ist. Alle 3 Jahre erfolgt eine Nachzertifizierung und damit auch eine strenge Kontrolle ob das Prädikat "Wanderbares Deutschland" auch weiterhin für diesen Wanderweg gültig bleibt. Bei solchen zertifizierten Wegen haben die Verantwortlichen aller Vereine ein besonderes Augenmerk auf eine tadellose Kennzeichnung des Wegverlaufes, denn eine Aberkennung als Premiumwanderweg, und damit der Verlust des Siegels vom deutschen Wanderverband, bedeutet auch einen enormen Imageschaden für die Region. Wenn ein Wanderweg aus dieser Kategorie auf einer Teilstrecke umverlegt wird, wie im Herbst letzten Jahres beim Frankenweg durch die Ortsgruppe Weißenohe bei Oberrüsselbach geschehen, bedeutet dies aber auch Büroarbeit. Die neuen Trassen müssen ja auch an die Wanderkartenverlage weitergemeldet werden. Bis jedoch neues Kartenmaterial dazu erstellt wird kann es lange dauern. Grundsätzlich hat jeder Wanderweg auch ein gewisses Eigenleben. Bedingt durch Flurbereinigung oder durch Überackern einer Fläche, sowie ein Wildschutzzaun der einen Waldpfad unbegehbar macht, muss die Wegeführung oftmals neu konzipiert werden.

(Bild & Text: Udo Schuster)