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Obsthof Schmidt

Neunkirchen am Brand, Ermreuther Hauptstr. 44

Buntes Obst aus eigenem Anbau

Entspannte Geschäftigkeit liegt in der Luft. Gerade noch hat Herbert Schmidt frische Birnen ins Obstregal einsortiert. Auf dem Hof stapeln sich Kisten mit Mostäpfeln. Vorsichtig schichtet Lydia Schmidt würzige Pinova-Äpfel in die Holzkisten, während Juniorchef Jochen Schmidt den frisch gepressten Apfelsaft abfüllt. Willkommen auf dem Obsthof Schmidt! 

Lydia, Herbert und Jochen Schmidt sind Obstbauer aus Leidenschaft. Sie haben ihr Hobby zum Beruf gemacht. Inspiriert von einem Urlaub in Südtirol, beschloss Herbert Schmidt vor vielen Jahren den Milchviehbetrieb seines Vaters auf Obstanbau umzustellen. Kirschbäume gehörten schon seit Großvaters Zeiten zum Hof. Gesagt, getan: I997 pflanzte Herbert Schmidt die ersten Apfelbäume, 1998 baute er den Kuhstall zu einer Kühlkammer um. Er traf damit den Zeitgeist, denn immer mehr Verbraucher fragten sich, warum man Obst aus Neuseeland einfliegen lässt. „Als wüchsen in Franken keine Äpfel“, lacht Herbert Schmidt.

Wieviel Arbeit steckt im Obstbau?

Wieviel Arbeit hinter dem Obstanbau steckt, das erfährt man am besten auf der Obstwiese. Herbert Schmidt steigt auf seinen Traktor und tuckert los. Ein paar Straßen weiter, schon ist er am Ortsausgang angekommen, die Straße biegt ab und geht in einen Feldweg über. Und während der Weg sich an Streuobstwiesen entlangschlängelt, fragt man sich: Wie würde die Fränkische Schweiz aussehen ohne die tausenden Äpfel-, Kirsch- und Birnenbäume? Werden die Obstbäume nicht mehr gepflegt, verwildern sie nach und nach und sterben schließlich ab. 

Familie Schmidt setzt auf Diversifikation: Spalierobst und Streuobstwiesen

Die Obstwiesen der Schmidts sind weit davon entfernt. Zwischen 4.000 und 5.000 Bäume stehen auf ihren Wiesen. Zwischen den grünen Blättern leuchtet es rot. Die Bäume stehen in voller Pracht. Die Schmidts setzen auf Diversifikation: Spalierobst neben Streuobst, frühe Sorten stehen neben späten. Zwetschgen wachsen neben Kirschen-, Äpfel- und Birnenbäumen. Sie tragen Namen wie Topaz, Boskoop, Braeburn, Gräfin von Paris oder Gellerts Butterbirne, Alter Mollerbusch, Goldparmäne, alter Winterrambour oder Gravensteiner. Auch Sorten, die speziell für Allergiker geeignet sind, wie Santana, Wellant oder Sonnenglanz, gehören zur bunten Obstvielfalt der Schmidts. Für Diabetiker empfiehlt Herbert Schmidt die Sorten Delbarestivale oder Idared, weil sie weniger Fruchtzucker enthalten.

Arbeit gibt es das ganze Jahr

Und auch wenn die eigentliche Apfelernte erst im Herbst beginnt: Arbeit gibt es auf dem Obsthof das ganze Jahr: Bereits im Februar beginnen Herbert und Jochen Schmidt mit dem Baumschnitt. Jeden Baum begutachten sie und wo es nötig ist, wird geschnitten. Hier ist Fachwissen und viel Erfahrung gefragt, denn der Obstschnitt unterscheidet sich von Sorte zu Sorte. 

Im Frühjahr, wenn die Bäume in voller Blüte stehen, werden sie gegen Läuse und Frostspanner behandelt. Dann beginnt auch die Zeit der Wildbienen: Herbert und Jochen Schmidt haben auf ihren Obstwiesen zahlreiche wildbienenfreundliche Nistplätze geschaffen. Zahlreiche Völker überwintern hier jedes Jahr. Gemeinsam mit den Hummeln helfen sie bei der Bestäubung, denn die Wildbienen fliegen bereits bei einer Temperatur von ca. 8 Grad Celsius, während Honigbienen erst ab 12 Grad Celsius aus dem Winterschlaf erwachen. 

