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Osterbrunnen

Osterbrunnen

In der Fränkischen Schweiz gibt es zu Ostern seit mehr als 100 Jahren den Brauch Brunnen zu schmücken. Mittlerweile wird der Osterbrunnen in fast alle Welt exportiert und nachgebaut, aber nur bei uns kann er in seiner ursprünglichen Form bestaunt werden.

Hier finden Sie die Liste mit den Schmückzeiten (fast) aller Osterbrunnen.

Osterbrunnen mit Schriftzug Frohe Ostern

Der Älteste

1908 wurde in Haag, einem Ortsteil von Aufseß zum ersten Mal im 20. Jahrhundert ein Osterbrunnen geschmückt. Der Grund: durch den Bau einer Wasserleitung vom Tal hinauf in das kleine Juradorf wurde das mühsame Holen des Wassers überflüssig. Der Brunnen wird heute noch geschmückt.

Noch älter als das Brunnen schmücken ist das Schmücken der Quellen. Hier sind die Engelhardsberger zeitmäßig führend, da der Brauch schon im 19. Jahrhundert dort üblich war. Von hier aus entwickelte sich der Brauch weiter. Und da man den Brauch des Wasser Schmückens an Ostern pflegte, kamen mancherorts und heute fast überall, Ostereier dazu (manchmal auch Osterhasen) und die lassen sich am Besten an einem Kranz befestigen, daher die Kränze aus geflochtenen Fichtenzweigen.  

Der Größte

In Bieberbach bei Egloffstien befindet sich laut Guinnessbuch der Rekorde, "der größte Osterbrunnen der Welt" mit exakt 11.108 handbemalten Eierschalen. Bieberbach ist ein kleines unscheinbares Dorf auf der Jurahöhe. Es liegt an der Straße zwischen Gößweinstein und Egloffstein. Der Bieberbacher Brunnen ist jedes Jahr ab Palmsonntag bis etwa zwei/drei Wochen nach Ostern (je nach Wetterlage) geschmückt.

Der Durchschnittliche

Ein "durchschnittlicher" Osterbrunnen in der Fränkischen Schweiz umfasst bis zu 80 laufende Meter Girlandenschmuck (aus Fichtenzweigen gebundene Bögen) mit rund 2000 handbemalten Eierschalen verschiedener Größen verziert. Mindestens einen Tag (je nachdem wie viele Menschen mithelfen) dauert es, die Girlanden zu binden (etwa 20 cm lange Fichtenzweige werden mit Draht um eine Eisenstange gebunden), einen halben Tag dauert das Aufstellen des Gerüstes, einen Tag das Schmücken der Girlanden mit den vorher in zahllosen Stunden handbemalten Eierschalen heimischer Hühner. Dazu kommt vielfach noch umfangreicher Blumenschmuck. Das Bemalen einer Eierschale dauert in der Regel mindestens zwischen ein und zwei Stunden. Die ausgeblasene Eierschale wird mit Essig gereinigt, danach wird das Motiv mit Bleistift vorgezeichnet, danach bemalt und mit Haltestab (zum Stecken) oder Fäden zum Aufhängen versehen, danach wird die Eierschale mit einem wetterfestem Lack versiegelt. Eine Neuauflage des Brauches geschah laut Claudia Schillinger (Buch: Osterbrunnen in der Fränkischen Schweiz) in den 60 Jahren des vergangenen Jahrhunderts, nachdem das Osterbrunnenschmücken während des zweiten Weltkrieges nicht ausgeübt wurde und in den 50-er Jahren des letzten Jahrhunderts "einzuschlafen" drohte.

Geschichte der Osterbrunnen

Ostern ist das höchste Fest im christlichen Kalender. Insbesondere der Ostersonntag soll ein Tag der Freude sein, denn da wird die Auferstehung Christi gefeiert und auch das Ende der Fastenzeit. Der Hauptgrund für das Schmücken von Brunnen und Quellen zur Osterzeit ist vor allem im Glauben und in der Bedeutung des Wassers für die Existenz von Leben zu sehen - vor allem für die wasserarme Hochebene der Fränkischen Schweiz. Dem Osterwasser wurde früher besondere Wirkung zugeschrieben. Kinder, mit frisch geweihtem Wasser an Ostern getauft, sollten sehr klug werden. Das Trinken von Osterwasser schützt gegen Krankheiten glaubte man und das Verspritzen des Osterwassers im Haus hält Ungeziefer fern.

Osterbrunnen in Pottesntein

Vor der Einrichtung der uns heute so selbstverständlichen, zentralen Wasserversorgung legte die Bevölkerung in den Dörfern der Region Zisternen an, um das kostbare Nass aufzufangen. Aufgrund der besonderen geologischen Verhältnisse des fränkischen Juras mit seinen tiefen, mäandernden Tälern und lang gestreckten Höhen lagen die natürlichen, spärlichen Sammelstellen für das Wasser immer am Grund des Tales. Hier sprudelten die Quellen, von hier musste das Wasser mühsam in die Höhe geschafft werden. Mancherorts wurden auch bis zu hundert Meter tiefe Stollen gegraben, um an das Grundwasser zu gelangen. Diese enorm aufwendigen Brunnen schützte man (z.B. in Betzenstein und Birkenreuth) mit einem Brunnenhaus.

