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Schäferei Distler & Erzeugergemeinschaft Juralamm

Egloffstein, Markgrafenstr. 94a

Landschaftsschutz, der schmeckt!

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Zartgrüne Kräuter bahnen sich ihren Weg durch das Laub, der Frühling hat die kargen Hänge in einen Kräutergarten verwandelt. Hier, wo die Felsen in Sichtweite sind, ist das Refugium von Georg Distler und seinen rund 500 Mutterschafen. Zwischen dem Zwitschern der Vögel ist ihr Blöken weithin zu hören. Die Schäferei ist ein Relikt aus vergangenen Zeiten: Früher gab es in fast jedem Dorf einen Schäfer. Heute findet man in der gesamten Fränkischen Schweiz nur noch wenige von ihnen und auch in Bayern gibt es nur noch rund 80 Berufsschäfer. 

Georg Distler ist einer von 80 Wanderschäfern in Bayern

Einer von ihnen ist Georg Distler aus Egloffstein. Von Mai bis zum Wintereinbruch ist er mit seinen Schafherden unterwegs, um die kräuterreichen Hänge an der Ehrenbürg, im Trubachtal oder rund um Egloffstein zu beweiden. Mühelos klettern die vierbeinigen wolligen Helfer an Hängen und Felsen hinauf, um Spitzwegerich, Huflattich und wilden Thymian zu zupfen. „Meine Tiere haben ein wunderbares Leben“, lacht Georg Distler. Während Schäfer und Schafe von Wiese zu Wiese ziehen, werden sie begleitet vom Hütehund, der dafür sorgt, dass die Schafe nicht einfach wild weiterziehen. Kaum gibt der Schäfer ein Kommando, rennt der Hund los und treibt die Schafe zur Herde zurück.

Viele Zuchterfolge mit Merinolandschafen

Georg Distler züchtet vor allem Merinolandschafe. „Wir wollen ein ordentliches Fleisch liefern“, betont der Schäfer. Daher ist er oft auch im Winter mit seinen Schafen unterwegs, um abgeerntete Äcker abzuweiden, die befreundete Landwirte für den Schäfer freigegeben haben. Leider wird es auch für ihn immer schwerer, geeignete Flächen für seine Schafe zu finden. 

„Wir arbeiten hier wie im Mittelalter“, lacht der sympathische Landwirt. Er ist, wie er sagt „neigeboren“ in den Beruf des Schäfers. Sein Tag beginnt morgens um 5.30 Uhr und endet selten vor 21 Uhr. Als Schäfer ist er nicht nur Landwirt und Landschaftspfleger, sondern im besten Fall auch Metzger und Marketingmanager, der das Fleisch der Tiere selbst verkauft.

Schäfer sind unverzichtbar für die Landschaftspflege und die Vernetzung von Biotopen

Die Arbeit der Schäfer ist unverzichtbar für die Landschaftspflege. Vor allem Trockenrasen und Wacholderheiden brauchen die Hilfe von grasenden Tieren, denn wenn die Flächen nicht beweidet werden, verbuschen sie innerhalb von 5 oder 10 Jahren. Die Wiesen und Heiden sind wahre Hotspots für den Artenreichtum und finden sich meist an Hängen und auf abgelegenen Hochflächen, die für eine landwirtschaftliche Nutzung unrentabel geworden sind. Doch gerade hier ist das Refugium für wärmeliebende Pflanzen- und Tierarten, wie die Große Kuhschelle, den gelben Zahntrost und die Zypressen -Wolfsmilch. Sie haben sich an die rauen Lebensbedingungen angepasst und können mit extremer Hitze, Trockenheit und starkem Wind sehr gut umgehen. Auch bei der Vernetzung von Biotopen spielen Schafe eine wichtige Rolle: Forscher des Instituts für Agrarökologie in Neustadt an der Weinstraße haben herausgefunden, dass eine Schafherde von 500 Schafen bis zu 2 Millionen Pflanzensamen in ihrer Wolle transportiert. Schafe helfen also nicht nur bei der Beweidung der artenreichen Trockenrasen, sondern helfen auch mit, den Reichtum und die Vielfalt an Pflanzenpopulationen zu verbreiten. Fördergelder für Landschaftspflege und Vertragsnaturschutz machen daher heute auch den größten Anteil am Einkommen eines Schäfers aus. 

Wanderschäfer brauchen keine Zäune

Was unterscheidet die Landschaftspflege mit Schafen von der mit Weiderindern? „Das Besondere am Schäfer ist, dass er mit seinen Tieren frei umherzieht und Landschaften pflegt, ohne in die Natur einzugreifen", erklärt Martin Barthl, der Geschäftsführer des Landesverbands Bayerischer Schafhalter. „Im Gegensatz zu Weiderindern, für die erst Zäune gebaut werden müssen, bleibt beim Schäfer die Natur, wie sie sein soll, ohne verbaut zu werden“, fügt er hinzu. Für Martin Barthl ist Schäfer zu sein ein Traumjob, „aber man muss sich diesen Beruf erstmal leisten können“, lacht er. 

