Keltische Hügelgräber

südl. von Litzendorf, an der Straße Richtung Geisfeld, 96123 Litzendorf

Dieser keltische Friedhof ist der schönste seiner Art in Oberfranken. Anhand von sechs rekonstruierten Grabhügeln bekommt man eine bildliche Vorstellung, wie die Kelten Ihre Toten begraben haben. Im angrenzenden Wald befinden sich 33 weitere, teils nicht meht so gut erkennbare Hügelgräber. Die ganze Anlage wurde um 700 v. Chr. von keltischen Bauern angelegt.

Der wohl schönste frühkeltische Friedhof Oberfrankens, gelegen an der Staatsstraße von Litzendorf nach Geisfeld, bestand ursprünglich aus mehr als 50 Grabhügeln. Die Hügel waren Grabmonumente frühkeltischer Bauern, deren Größe und Ausstattung die soziale Stellung der Verstorbenen anzeigen. Einige Hügel erreichten eine Höhe von 4 m und wurden von einer Steinstele gekrönt. Der Hügelfuß, der bis zu 25 m Durchmesser betragen konnte, war von einem Steinkranz umgeben, um eine Grenze zwischen den Lebenden und den Toten zu markieren.

Als der Friedhof um 700 v. Chr. angelegt wurde, weihte man ihn wohl mit einem kleinen Heiligtum ein, das aus zwei konzentrischen Kreisgräben bestand. Während des 7. Jahrhunderts v. Chr. verbrannte man die Toten am Bestattungsplatz auf einem Scheiterhaufen und setzte die Ascheurnen in den geräumigen, hölzernen Grabkammern bei, die man als Wohnung der Toten verstand. Zahlreiche Keramikgefäße, in denen sich auch Speise und Trank für ein Gastmahl mit verstorbenen Ahnen im Jenseits befand, sowie ein wenig persönlicher Bronzeschmuck vervollständigten die Grabausstattung. Nur den Häuptlingen legte man die seltenen Schwerter als Zeichen ihres Ranges in das Grab. Wahrend des 6. Jahrhunderts v. Chr. ging man zur Körperbestattung über, wobei in viele der bereits vorhandenen Hügel erneut Gräber eingetieft wurden. Im Verlauf des 5. Jahrhunderts legte man in diesem Friedhof nur noch vereinzelt Gräber an und spätestens um 400 vor Christus wurde er aufgegeben.

Bereits im 19. Jahrhundert hatte man alle Grabhügel im Wald ausgenommen. Sie wurden 1983 vom Forstamt Scheßlitz wieder restauriert. 1989 bis 1992 konnten sechs Grabhügel und das kleine Heiligtum nördlich vom Wald ausgraben werden. An ihrer Stelle wurden in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Bamberg und der Gemeinde Litzendorf sechs Grabhügel neu errichtet, um dem Besucher die ursprüngliche Größe dieser eindrucksvollen vorgeschichtlichen Grabdenkmäler zu veranschaulichen.

 

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