Eine zeitliche Fixierung des Osterbrunnenschmückens ist nicht genau möglich. Mündliche Überlieferungen datieren den Brauch auf den Anfang des 20. Jahrhunderts zurück. Beispielsweise in Aufseß schmückte man um 1909 den ersten Osterbrunnen, in Engelhardsberg begann dieser Brauch nachweislich 1913. Anfang der 50er Jahre setzte der Rückgang dieses Brauches ein, vermutlich aufgrund der nun überall installierten zentralen Wasserversorgung. In Folge der in den 80er Jahren neu erwachten Heimat- und Brauchtumspflege erfuhr das Osterbrunnenschmücken eine intensive Neubelebung.

Das Schmücken des Osterbrunnens beginnt zunächst mit dem Säubern der Anlage, dem so genannten "Brunnen fegen". Übten diese Tätigkeit früher die jungen Burschen aus, so tun dies heute entweder die den Brunnen schmückenden Frauen oder deren Ehemänner, manchmal im Verein organisiert. Danach wird die Anlage geschmückt, im Volksmund spricht man dabei vom "Brunnen putzen". Als Schmuck dienen ausgeblasene und das Jahr über gesammelte Eierschalen, die einfarbig oder auch künstlerisch bemalt und verziert sind. Zum Schmuck gehören weiterhin einzelne oder büschelweise gebundene Papierbänder, die so genannten "Pensala", und Girlanden aus Fichtenzweigen, die um etwaige vorhandene Brunnentröge gewunden oder zu Gerüsten und Kronen geflochten werden. In vielen Orten ziert zusätzlich echter Blumenschmuck die Osterbrunnenanlage.

Ein "durchschnittlicher" Osterbrunnen in der Fränkischen Schweiz umfasst etwa 80 laufende Meter Girlandenschmuck (aus Fichtenzweigen gebundene Bögen) und 1800- 2000 bemalten Eierschalen. Mindestens einen Tag (je nachdem wie viele Menschen mithelfen) dauert es, die Girlanden zu binden (etwa 20 cm lange Fichtenzweige werden mit Draht um eine Eisenstange gebunden), einen halben Tag dauert das Aufstellen des Gerüstes, einen Tag dauert das Schmücken der Girlanden mit den vorher in zahllosen Stunden handbemalten Eierschalen heimischer Hühner. Dazu kommt vielfach noch umfangreicher Blumenschmuck. Das Bemalen einer Eierschale dauert in der Regel mindestens zwischen ein und zwei Stunden. Die ausgeblasene Eierschale wird mit Essig gereinigt, danach wird das Motiv mit Bleistift vorgezeichnet, anschließend bemalt und mit Haltestab (zum Stecken) oder Fäden zum Aufhängen versehen, danach wird die Eierschale mit einem wetterfestem Lack versiegelt.

..übrigens, es ist auch Brauch in katholischen Orten, an Karfreitag, wenn die Glocken in Rom sind, zu "ratschen". Dazu gehören einige kräftige Buben, die mit hölzernen Krach machenden Maschinen, früher jeweils zur vollen Stunde, heute meist drei-viermal am Tag und zu Gottesdienstzeiten, den Glockenschlag ersetzend mit ihren "Ratschen" die Zeit ansagen. Dafür bekommen sie von den Haushalten im Dorf, Eier und Süßigkeiten auch Geld, das sie aber erst am Ostersamstsag mit einem Handwagen im Schlepptau abholen. Und wehe, ein Haushalt gibt nichts: der wird dann mit Spottversen überzogen so dass es alle hören.

Osterbrunnenorte:

Die nachfolgende Liste enthält rund 200 Orte, in denen Osterbrunnen- und Bäume zwischen Karfreitag und 2 Wochen nach Ostern geschmückt werden. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Koordinaten beziehen sich auf die Kartenquadrate unserer Panoramakarte.

Affalterthal (E 6), Alladorf (F 2), Albertshof (E 4), Almos (E 6), Amlingstadt ( B 4), Altendorf (B4), Aufseß (D 3), Azendorf (E 1), Bärnfels (E 6), Behringersmühle (E 5), Berndorf (F 2), Bernheck (F/G 6), Betzenstein (F 6), Bieberbach (E 5), Birkenreuth (D 5), Bronn (F 5), Buchau (G 5), Busbach (F3), Büchenbach (G 5), Buckenreuth (D 6), Burggrub (C 3), Buttenheim (B/C 4), Creußen (G/H 4), Dobenreuth (C 6), Draisendorf (D 4), Dreuschendorf (C 4), Drosendorf a. d. Aufseß (D 3), Drosendorf (C 4/5), Drügendorf (C 4), Dürrbrunn (D 4), Ebermannstadt (D 5), Effeltrich (C 6), Egloffstein (D 6), Elbersberg (F 5), Engelhardsberg (E 4/5), Erlach (B4), Ermreus (C 6), Ermreuth (D 8), Eschlipp  (D5),
 