Im Juni, wenn sich die ersten Früchte an den Bäumen zeigen, wird ausgedünnt: Um das Wachstum möglichst großer Äpfel zu fördern, sortiert Herbert Schmidt an seinen Spalierbäumen kleine und schorfige Äpfel aus. 

Äpfel muss man besser behandeln als rohe Eier

Im Juli hängen die Kirschbäume voller Früchte. Einen Teil der Ernte liefern die Schmidts an den Obstgroßmarkt, der andere Teil wird direkt ab Hof verkauft.

Ende August beginnt die Apfelernte. Mit Handschuhen und ausgepolsterten Kisten stehen Herbert und Jochen Schmidt bereit, unterstützt werden sie dabei von Erntehelfern, die den Betrieb seit vielen Jahren kennen. Vorsichtig ziehen sie die Äpfel vom Baum ab, das Obst soll auf keinen Fall Druckstellen bekommen. „Äpfel muss man besser behandeln als rohe Eier“, erklärt Herbert Schmidt, während er an den Spalierbäumen eifrig erntet. Bis zu drei Mal pflückt er jeden einzelnen seiner unzähligen Bäume, denn die Äpfel reifen unterschiedlich: „Wenn ich den Apfel zu früh pflücke, ist der Geschmack noch nicht da, deshalb warte ich, bis er wirklich ausgereift ist.“ Und sein Sohn Jochen ergänzt: „Die Äpfel aus Übersee werden meist nach Lagerfähigkeit gepflückt, je früher man den Apfel erntet, umso länger ist er haltbar. Allerdings schmeckt er dann auch nach nichts.“ 

Hofeigene Kühlräume

Die Äpfel der Spalierbäume gehen direkt in den Verkauf und werden in den hofeigenen Kühlräumen zwischengelagert. Unterschiedliche Sorten benötigen unterschiedliche Temperaturen. „Äpfel zu lagern, ist viel komplizierter, als Fleisch“ erklärt Herbert Schmidt.  „Fleisch kann ich einfach runterkühlen, aber bei den Äpfeln spielen auch Luftfeuchtigkeit und Luftaustausch eine Rolle.“ Boskoop zum Beispiel lässt sich am besten bei 3-4 Grad Celsius lagern. Die meisten anderen Sorten bevorzugen eine Temperatur von 1 Grad Celsius und eine Luftfeuchtigkeit von 95%. Auch die Zusammensetzung der Luft ist beim Lagern wichtig, denn die Äpfel verbrauchen Sauerstoff, sie atmen. Damit sie nicht faulen, muss die Luftumwälzung akribisch gesteuert werden.

Die Äpfel der Streuobstwiesen landen im Saft

Einfacher haben es da die Äpfel der Streuobstbäume - sie landen direkt im Apfelsaft, frisch gepresst auf dem eigenen Hof. Sortenrein oder gemischt oder als „Roter Apfelsaft“ sind sie als 5 oder 10 Liter  Box erhältlich. Und wer genug von Äpfeln hat, der bekommt bei den Schmidts auch Trauben, Aprikosen, Weinbergpfirsiche und Nektarinen – von den eigenen Bäumen, versteht sich. Fränkische Obstvielfalt ganz groß. 

Besonderheiten:

  • Familie Schmidt bietet in der Erntezeit eine Selbstbedienung ab Hof 
  • Außerdem finden Sie die Schmidts auf folgenden Märkten:
  • Forchheimer Bauernmarkt an jedem 2. und 4. Freitag im Monat
  •  Bauernmarkt in Neunkirchen am Brand an jedem 1. und 3. Freitag im Monat
  • Fürther Apfelmarkt
  • Bayreuther Bauernmarkt an der Rotmainhalle jeden Samstag
  • Thermenmarkt Obernsees an jedem 1. Sonntag im Monat
  • Die Äpfel der Schmidts können in folgenden Märkten im Nürnberger Umland gekauft werden: 
  • Gemüsehof Brückner, Nürnberg 
  • Gemüsebau Gerhard Zucker, Fürth
  • Bauernladen Konrad Drechsler, Nürnberg-Boxdorf

Produkte:

  • Rund 20 verschiedene Apfelsorten, auch für Diabetiker und Allergiker 
  • Sortenreiner Apfelsaft, u.a. auch einen „Roten Apfelsaft“
  • Apfelchips
  • Birnen
  • Kirschen
  • Aprikosen
  • Nektarinen 
  • Zwetschgen
  • Tafeltrauben
  • Weinbergpfirsiche

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