Naturpark Fränkische Schweiz Mobile Icon

Navigation

Direktvermarkter

Die Michlbauer-Manufaktur – ein Demeter-Ziegenhof in der Oberpfalz

Ursensollen, Stockau 3

Ziegenmilchkaramell, Ziegenfleisch und Hofkonzerte

Ein Tag auf dem Ziegenhof in Stockau beginnt für Schirin Oeding und Sebastian Meier meist schon um 6 Uhr. Dann wollen 180 Ziegen gemolken und gefüttert werden. 

Der oberpfälzische Demeter-Betrieb ist schon etwas Besonderes, denn Schirin und Sebastian haben sich auf muttergebundene Ziegenaufzucht spezialisiert. Das bedeutet: Die Zicklein bleiben nach der Geburt mindestens sechs Wochen in der Herde, laufen bei ihren Müttern mit und trinken dabei so viel Milch, wie sie wollen. Ungefähr 70 Liter Milch benötigt ein Zicklein in seinen ersten 45 Lebenstagen. Der Vorteil: Der Nachwuchs lernt ganz nebenbei von den Senioren das natürliche Sozialverhalten kennen. Klingt, als sei es völlig normal – aber nicht für einen Betrieb, der sich eben auch wirtschaftlich rechnen muss. Denn die Milch, die die Lämmer trinken, fehlt am Ende in der Molkerei. „Wir haben uns bewusst dafür entschieden“, erzählt Schirin Oeding. Für sie und ihren Mann Sebastian steht das Tierwohl an erster Stelle.

Die Lämmer bleiben bei ihren Müttern

Ein Blick zu konventionellen Betrieben zeigt, dass die meisten Lämmer gleich nach der Geburt von ihren Müttern getrennt und in speziellen Mastbetrieben mit Milchpulver aufgezogen werden. Um eine bessere Milchleistung zu erhalten, werden Ziegen dort oft das ganze Jahr „durchgemolken“. In Ursensollen dagegen haben sie von November bis Januar Melkpause. Schirin und Sebastian geben ihren Tieren Zeit, um sich gut auf die Geburt der Zicklein vorzubereiten. Ende Januar kommen die ersten Lämmer zur Welt, werden gesäugt und aufgezogen. Die weiblichen Tiere bleiben zum Teil als Nachzucht auf dem Hof. „Wir haben schon extrem alte Ziegen, sie sind teilweise bis zu 15 Jahre alt“, lacht Schirin.

In Stockau behalten die Ziegen auch ihre Hörner, wie es für einen Demeter-Betrieb üblich ist. Da Ziegen mit Hörnern mehr Platz brauchen, gibt es auf dem Hof einen großen Stall. Zusätzlich stehen den Ziegen rund vier Hektar Land zur Verfügung, damit sie ihrem Spieltrieb frönen können. Das Futter für seine Tiere stellt Sebastian Meier selbst her, denn die Nahrung der Tiere hat einen wichtigen Einfluss auf die Milchqualität. Heu, Klee-Gras, Luzerne und etwas Getreide sind die Basis für die hochwertige Milch vom Ziegenhof.

Biolandwirtschaft und Instrumentenbau

Mit ihrer Überzeugung zur biologischen Landwirtschaft treten Schirin und Sebastian in die Fußstapfen von Sebastians Eltern Eva und Hans, die ihren Betrieb schon im Jahr 1992 auf Bioanbau umstellten und damit zu den Pionieren in der Region gehörten. 

Sebastian Meier ist eigentlich gelernter Instrumentenbauer. Als die Hofnachfolge anstand, verlegte er seine Werkstatt kurzerhand von München in die Oberpfalz. Und so verwundert es nicht, dass zwischen „Mäh und Muh“ bei den Michlbauern mehrmals im Jahr auch Hofkonzerte stattfinden.  

Rinder grasen hinter dem Haus

Hinter dem Haus auf den Weiden grast eine kleine Rinderherde aus Wagyu-Rindern, Fleckvieh und Charolay-Limousin. Auch eine kleine Hühnerherde und Bienen gehören zum Betrieb.

Doch zurück zu den Ziegen: Der Großteil der Ziegenmilch, fast 98%, geht an die Biokäserei Wohlfahrt in Edelsfeld, wo Familie Wohlfahrt die Milch in schmackhaften Frisch- und Hartkäse verarbeitet, der bayernweit vertrieben wird.

Preisgekröntes Ziegenmilchkaramell

Den Rest der Milch verwendet Schirin Oeding, um in ihrer Genussmanufaktur ihr eigenes Ziegenmilchkaramell herzustellen. Nach einem eigens entwickelten Rezept rührt sie aus frischer Ziegenmilch, Bio-Bourbon Vanille und bayerischem Demeter-Zucker einen dickflüssigen Aufstrich an, der nicht nur zu Brot, sondern auch zu Waffeln, Käse und Joghurt gut schmeckt. Der Erfolg gibt ihr recht: Jüngst wurde ihr Ziegenmilchkaramell als Bayerns bestes Bioprodukt ausgezeichnet.

