Höhlen
Unterirdische Welten
Der Naturpark Fränkische Schweiz – Frankenjura ist besonders bekannt für seine zahlreichen Höhlen, denn wir befinden uns mitten im Karstgebiet. Über 2000 Höhlen sind schon im Naturpark entdeckt worden und es kommen immer wieder neue dazu.
Höhlen können durch verschiedene geologische Prozesse entstehen. Die Verkarstung ist ein wichtiger Teilaspekt. Dabei wird durch chemische Lösungsprozesse das Kalkgestein langsam gelöst und es entstehen in vorhandenen Rissen und Rillen Aushöhlungen. Die Säure, die dabei eine Rolle spielt ist die eher schwache Kohlensäure. Sie entsteht, wenn Wasser durch die Erde sickert. Deshalb dauert so ein Höhlenentstehungsprozess auch mehrere Millionen Jahre.
Die Voraussetzung für die Höhlenentstehung in unserem Naturpark ist aber auch das Juragestein an sich. Durch das Kalkgestein das im Zeitalter des Jura vor rund 140 Millionen Jahren entstanden ist, ist eine Verkarstung erst möglich geworden. Durch tektonische Bewegungen (Bewegungen der Erdplatten) sind im Sediment Risse entstanden und diese konnten dann erst zu Höhlen werden.
Geschichte der Höhlenentdeckung
Schon vor über 200 Jahren entdeckten Hobbyforschende die Höhlen der Fränkischen Schweiz und der Umgebung. Allen voran Naturforscher Johann Friedrich Esper löste einen wahrhaftigen Höhlenboom aus. In dieser Zeit wurden leider viele Höhlen von förmlich ausgeräubert. Viele waren nicht an der naturhistorischen Entstehung und Besiedelung, sondern an Exponaten für die eigene Vitrine interessiert. Doch glücklicherweise wurden nicht alle Höhlen entdeckt und auch nicht alle Knochen, Sedimente oder Sinterformationen „gestohlen“.
Höhlenbewohner
Höhlen sind ein besonders sensibler Lebensraum, denn Umweltveränderungen finden hier nur in sehr geringem Maße statt. Höhlen haben in der Regel gleichbleibende Temperaturen um die 9 °C, keine Jahreszeiten und Tageszeiten, keinen Wind, konstante oft hohe Luftfeuchtigkeit, kein Licht und wenig Nährstoffe.
Tiere die in Höhlen überleben wollen, müssen also extrem gut angepasst sein. Echte Höhlentiere (sog. Eutroglobionte) haben daher z.B. keine Augen mehr und keine Pigmente. Dazu gehört zum Beispiel die kleine Spinne Porrhomma rosenhaueri. Sie lebt so verborgen und unauffällig, dass sie erst 1956 entdeckt wurde. Es gibt aber auch Tiere, die Höhlen gerne zeitweise als Gäste aufsuchen (sog. Trogloxene). Dazu gehören unsere heimischen Fledermausarten, die in Höhlen überwintern und auch Nachtfalterarten, wie der selten gewordene Olivbraune Höhlenspanner.
Fledermäuse überwintern in unseren Höhlen. Der Frankenjura hat mit seinen Höhlen eine besondere Verantwortung gegenüber unseren Fledermausarten, die allesamt in ihrem Bestand bedroht sind. Deshalb ist es nicht gestattet Höhlen zwischen dem 1.Oktober und dem 31.März zu betreten. Kleine und große Störungen jeglicher Art können den Fledermäusen das Leben kosten. Auch wenn sie nicht sofort aufwachen, und es so wirkt als hätte man nicht gestört. Fledermäuse benötigen lange um aus dem Schlaf aufzuwachen, was extrem energieintensiv ist. Der Aufwachprozess wird aber durch Störungen wie Körperwärme, Bewegungen und Geräusche aktiviert. Da es im Winter praktisch keine Nahrung gibt, ist diese Energie oft nicht mehr aufzufüllen.
Wie verhalte ich mich richtig in Höhlen?
Fledermäuse nutzen Höhlen für ihren Winterschlaf. Deshalb dürfen diese in der Zeit vom 01. Oktober bis zum 31. März nicht betreten werden. Entzündet keinesfalls in und um Höhlen Feuer, denn Rauch und Ruß beeinträchtigen Höhlen und Höhlenbewohner. In den Gewässern und Pfützen in Höhlen leben Kleinstlebewesen die an den extrem geringen Nährstoffgehalt der Gewässer angepasst sind, schon ein Schritt mit eurem Wanderstiefel kann dieses Ökosystem stark beeinträchtigen. Tropfsteine brauchen sehr lange um zu wachsen, wenn man sie anfässt behindert man durch das Hautfett das weitere Wachstum. Damit auch kommende Generationen diesen unterirdischen Schatz bewundern können, lasst die Finger von den Tropfsteinen. Du bist nicht alleine in der Höhle, auch wenn es auf den ersten Blick so wirkt, bitte verhalte dich ruhig und vermeide es zu schreien, da du sonst Höhlenbewohner beunruhigen kannst.
Hier nochmal in Kürze:
- Im Winter, Höhlen nicht betreten! Höhlenbetretungsverbot vom 1.10.-31.03.
- Kein Feuer in Höhlen
- Nichts mitnehmen und nichts hinterlassen
- Nicht in Wasser treten (Vorsicht, empfindliche Kleinstlebewesen und Sinter!)
- Sinter (Tropfsteine) nicht berühren
- Ruhig verhalten
- Auf euch aufpassen (Erfahrene Begleiterin, Ausreichend Lampen, Helm, jemanden Bescheid geben)
Danke für eure Mithilfe!
© Adrian_Tync
© Arno Grabolle
© Naturpark Fränkische Schweiz - Frankenjura, Melanie Chisté
© Naturpark Fränkische Schweiz - Frankenjura, Melanie Chisté