Fernreuth (E 3), Forchheim (C 5/6), Frankendorf (C 4), Frankenhaag (F 3), Freiahorn (F 4), Freienfels (D 2), Friesen (C4), Gasseldorf (D 4), Geschwand (E 6), Glashütten (F 3), Geisfeld (B 3), Gößmannsberg (D 4), Gößweinstein (E 5), Götzendorf (C 4), Gräfenberg (D 6/7), Guttenburg (D 7), Gunzendorf (C 4),
Hagenbach (D 5), Haag (G4), Hannberg (E 4), Heiligenstadt (D 4), Hetzelsdorf (D 5), Hetzles (C 7), Hiltpoltstein (E 6), Hirschaid (B 4), Hohenmirsberg (F 4), Hochstahl (E 3), Hohenpölz (D 3), Hollfeld (E 3), Honings (C 8), Hubenberg (E 4), Hummeltal (G 3), Hundsboden (D 6), Hundshaupten (D 5/6), Hutschdorf (F 1), Igensdorf (D 7), Kalteneggolsfeld (C 4), Kaltenthal (G 4), Kasendorf (E 1), Kemmathen (E 6), Kersbach (C 6), Kainach (E 2), Kirchahorn (F4), Kirchehrenbach (C/D 5), Kleinkirchenbirkig (F 5), Kleingesee (E 5), Königsfeld (D 2/3),  Körzendorf (F 4), Krögelstein (E 2), Kunreuth (C 6), Kübelstein (C 2), Kühlenfels (F 5),
Laibarös (C 3), Langenloh (E 4), Langenreuth (G 5), Leidingshof (D 4), Leups (G 4), Leutenbach (D 6), Leesten (C 4), Limmersdorf (F 2), Litzendorf (B 3), Lochau (F 2), Lohndorf (C 3), Löhlitz (E 3/4), Lützelsdorf (D 5), Meedensdorf (B 3), Mengersdorf (E/F 3), Melkendorf (C 3), Memmesldorf (B3), Mistelbach (G 3), Mistelgau (F 3), Mistendorf (C 3), Mittelehrenbach (D 6), Moggast (D/E 5), Moggendorf (E 3), Muggendorf (D/E 4), Muthmannsreuth (G 4), Nankendorf (E 4), Neunkirchen am Brand (C 7), Neusig (F 4), Niederfellendorf (D 4), Niedermirsberg (C/D 5),

Oberailsfeld (E 4), Oberehrenbach (D 6), Oberfellendorf (D 4), Oberleinleiter (C 3), Oberngrub (C 4), Obernsees (F 3), Obertrubach (E 6), Ottenhof (F 6),  Pegnitz (G 5), Pinzberg (C 6), Plankenfels (E 3), Plech (F 6), Pleofen (F 2),  Pretzfeld  (D 5), Pottenstein (F 5), Pödeldorf (B 3), Reifenberg (C 5), Rettern (C 5), Riegelstein (F 7), Röbersdorf (B4), Rossdorf a.F. (B 5), Rothensand (B5), Rüssenbach (D 5), Sachsendorf bei Aufseß (D 3) Sachsendorf (E 5), Sanspareil (E 2), Sassanfahrt (B 4), Seigendorf (B4), Seelig (E 4), Seußling (B5), Scheßlitz (B/C 2), Schammelsdorf (B3), Schirradorf (E 2), Schlaifhausen (D 6), Schossaritz (E 6), Schressendorf (E 3), Siegritz (D 4), Siegritzberg (E 4), St. Moritz/Leutenbach (D 6), Stackendorf (C 4), Stadelhofen (E 5), Stechendorf (E 3),  Steinfeld (D 2), Störnhof (D 4), Streitberg D 4), Tannfeld (F 2), Teuchatz (C 3/4), Thurnau (F 1), Thuisbrunn (D 6), Tiefenellern (C 3), Tiefenhöchstadt (C 4), Tiefenlesau (E 3), Tiefenpölz (C 3), Tiefenstürmig (C 4), Trainmeusel (D/E 5), Treppendorf (E 3), Troschenreuth (G 5), Truppach (E 3), Unterailsfeld (E 4), Unterleinleiter (D 4), Untertrubach (E 6), Unterzaunsbach (D 6), Urspring (D 5), Veilbronn (D 4), Voigendorf (D/E 4), Wadendorf (E 3), Waischenfeld (E 4), Waidach (F 5), Walkersbrunn (D 6), Wannbach (D 5), Weidensees (F 6), Weigelshofen (C 5), Weingarts (D 6), Wernsdorf (B 4), Weißenohe (D 7), Wiesenthau (C 6), Willenreuth (G 5), Wohlmuthshüll (D 5), Wohnsgehaig (F 3), Wonsees (E 2), Wüstenstein (D 4), Zeegendorf (C 3), Zoggendorf (D 4) Zochenreuth (E4)

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