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Zahl der Blühwiesen im Landkreis Bayreuth wächst

20.08.2019

Von Peter Engelbrecht

WAISCHENFELD.  Artenreiche Wiesen – davon gibt es im Landkreis Bayreuth immer mehr. Durch das Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm werden aktuell insgesamt 3024 Hektar Fläche mit knapp 1,5 Millionen Euro jährlich gefördert – darunter sind viele Blühwiesen.

Blühwiesen (Foto: Peter Engelbrecht)

(Foto: Peter Engelbrecht)

Das Programm wird gut angenommen, denn allein im vergangenen Jahr kamen 583 Hektar hinzu. Diese Bilanz ziehen Hansjorg Behr und Wolfgang Wurzel, Fachkräfte für Naturschutz im Landratsamt. Bei einem Ortstermin auf einer dieser Wiesen oberhalb von Waischenfeld erläutern die Experten, wie das Programm umgesetzt wird. Es läuft fünf Jahre, die Teilnahme ist freiwillig. Die Landwirte verpflichten sich, ihre Wiesen nicht zu düngen und nicht vor dem 15. Juni zu mähen, damit die Blumen ihre Samen werfen können. „Je später die Landwirte ihre Wiese mähen, desto mehr Geld bekommen sie“, erläutern Behr und Wurzel.

30 bis 40 verschiedene Blumenarten

Das Programm honoriert auch die pflegliche Bewirtschaftung von Wald, Weiden, Äckern und Teichen. Im Landkreis geht es aber meist um Wiesen. Mit einer Gesamtfläche von 3024 Hektar, die durch das Programm gefördert werden, dürfte der Landkreis in Oberfranken führend sein. Eine durchschnittliche Wiese beherbergt 30 bis 40 verschiedene Blumenarten. Auf der Wiese „Am Hufeisen“ oberhalb von Waischenfeld sind beispielsweise die Wiesenflockenblume, verschiedene Nelkenarten, Salbei, Hornklee, Oregano und Thymian sowie Orchideenarten zu finden. „Das ist ideal für Schmetterlinge und viele andere Insekten“, berichtet Behr.

Prämien für naturgerechtes Handeln

„Der Blütenreichtum geht bis in den Herbst, für Schmetterlinge ist das gut“, ergänzt Wurzel. Die Hänge werden durch Schafe beweidet. Das Areal mit alten Apfelbäumen, Kiefern, Pferdeweiden und alten Linden wird von Hecken und Feldgehölzen durchzogen. Die fachliche Beurteilung, ob Flächen aufgenommen werden, obliegt der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt. Für die Abwicklung ist das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Bayreuth zuständig. Für den frühesten Schnittzeitpunkt Mitte Juni und den Düngeverzicht gibt es pro Jahr und Hektar 475 Euro. Hinzu kommen Zulage und Betriebsprämie.

Info: Es gibt noch ein zweites freiwilliges Programm: das Bayerische Kulturlandschaftsprogramm (Kulap). Nach Angaben des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sieht dieses unter anderem die Bereitstellung von Blühflächen vor. Im Landkreis sind ins Kulap mehr als 14?000 Hektar eingebunden. Die gesamte landwirtschaftliche Fläche in Stadt und Landkreis beträgt rund 52?000 Hektar. eng

 

(Quelle: www.kurier.de/inhalt.umweltschutz-zahl-der-bluehwiesen-im-landkreis-bayreuth-waechst.b757c409-9c98-4d2e-94c1-a0fba131f805.html)