Botschafterin für Ziegenfleisch

Schirin ist viel in der Welt herumgekommen. Sie wuchs in Kanada auf und entschied sich bewusst für ein landwirtschaftliches Studium an der Universität Hohenheim. Nun ist sie nicht nur Landwirtin mit Masterabschluss, sondern auch Botschafterin für Ziegenfleisch: „Ich freue mich über den Geschmack und die Vielfältigkeit, mit der man Ziegenfleisch in der Küche einsetzen kann.“ Man kann es kurzbraten und braten oder langsam schmoren und damit vorzügliche Ragouts zubereiten. Doch leider wissen nur wenige Verbraucher, dass Ziegenfleisch ein besonders hochwertiges Fleisch ist. Es ist sehr fettarm und besitzt hochwertige Eiweiße.

Die Ziege als Landschaftspfleger

„Im mediterranen Raum ist die Ziege fester Bestandteil der Landschaft“, erzählt Schirin. Und auch im Naturpark Fränkische Schweiz – Frankenjura galt die Ziege gern als „die Kuh des kleinen Mannes“, weil sie ausgesprochen genügsam ist und dabei ein sehr effektives Verdauungssystem hat. 

Doch leider spielt Ziegenfleisch in der hiesigen Küche keine große Rolle, obwohl der traditionelle Osterbraten typischerweise vom Ziegenlamm stammt und auch der Bocksbraten zur Kirchweih eine lange Tradition besitzt. 

Das wollen Schirin und ihr Mann Sebastian nun ändern: Von Ostern bis Anfang September ist einmal im Monat Schlachttag, dann kann man Thüringer Waldziegen, Edelziegen oder Zicklein küchenfertig mit Innereien oder nur mit Edelteilen ab Hof kaufen. Wann der nächste Termin ist, erfährt man am besten, wenn man sich in den Email-Verteiler auf der Webseite einträgt. 

„Ziegenfleisch braucht Zeit und etwas Säure“, fasst Schirin Oeding ihr Rezept für einen guten Ziegenbraten zusammen. Ihre Vision: Ich wünsche mir, dass Ziegengerichte ein ganz normales Angebot auf den Speisekarten der Gastronomen und zuhause auf dem Tisch werden!“

Besonderheiten: 

  • Die Zicklein laufen in ihren ersten Lebenswochen ganz natürlich in der Herde mit und werden von ihren Müttern aufgezogen
  • Von Ostern und bis Ende August/ Anfang September findet der Fleischverkauf auf Vorbestellung ab Hof statt. Am besten in den Email-Verteiler eintragen.

Produkte:

  • Zicklein/Jungziege; ganz, zerlegt oder nur Edelteile (Schulter, Keule, Rücken) mit oder ohne Innereien (7-8 kg Schlachtgewicht), als küchenfertiges Fleischpaket
  • Ziegenmilchkaramell wurde als Bayerns bestes Bioprodukt ausgezeichnet
  • Pfefferbeißer und Bratwurst aus Ziegenfleisch
  • Rindfleisch vom Wagyu/ Wagyu-Kreuzungsrind

Kontakt

Schirin Oeding und Sebastian Meier

Betreiber

+49 151 56634348

Anfahrt

Navigation starten:

Karte

Karte wird geladen...

Besuchen Sie uns auch auf:

www.michlbauerbio.de

diese Seite teilen

Weitere Tipps in der Nähe

Ort

Illschwang, Am Dorfplatz 2

Birgland

1800 Einwohner

Wander-Tour

Kastl

Birgland Schlaufe

7:20 h 478 hm 534 hm 23,4 km mittel

Wander-Tour

Kastl

Illschwanger Schlaufe

8:15 h 706 hm 679 hm 24,7 km schwer

Das könnte dir auch gefallen

Wander-Tour

Memmelsdorf

13-Brauereien-Weg

10:15 h 615 hm 624 hm 34,4 km schwer

Motorrad-Tour

Gößweinstein

3-Täler-Runde

2:00 h 770 hm 0 hm 67,3 km leicht

Aussichtspunkt/-turm

Wiesenttal, Engelhardsberg

Adlerstein

Ort

Ahorntal, Kirchahorn 63

Ahorntal

2200 Einwohner

Wander-Tour

Ahorntal

Ahorntaler Brauereienweg

7:30 h 533 hm 533 hm 23,5 km schwer

Barrierefreie Tour

Plech

Aktiv- und Entdeckerpfad Plech

0:30 h 21 hm 16 hm 1,3 km sehr leicht

Wander-Tour

Plech

Aktiv- und Entdeckerpfad Plech (Naturlehrpfad)

0:30 h 66 hm 66 hm 1,1 km sehr leicht