Eine schwarz weisse Amsel steht auf einem Fels am Ufer eines Flusses.

Feld- und Singvögel

Stimmen in der offenen Landschaft

Der Naturpark Fränkische Schweiz – Frankenjura ist geprägt von Feldern, Hecken, Streuobstwiesen, Felsen, Wäldern und klaren Bächen. Diese vielfältige Landschaft macht die Region zu einem besonderen Lebensraum für eine große Zahl an Vogelarten. Viele von ihnen sind typische Vertreter der offenen Kulturlandschaften, der Hecken- und Streuobstbereiche oder der naturnahen Gewässer.

Hier ein paar Bespiele für Arten die du bei deiner Wanderung durch die offene Kulturlandschaft des Naturparks antreffen kannst.

Feldvögel

  • Rebhuhn (Perdix perdix): Das Rebhuhn gehört zu den charakteristischen Vögeln der offenen Feldflur. Im Naturpark ist es vor allem dort zu finden, wo Felder, Wiesen und Hecken noch eine kleinräumige Struktur bilden. Hier sucht es vorwiegend nach Samen, Körnern und anderen essbaren Pflanzenteilen, während die Hecken Schutz vor Fressfeinden bieten. Seine Anwesenheit ist ein Hinweis auf traditionelle, extensivere Landwirtschaft, wie sie in Teilen des Naturparks noch erhalten ist.
  • Feldlerche (Alauda arvensis): Mit ihrem jubelnden Gesang, den sie hoch am Himmel vorträgt, prägt die Feldlerche das Klangbild vieler Wiesen und Felder im Naturpark. Sie baut ihre Nester direkt am Boden, oft mitten in landwirtschaftlich genutzten Flächen. Besonders die offenen Hochebenen zwischen den Tälern bieten der Feldlerche oft geeignete Brutplätze. Jedoch leidet sie sehr unter den Folgen intensiver Landwirtschaft und Bodenbearbeitung.
  • Heidelerche (Lullula arborea): Im nördlichen Frankenjura findet man die Heidelerche vor allem in lichten Kiefernwäldern, an trockenen Hängen oder in Magerrasen mit offenen Bodenstellen. Ihr sanfter, melodischer Gesang und ihr charakteristischer Flug, machen sie unverwechselbar.
  • Wachtel (Coturnix coturnix): Die Wachtel lebt sehr verborgen in vegetationsreichen Flächen. Im Naturpark verrät sie sich vor allem durch ihren unverwechselbaren Ruf „pick-wer-witt“, der an warmen Sommerabenden zu hören ist. Da sie am Boden brütet, braucht sie deckungsreiche Vegetation, wie sie in extensiv genutzten Wiesen zu finden ist.
  • Baumpieper (Anthus trivialis): Besonders auf offenen Hochebenen mit Baumgruppen oder an Waldrändern fühlt sich der Baumpieper wohl. Im Naturpark lässt sich sein typischer Singflug – steil aufsteigen, singen und segelnd herabgleiten – oft über extensiven Wiesenflächen beobachten.
  • Goldammer (Emberiza citrinella): Mit ihrem leuchtend gelben Kopf ist die Goldammer leicht erkennbar. Im Naturpark sitzt sie häufig auf Hecken, Zäunen oder Sträuchern entlang von Feldwegen und trägt mit ihrem typischen Gesang „wie, wie, wie hab’ ich dich lieb“ zur Klangkulisse bei.
  • Neuntöter (Lanius collurio): Typisch für Heckenlandschaften und strukturreiche Feldränder, wie sie im Naturpark häufig anzutreffen sind. Der Neuntöter fällt durch seine „Maske“ auf und durch seine ungewöhnliche Jagdweise: Er spießt Beutetiere an Dornen auf, um Vorräte anzulegen.
  • Wendehals (Jynx torquilla): Ein Specht, der als Zugvogel jedes Frühjahr in den Naturpark zurückkehrt. Er liebt lichte Wälder und Streuobstwiesen, wo er alte Baumhöhlen zum Brüten nutzt. Besonders auffällig ist sein Name gebendes Verhalten: Dreht er den Kopf schlängelnd in alle Richtungen, wirkt er fast wie eine Schlange.
  • Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus): Mit seiner orangeroten Brust und dem kontrastreichen Gefieder ist er ein auffälliger Bewohner der Streuobstwiesen und lichten Wälder im Naturpark. Alte Obstbäume mit Höhlen bieten ihm ideale Nistplätze. Sein fröhlicher Gesang macht ihn zu einem typischen Frühlingsboten.
  • Bluthänfling (Linaria cannabina): Das Männchen zeigt zur Brutzeit eine auffällige rote Brust. Im Naturpark lebt der Bluthänfling bevorzugt in offenen Landschaften mit Hecken, Büschen und Wildkräutern. Samen von Kräutern und Gräsern sowie kleine Früchte sind seine wichtigste Nahrungsquelle.
  • Dorngrasmücke (Sylvia communis): Eine lebhafte Sängerin, die in Hecken und Gebüschen entlang von Feldrainen vorkommt. Im Naturpark kann man sie z.B. auf Hecken und Dornensträuchern sehen, da sie diese auch gerne als Singwarten verwendet.
  • Wasseramsel (Cinclus cinclus): In den klaren Bächen und Flüssen der Fränkischen Schweiz findet sie ideale Lebensbedingungen. Mit ihrem braun-weißen Gefieder ist sie leicht erkennbar, wenn sie auf Steinen in der Strömung sitzt. Sie kann tauchen und sucht ihre Nahrung am Gewässergrund.
  • Gebirgsstelze (Motacilla cinerea): Mit ihrem leuchtend gelben Bauch und dem wippenden Schwanz ist sie eine auffällige Bewohnerin der Bäche und Flüsse im Naturpark. Sie brütet gerne in Nischen an Ufern oder unter Brücken. Sie ist auch häufig im gleichen Gebiet wie die Wasseramsel zu beobachten.
  • Rotmilan (Milvus milvus): Einer der charakteristischen Greifvögel des Naturparks. Mit seinem tief gegabelten Schwanz ist er im Segelflug leicht zu erkennen, wenn er über den Wiesen nach Beute Ausschau hält.
  • Turmfalke (Falco tinnunculus): Häufig über Feldern im „Rüttelflug“ zu beobachten. Im Naturpark nistet er gerne in alten Gebäuden, Felswänden oder auf Kirchtürmen und ist ein ständiger Begleiter landwirtschaftlich geprägter Flächen.

Gefährdung und Schutz

Der Naturpark ist ein Rückzugsort für eine erstaunliche Vielfalt an Vogelarten. Doch viele ihrer Lebensräume geraten zunehmend unter Druck: durch die Intensivierung der Landwirtschaft, den Verlust strukturreicher Feldfluren, die Begradigung von Bächen oder die Verarmung an alten Obstbäumen. Damit typische Arten wie Feldlerche, Rebhuhn oder Gartenrotschwanz hier weiterhin ihren Platz finden, braucht es den sorgsamen Umgang mit dieser einzigartigen Landschaft.

Der Naturpark-Verein engagiert sich deshalb für den Erhalt und die Pflege wertvoller Lebensräume sowie deren Vernetzung. Auch Besucher können einen Beitrag leisten: indem sie die Natur achtsam genießen, auf den Wegen bleiben und Rückzugsräume respektieren.