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Magerscheune soll Naturparkinformationszentrum werden

28.06.2018

Neben der Umbenennung des Naturparks „Fränkische Schweiz – Veldensteiner Forst“ in „Fränkische Schweiz – Frankenjura“ (wir berichteten) war die die Errichtung eines Naturparkinformationszentrums in der Pottensteiner Magerscheune der zweite wichtige Tagesordnungspunkt für die künftige Neuausrichtung des 50 Jahre alten Naturparks.

Die 50 erschienen Mitglieder des Naturparkvereins segneten bei der Mitgliederversammlung im Hotel Heiligenstädter Hof auch diesen Vorschlag des Vorstands einstimmig ab. Wie der Pottensteiner Bürgermeister Stefan Frühbeißer (CWU/UWV) dazu erklärte, brauche er eine Absichtserklärung des Naturparkvereins zum Umzug der Geschäftsstelle vom Pottensteiner Rathaus in die historische Magerscheune. Denn noch heuer werden die Planungen für die künftige Nutzung der Magerscheune, in der sich eins das KZ-Außenlager des Konzentrationslagers Flossenbürg befand, mit einem Architektenwettbewerb beginnen. Angedacht ist dabei das im Erdgeschoss der Magerscheune der Naturpark zusammen mit der Stadt Pottenstein ein touristisches Infozentrum betreibt. Die städtische Tourist-Info, die sich bisher im Rathaus befindet, soll dann ebenfalls in die Magerscheune als zentraler Anlaufpunkt in Pottenstein umziehen. Im Rathaus wird es für Naturparkgeschäftsführer Wolfgang Geißner in seinem kleinen Büro ohnehin bald zu eng werden. Denn momentan läuft eine Stellenausschreibung für eine Halbtagsstelle zur Assistenz der Geschäftsleitung des Naturparks. Derzeit werden gerade die eingegangen Bewerbungen für diese Stelle gesichtet. Wie Frühbeißer weiter betonte, werde es für den Naturparkverein nicht teurer wenn die Geschäftsstelle in die Magerscheune umzieht. Und für ein Naturparkinfozentrum in der Magerscheune winken sogar staatliche Zuschüsse. Denn wie Andreas Niedling von der oberen Naturschutzbehörde der Regierung von Oberfranken sagte, gehe dies aus der Regierungserklärung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hervor. Demnach soll jeder bayerische Naturpark ein Naturparkzentrum und zwei bis vier Naturparkranger bekommen. Das bereits bestehende Naturparkinformationszentrum im Muggendorfer Bahnhof tangiert dies nicht. Im Gegenteil, denn das Infozentrum in Muggendorf soll sogar noch ausgebaut und erweitert werden. Laut Geißner hat es ja auch andere Schwerpunkte. Nämlich Höhle und Karst und die Dampfeisenbahn. Welchen Schwerpunkt ein Naturparkinfozentrum in Pottenstein einmal bekommen wird, darüber muss man sich allerdings noch Gedanken machen. Zeit dafür hat man jedenfalls bis mindestens 2020, denn eher wird es nicht fertig sein. Eher später, so Frühbeißer. Machte man sich vor ein paar Jahren noch Gedanken wie es mit dem Naturpark überhaupt weitergehen kann, steht der Verein vor allem finanziell heute wesentlich besser da. So wurde die Verwaltungskostenpauschale, die der Naturparkverein als Förderung vom Freistaat bekommt, im letzten Jahr von 20.000 Euro auf 80.000 Euro erhöht. Die Zahlung der Verwaltungspauschale ist jedenfalls bis 2021 gesichert und Niedling geht davon aus, dass es auch danach weitergeht. Für den Forchheimer Landrat und „Naturparkchef“ Hermann Ulm (CSU) waren dies alles sehr erfreuliche Informationen. „Wir haben nun ein ganz anderes Fundament mit dem wir arbeiten können“, so Ulm der auch zweiter Vorsitzender des neu gegründeten Naturparkdachverbands Bayern mit Sitz im oberbayerischen Eichstätt ist. Finanziell steht der Verein gesund da konnte letztes Jahr ein Überschuss von knapp 44.000 Euro erwirtschaftet werden der der Rücklage zugeführt wird. Ein einmaliger Kostenfaktor in diesem Jahr ist noch der bereits erfolgte Abriss der Waldschänke im Veledensteiner Forst. Dafür sind heuer noch 45.500 Euro eingeplant, allerdings gibt es dafür auch 35.500 Euro Fördergelder. Wie Geißner betonte ist der Verein gut aufgestellt. Er rechnet heuer mit Einnahmen in Höhe von rund 490.000 Euro, denen rund 465.000 Euro an Ausgaben gegenüberstehen. Für das Naturparkprogramm 2018/2019 haben bisher 18 Mitgliedsgemeinden Projekte von der Biotoppflege über die Besucherlenkung, die Errichtung von Erlebnispfaden und deren Instandsetzung bis hin zur Ausstattung und Neubeschilderung von Wanderwegen angemeldet. Im letzten Jahr konnten knapp über 200.000 Euro an Fördermitteln für Projekte mit Gesamtkosten von über 400.000 Euro in 22 Gemeinden aus sechs Landkreisen erreicht werden. Für das Jubiläumsjahr ist vom 15. Oktober bis 11. November im Fränkische Schweiz Museum eine Sonderausstellung unter dem Motto „Mensch und Natur – 50 Jahre Naturpark Fränkische Schweiz – Frankenjura“ geplant. Außerdem soll eine Jubiläums-Erlebnis-Karte „50 Jahre Naturpark 2018“ herausgegeben werden in der die Hauptwanderwege und Naturerlebnispfade ebenso kartiert sind wie die Natura-2000-Gebiete im gesamten Naturpark. Für alle Mitglieder und Freunde des Naturparks ist zum Abschluss des Jubiläumsjahres im Oktober oder November im Gasthof Goldener Stern in Muggendorf eine Sonderveranstaltung geplant. Zusammen mit dem Wirtschaftsband A9 – Fränkische Schweiz bewirbt sich der Naturpark außerdem für die „Öko-Modellregion“ nach dem Landesprogramm „Bio-Regio Bayern 2020“. tw

– Heiligenstadt, Thomas Weichert – 

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