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Brennerei & Hofladen Singer

Leutenbach, Mittelehrenbach 19

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Frisches Obst nach Saison, raffinierte Fruchtaufstriche, Obstliköre und Brände aus den eigenen Obstgärten.

Wer Susann Singer auf ihrem schmucken Dreiseithof besucht, kann viel über Kirschen, Äpfel und deren Verarbeitung lernen. „Das hier ist eine Kornelkirsche, die ist besonders aufwändig zu verarbeiten, weil sie so einen großen Kern hat. Der Kern nimmt 2/3 der Frucht ein“, erzählt die sympathische Landwirtin. „Man muss warten, bis die Kirsche herunterfällt, sonst ist sie zu sauer. Also aufsammeln, waschen, aufkochen und durch ein Sieb geben, dann erst ist der Aufstrich fertig“, fasst Susann Singer ihr Handwerk zusammen.

Gemeinsam mit ihrem Mann Reinhard betreibt sie die Brennerei Singer, die so herrlich zentral in Mittelehrenbach liegt. Schon von Weitem grüßt das frisch verputzte Fachwerk mit grünen Fensterläden und blühendem Vorgarten. 

Der Hof steht in Mittelehrenbach seit dem 16. Jahrhundert

Die Geschichte des Hofes reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Als Susann Singer hier einheiratete, war der Hof ein „ganz normaler Vollerwerbshof mit Milchvieh, Schweinen und Kirschbäumen.“ Nach und nach bauten ihr Mann und sie den Hof zum reinen Obsthof um. Als 1996 das Brennrecht dazu kam, war der Grundstein gelegt, um Obst auch flüssig zu vermarkten. 

Streuobstwiesen sind Heimat für viele Insekten und Vögel

Insgesamt fünf Hektar Land bewirtschaftet die Familie im Nebenerwerb. Auf den Streuobstwiesen der Singers stehen Mollebusch-Birnen, die gut und gerne 80 Jahre alt sind sowie Kirsch-, Zwetschgen-, Mirabellen-, Walnuss- und Apfelbäume. Vor Kurzem ist einer der Lieblingskirschbäume abgestorben – die Sorte Paradeis. „Aber wir haben Spechthöhlen am Baum gefunden, daher lassen wir ihn stehen. Als Totholz hat er auch auf einer Streuobstwiese eine wichtige Funktion, denn er ist Heimat für viele Insekten und Vögel“, erklärt Susann Singer. 

Von der Kunst eine Kirsche zu pflücken. 

Die Haupterntezeit beginnt Anfang Juni mit den Kirschen und endet im Oktober mit den Äpfeln. Von der Ernte weiß Susann Singer viel zu erzählen: Wie man eine Kirsche „reißt“, damit sie nicht „blutet“ und wie man eine Leiter trotz Hanglage sicher am Hochstamm anlegt, damit man beim Kirschenpflücken nicht herunterfällt. 

Wer will, kann mithelfen.

Im September und Oktober ist Susann Singer jeden 2. Tag auf ihren Wiesen unterwegs, um heruntergefallenes Streuobst aufzusammeln. Wer mithelfen möchte, ist herzlich willkommen. Susann Singer engagiert sich im Verein Ernteerlebnis Fränkische Schweiz, der interessierte Menschen zur Mitarbeit an Obstbauernhöfe in der Fränkischen Schweiz vermittelt. Das Prinzip ist einfach: Gegen Kost und Logis hilft man während der Erntezeit auf den Obsthöfen mit. Bei Familie Singer freut man sich besonders über Unterstützung im August, wenn Zwetschgen und Mirabellen reif sind.

Die Vielfalt ihrer Streuobstwiesen verarbeitet Susann Singer zu Säften, Sekt und Essigen. Gerade hat sie frischen Apfelsaft gepresst und abgefüllt. Je nachdem wie die Ernte ausgefallen ist, mischt Susann Singer den Apfelsaft mit Kirsche, Holunder oder Quitte. Das kommt gut an bei den Stammkunden!  

