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Sonderausstellung unter dem Motto „Natur & Mensch“

13.10.2018

Pottenstein. Der Naturpark Fränkische Schweiz - Frankenjura blickt im Jahr 2018 auf sein 50-jähriges Bestehen zurück. Der Naturpark gehört mit 2300 Quadratkilometern zu den größten seiner Art in ganz Deutschland. Er präsentiert sich ab Montag im Fränkische-Schweiz-Museum in Tüchersfeld mit einer Sonderausstellung unter dem Motto „Natur & Mensch“.

Im Jubiläumsjahr gab es die größten Veränderungen seit langer Zeit. Bisher firmierte der Naturpark unter der geografischen Bezeichnung „Fränkische Schweiz - Veldensteiner Forst“. Denn ursprünglich beinhaltete das Naturparkgebiet lediglich den Veldensteiner Forst.

Die Planungen reichten bis in die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg zurück. Ende 1966 hatte der Kreistag Pegnitz das Forstgebiet zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Eine treibende Kraft für das Projekt war der damalige Kreisbaumeister Kurt Wenninger.

Schon damals bemühten sich Kommunen aus der Fränkischen Schweiz, in das Naturparkgebiet mit einbezogen zu werden. Dem erteilte Pegnitz 1968 aber eine Absage.

In einem Schreiben an die Stadt Pottenstein hieß es: „Der Stand der allgemeinen Planungen und der sonstigen Vorhaben lässt zum jetzigen Zeitpunkt eine Einbeziehung der Fränkischen Schweiz nicht zu, wollte man nicht Gefahr laufen, die geleistete Arbeit und den zu erwartenden Erfolg beim Ausbau des Erholungsgebietes in Frage zu stellen.“ 50 Jahre später ist nun vom Veldensteiner Forst nicht mehr die Rede. Seltsam, wie sich manche Dinge entwickeln…

Der Naturpark ist vor 50 Jahren am 27. Juli 1968 bei einer Sitzung im ehemaligen Landratsamt in Pegnitz offiziell aus der Taufe gehoben worden. Als Hauptaufgabe sah man damals die Erschließung der Wanderwege für die Erholungssuchenden an. Schon in dieser Zeit kamen viele Besucher auf der Autobahn aus dem Großraum Nürnberg. Deshalb sollten auch Parkplätze angelegt werden, „damit der Forstbetrieb nicht benachteiligt wird“, war 1968 im Kurier zu lesen. Denn an Wochenenden und in den Ferien sei das Forstgebiet oft „übervölkert“.

Das neue Logo des Naturparks

50 Jahre später wurde nun der Begriff Veldensteiner Forst durch Frankenjura ersetzt. Der Forchheimer Landrat Hermann Ulm argumentierte in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Naturparkvereins in der Mitgliederversammlung, dass sich viele Gemeinden vom Landkreis Lichtenfels bis ins Nürnberger Land weder in der bisherigen Bezeichnung „Fränkische Schweiz“ noch „Veldensteiner Forst“ wiederfinden.

Der Bayreuther Landrat Hermann Hübner ergänzte, dass der Begriff „Veldensteiner Forst“ für die Außendarstellung des Naturparks schon immer „sperrig“ gewesen sei. Zum Naturpark gehören mittlerweile auch die jeweils nördlichen Landschaften der Hersbrucker Alb und des Oberpfälzer Jura. Daher sei die neue Bezeichnung des Naturparks mit dem zusätzlichen Markenbegriff „Frankenjura“ passender. Neben der Umbenennung des Naturparks „Fränkische Schweiz – Veldensteiner Forst“ in „Fränkische Schweiz – Frankenjura“ (wir berichteten) war die die Errichtung eines Naturpark-Informationszentrums in der Pottensteiner Magerscheune der zweite wichtige Beschluss für die künftige Neuausrichtung des 50 Jahre alten Naturparks. Es wurde auch beschlossen, dass die Geschäftsstelle personell erweitert wird.

In der historischen Magerscheune befand sich in der Nazi-Zeit ein Außenlager des Konzentrationslagers Flossenbürg. In diesem Rahmen soll auch diesem Teil der Pottensteiner Stadtgeschichte gedacht werden. Die Magerscheune war ein Häftlingslager und Außenstelle des KZ Flossenbürg. Das Dachgeschoss ist noch im Zustand wie früher erhalten und zur Widmung als Dokumentationsstätte geplant.

Im Erdgeschoss des Gebäudes wird der Naturpark zusammen mit der Stadt Pottenstein ein touristisches Infozentrum einrichten. Denn die städtische Tourist-Info, die sich bisher im Rathaus befindet, soll dann ebenfalls in die Magerscheune umziehen. Mit dem Umzug sei frühestens im Jahr 2020 zu rechnen, hieß es. Doch nicht genug der Neuerungen: Jeder bayerische Naturpark wird und zwei bis vier „Naturparkranger“ einstellen. Das Infozentrum in Muggendorf soll ausgebaut und erweitert werden. Zusammen mit dem Wirtschaftsband A9-Fränkische Schweiz bewirbt sich der Naturpark außerdem für die „Öko-Modellregion“ nach dem Landesprogramm „Bio-Regio Bayern 2020“.

Das Jahr 2018 brachte im Januar auch das Ende der Waldschänke beim Wildgehege Hufeisen. Die ehemalige Gaststätte war im Oktober 1976 eröffnet worden.

Das Gebäude spiegle die die Ideen (des kurz vorher verstorbenen) Kreisbaumeister Wenningers wider, so der damalige Vorsitzende, der Pottensteiner Bürgermeister Hans Körber.

Denn die Fränkische Schweiz war mittlerweile doch in den Naturpark, der auch umbenannt wurde, integriert worden. Die Waldschänke war schon seit Jahren geschlossen, denn die Balken waren mit einem giftigen Holzschutzmittel belastet.

Von Klaus Altmann-Dangelat