Qualitätswolle ist mittlerweile ein Abfallprodukt

Statt von der Landschaftspflege würden die Schäfer viel lieber davon leben, was ihre Schafe produzieren: von Wolle und Fleisch. Doch mit der Wolle, die seit Jahrhunderten auf Qualität gezüchtet wurde, lässt sich heutzutage kein Ertrag mehr erzielen. „Eine Schafschur ist heute kaum noch rentabel. Mit den Erlösen aus der Schafwolle, lässt sich noch nicht mal die Arbeitszeit des Scherers bezahlen“, erzählt Martin Barthl. Der Wollpreis liegt aktuell bei 0,50 Euro pro Kilogramm. Damit wenigstens die Arbeitszeit für Scherer und Helfer bezahlt ist, bräuchten die Schäfer einen Wollpreis von 6,- Euro pro Kilogramm. 

Preis für Lammfleisch sinkt seit Jahren

Auch der Preis für Lammfleisch liegt seit Jahren unter dem Weltmarktpreis. Obwohl die Schafe zur Kulturlandschaft und dem Image der Mittelgebirge gehören, ist der Verzehr von Lammfleisch rückläufig. Nicht immer sind geeignete Schlachthöfe in der Nähe der Schäfereien vorhanden. „Es macht keinen Sinn, dass die Schafe für die Schlachtung durch ganz Deutschland gefahren werden,“ sagt der Geschäftsführer Martin Barthl aus München. 

Tierschutz in vollendeter Form

Den Betrieb von Georg Distler aus Egloffstein bezeichnet Martin Barthl daher als ein Beispiel für „Tierschutz in vollendeter Form“. Die Schafe leben die meiste Zeit ihres Lebens auf den Wiesen der Fränkischen Schweiz, sind auf Robustheit gezüchtet und brauchen daher auch keine Antibiotika. Das Besondere: Georg Distler ist auch Metzgermeister und schlachtet seine Tiere direkt auf dem Hof. Er hat vor Jahren in eigene Schlachträume investiert und vermarktet sein Fleisch über die Erzeugergemeinschaft Juralamm an regionale Metzgereien, Gastronomen und Privatpersonen. 

Das Fleisch der Lämmer gibt es auf Bestellung ab Hof

Die Lämmer sind meist vier bis sechs Monate alt, wenn sie geschlachtet werden. Drei bis vier Lammzeiten gibt es im Jahr. Geschlachtet wird auf Bestellung, das Fleisch wird küchenfertig zerlegt – das garantiert eine hervorragende Qualität. Um Ostern herum können das schon mal bis zu 120 Tiere sein. Ansonsten arbeitet Georg Distler auf Bestellung. 

Lammfleisch ist ausgesprochen gesund und kalorienarm

Lammfleisch punktet übrigens nicht nur bei der Landschaftspflege, es ist auch ausgesprochen gesund. Es enthält hochwertige Eiweiße, kaum Kohlenhydrate, wichtige Vitamine und Mineralstoffe. Dabei ist es sehr kalorienarm. 

Südeutsche Wander- und Hüteschäferei ist immaterielles Kulturerbe der UNESCO

Für Martin Barthl vom Landesverband Bayerischer Schafhalter ist Lammfleisch die ideale Verbindung von Landschaftspflege und der Erzeugung eines hochwertigen Lebensmittels. Kein Wunder, dass die UNESCO die Süddeutsche Wander- und Hüteschäferei zum immateriellen Kulturerbe ernannt hat. Mit dem Rückgang der Schäfereien schwindet das Wissen über das Hüten und Führen der Schafe, über die Haltung und Züchtung der Tiere und nicht zuletzt über die Nutzung der Weideflächen und damit auch die Kulturlandschaft, wie wir sie kennen und schätzen.

Erzeugergemeinschaft Juralamm e.V. , Fam. Distler

Markgrafenstr. 94a, 91349 Egloffstein

Tel. 09197 - 207

 

Besonderheiten:

  • Lammbraten erhalten Sie bei vielen Metzgern in der Region. Als „Lamm“ gilt ein Schaf, das bis zu einem Jahr alt ist, „Milchlämmer“ sind besonders junge Tiere, die noch kein Gras gefressen haben. Je älter die Tiere, umso intensiver bzw. „strenger“ der Geschmack. Daher bevorzugen viele Verbraucher das Fleisch junger Tiere.

Hier gibt es das Juralamm zu kaufen und zu genießen:

Kontakt

Erzeugergemeinschaft Juralamm e.V. , Fam. Distler

Ansprechpartner

Egloffstein, Markgrafenstr. 94a

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