Aus Streuobstäpfeln entstehen Apfelbalsamico, Saft und Apfelschaumwein

Einen Teil vom Apfelsaft behält sie zurück, um Apfelbalsamico anzusetzen. Susann Singer ist außerdem eine der fünf Produzenten des Apfelsekts Charlemagne. „Der Charlemagne macht eine Haufen Arbeit“, lacht sie. In den Apfelschaumwein kommen nur Äpfel von ihren Streuobstwiesen, hauptsächlich Winterrambur, Boskoop und der Rote Bellefleur. „Ich schau mir jeden Apfel an“, erzählt Susann Singer. Faules Obst wird selbstverständlich aussortiert. Es gibt den Charlemagne in den Geschmacksrichtungen trocken, halbtrocken und als Rosé-Variante. Aufgrund seiner neunmonatigen Flaschengärung ist die Herstellung sehr aufwändig und eine Flasche Apfelsekt kostet zwischen 11 und 13 Euro. 

Raritäten aus dem Hofladen: Haferschlehenbrand, Fruchtaufstrich aus Kornelkirschen oder Kürbiskernbrand

Von September bis Oktober ist die Zeit des Brennens und Destillierens. Dann zieht ein fein-würziger Duft durch die Brennerei. Im Hofladen steht eine beachtliche Anzahl an Bränden und Geisten, aber auch an Fruchtaufstrichen und Essigen bereit. Außergewöhnliche Raritäten wie ein kombinierter Brand aus Brombeeren und Williamsbirnen reihen sich an fruchtige Aufstriche von der Kornelkische, die Susann Singer mit hauseigenem Apfelsaft kombiniert. Ihre Fruchtaufstriche haben mindestens 66% Obstanteil und enthalten nur 33% Zucker. Zu vielen Produkten kann sie eine Geschichte erzählen: „Die Basis unseres Kirschwassers ist die Kirschsorte Cordia. Diese hier haben wir im Jahr 2018 geerntet, als der Sommer sehr trocken war. Die Kirschen waren aufgrund der Hitze ähnlich klein wie Rosinen. Aber ihr hoher Zuckergehalt hat einen sehr feinen Brand ergeben, der selbst uns erstaunt hat.“ Ein paar Meter weiter steht ein Brand aus Haferschlehen. „Die Haferschlehen sind zur Haferernte reif und brauchen keinen Frost. Der Brand erinnert ein bisschen an Zwetschgen.“ Besonders beliebt bei den Kunden ist der Williams-Brand. Susann Singers Favorit ist jedoch die Sußbirne, denn sie hat „mehr Charakter und schmeckt fruchtiger“. Auch Raritäten wie Kürbiskerngeist oder Ingwergeist findet man im Regal. „Mein Mann experimentiert einfach gern“, lacht sie. Und auch ihre Kunden sind überrascht, wie nussig ein Kürbiskernbrand schmecken kann. 

Besonderheiten:

  • Familie Singer ist einer der fünf Produzenten des Apfelschaumweins Charlemagner, der in Flaschengärung hergestellt wird.
  • Kürbiskerngeist 
  • Apfel-Wacholder-Brand, der an Gin erinnert und Whisky aus fränkischem Malz und Weizen gebrannt.
  • Familie Singer ist Mitglied im Verein Ernteerlebnis Fränkische Schweiz, der Interessierte zur Mithilfe an Obstbauernhöfe vermittelt.

Produkte:

  • Frisches Obst je nach Saison: Mirabellen, Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Walnüsse, Kirschen
  • Fruchtaufstriche mit 66% Fruchtanteil
  • Geiste, Brände und Liköre von den eigenen Streuobstwiesen und Plantagen, zum Beispiel Sauerkirschbrand, Kirschwasser, Apfel-Wacholder-Brand

Öffnungszeiten

Nach kurzer telefonischer Vereinbarung sind wir jederzeit gerne für Sie da.

Preisinfos

Eintrittspreise

Kontakt

Susann und Reinhard Singer

Betreiber

+49 9199 385

+49 9199 697436

reinhard.singer@t-online.de

www.brennerei-singer.de

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